Meinung

Lasst uns reden!

Israels Botschafter in den USA hat sich dieser Tage mit einer Lobbygruppe getroffen. Das soll eine Nachricht sein? Ja, das ist eine Meldung wert. Denn bei der amerikanischen Organisation handelt es sich um J Street. Ihr Selbstverständnis lautet: »pro Israel« und »pro Frieden«. Konkret moniert sie, die Siedlungspolitik hätte Israels Demokratie geschadet und über den künftigen Status Jerusalems müsse bedingungsfrei verhandelt werden. Die israelische Regierung hat J Street boykottiert, ein »einzigartiges Problem« hatte Botschafter Oren in Washington sie noch im Dezember genannt. Und als einige J-Street-Mitglieder im Februar als Gäste einer Delegation des US-Kongresses nach Israel reisten, sagte das Außenministerium des jüdischen Staates ein Treffen mit Spitzenpolitikern ab. Nun erwartet ja keiner, dass Benjamin Netanjahus Koalitionsregierung den Forderungskatalog der linksliberalen J Street erfüllt – auch wenn man diese Vorstellung sympathisch finden mag. Doch gerade, weil Rechtskonservative wie Netanjahu die Macht in einem Land innehaben, dessen Wohl ihnen am Herzen liegt, sind sie zum Streit bereit. Diese Sorgen und dieser Konflikt um Israel gehören zur vielfältigen jüdischen Realität überall auf der Welt. Hoffen wir, dass die Jerusalemer Regierung jetzt mit J Street spricht, weil sie sich vor dieser Realität nicht weiter verschließen, sondern das Beste aus ihr machen will.

Medien

Nach Anti-Israel-Verschwörungstheorie: WDR nimmt Georg Restle in Schutz

Die Causa des WDR-Journalisten Georg Restle, der einen Link mit einem Verschwörungsnarrativ über Israels Zutun zur Migrantenkrise in Ceuta verbreitet hat, geht weiter. Der Redakteur räumt einen Fehler ein. Die ARD verteidigt ihn

 09.08.2026 Aktualisiert

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026