Kommentar

Erst Maduro, dann die Mullahs?

Seit vorvergangener Woche Sonntag skandieren mutige Demonstranten in Iran auf den Straßen, auf den Basaren und an den Universitäten ihre kraftvollen Slogans. Was sie da rufen, zeugt sowohl von Kontinuität als auch von neuen Entwicklungen. Zum ersten Mal fordern Basarhändler politische Freiheit und äußern Sympathien für Reza Pahlavi, den Sohn des letzten Schahs. Genauso Studenten, die eher dafür bekannt waren, links zu sein. Sie schließen sich ihren Landsleuten an, die Republikaner oder Anhänger einer konstitutionellen Monarchie sind.

Zum inneren Momentum dieser Bewegung kommen äußere Faktoren, die sich auf ihre Dynamik und das Kalkül der islamischen Diktatur auswirken. Zum einen die glasklare Warnung von US-Präsident Donald Trump an das Regime: Amerika wird den Demonstranten beistehen, sollten die Mullahs schießen lassen. Zum anderen die Tatsache, dass der venezolanische Wahlfälscher, Drogenhändler und Diktator Nicolás Maduro seit wenigen Tagen in einer Gefängniszelle sitzt und dort vermutlich für den Rest seines Lebens bleiben wird. Sein Regime ist dabei, Geschichte zu werden.

Amerikas entschiedene Führung hat wohl die größten Schockwellen innerhalb des iranischen Regimes ausgelöst. Wer jetzt mit dem Völkerrecht kommt, sei daran erinnert: Es gibt Regeln zu zivilisierten Verhaltensweisen zwischen den Völkern dieser Welt. Wer wie Maduro in Venezuela Terror und unermessliches Leid unter dem eigenen Volk und in anderen Ländern verbreitet, für den kommt der Tag der Abrechnung.

Ali Khamenei weiß, dass es für ihn auch jederzeit so kommen kann. Die vielen unerschrockenen Iraner sind längst mit dieser Rückständigkeit des Regimes fertig und zeigen das der Welt. Eine gezielte Ausschaltung der Revolutionsgarden und der Sicherheitsapparate würde ihrem friedlichen Freiheitskampf helfen. Es wäre auch ein Beitrag, den Israel und die USA für den Weltfrieden leisten würden – so wie Maduro könnte einer der schlimmsten Terror-Exporteure endlich Geschichte werden.

Die Autorin ist freie Publizistin und lebt in Berlin.

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt heute über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  27.10.2026 Aktualisiert

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Glosse

Beim »Spiegel« kann man jetzt mit der Nazi-Kartei chatten

Das Hamburger Nachrichtenmagazin hat nachgelegt: Nun gibt es einen Chatbot, mit dessen Hilfe der Leser mit der NSDAP-Mitgliederkartei interagieren kann. Dafür verdient der »Spiegel« Lob, Grimme-Preis und Dank, findet unser Autor

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  20.10.2026

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Elif Eralp

Meinung

Sprengsatz im Berliner Kessel

Was brodelt in der Berliner Linken – und warum wollen SPD und Grüne mit ihr regieren?

von Peter Hesse  19.10.2026

Kommentar

Demokratie braucht Pressefreiheit

Israelische Behörden gehen immer rigoroser gegen Medienschaffende vor, die Kritik an der Regierung äußern. Diese Verbote schwächen am Ende die Demokratie und damit den jüdischen Staat als Ganzes

von Susanne Stephan  19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Meinung

Flugabwehr bei VW? Aber ja!

Volkswagen, Rafael und die deutsch-israelische Rüstungskooperation

von Jan-Philipp Hein  18.10.2026