Landgericht Leipzig

Gil Ofarim hat 10.000 Euro Geldauflage noch nicht gezahlt 

Der Sänger Gil Ofarim im Saal des Landgerichts in Leipzig Foto: picture alliance/dpa

Zwei Monate nach seinem Prozess wegen Verleumdung hat der jüdische Musiker Gil Ofarim die verhängte Geldauflage von 10.000 Euro noch nicht gezahlt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Leipzig am Mittwoch auf Anfrage mit. Ofarim hatte vor gut zwei Jahren einem Leipziger Hotelmanager Antisemitismus vorgeworfen.

Nach einem überraschenden Geständnis und einer Entschuldigung Ofarims hatte das Gericht das Verfahren gegen ihn am 28. November vorläufig eingestellt. Ofarim erhielt die Auflage, innerhalb von sechs Monaten insgesamt 10.000 Euro zugunsten der Jüdischen Gemeinde zu Leipzig und dem Trägerverein des Hauses der Wannseekonferenz zu zahlen. Erst dann ist das Verfahren gegen den 41-Jährigen endgültig beendet.

Anfang Oktober 2021 hatte Ofarim ein Handy-Video gepostet, das in den Sozialen Medien viral ging. Er sagte darin, der Hotelmanager habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Kette abzunehmen, dann dürfe er einchecken. Gleiches soll Ofarim auch gegenüber der Polizei ausgesagt haben.

Der Fall hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt und zunächst zu zahlreichen Solidaritätsbekundungen mit Ofarim geführt. Die Staatsanwaltschaft stufte seine Aussagen jedoch nach eingehenden Ermittlungen als wahrheitswidrig ein. Ofarim hielt bis zum Prozessauftakt Anfang November daran fest.

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