Berlin

Kritik an Linken-Antrag

»Die Zeit, die für die Umsetzung einer Zwei-Staaten-Regelung auf der Basis der Grenzen von 1967 bleibt, wird begrenzter.« Aus dem Antrag der Partei Die Linke Foto: dpa

Die Fraktion Die Linke hat einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der die Bundesregierung dazu aufruft, »Palästina in den Grenzen von 1967 sofort anzuerkennen«. Wolfgang Gehrke, außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, sagte der Jüdischen Allgemeinen, er gehe davon aus, dass der Antrag am 23. oder 24. April im Bundestag behandelt wird. Laut Text soll sich die Bundesregierung dafür einsetzen, den neuen Staat als Vollmitglied in die UN aufzunehmen.

Zentralratspräsident Josef Schuster kritisiert dies: »Eine sofortige Anerkennung eines palästinensischen Staates, wie es die Linke nun fordert, ist kontraproduktiv und würde die Kompromissbereitschaft der palästinensischen Seite minimieren.«

Terrorismus
Diese sei aber dringend erforderlich, gerade wenn es um Sicherheitsgarantieren für Israel ginge. Zudem beklagt Schuster, dass Sicherheitsbedenken des jüdischen Staates sowie die israelische Forderung nach Abkehr von Terrorismus und Anerkennung bisheriger Abkommen in diesem Antrag keinerlei Erwähnung finden. »Hingegen würde aber die an der palästinensischen Einheitsregierung beteiligte Terrororganisation Hamas durch eine vorzeitige Anerkennung völlig aufgewertet werden.«

»Eine einseitige Anerkennung Palästinas wäre politisch das falsche Signal«, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder, unserer Zeitung. Damit würden vor allem die Streitpunkte zwischen den Palästinensern und Israel nicht gelöst. Durch einseitige Anerkennungen einen eigenen Staat herbeiführen zu wollen, könne letztlich sogar den gesamten politischen Prozess in der Region gefährden, so Mißfelder.

Das Ziel müsse weiterhin die Zweistaatenlösung mit einem unabhängigen und lebensfähigen Palästinenserstaat und einem Israel sein, dessen Existenz als jüdischer Staat ohne äußere und innere Bedrohung in international anerkannten Grenzen gewährleistet ist.

»Irrsinnig« Für Empörung sorgt der Antrag beim Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe. Der Vorstoß sei »irrsinnig und weltfremd«, so der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete.

Kritik äußerte auch der Grünen-Politiker und Vorsitzende der deutsch-israelische Parlamentariergruppe im Bundestag, Volker Beck. »Um einen lebensfähigen palästinensischen Staat zu gründen, müssen Fragen am Verhandlungstisch geklärt werden«, sagte Beck.

In dem Antrag der Linken heißt es: »Die Zeit, die für die Umsetzung einer Zwei-Staaten-Regelung auf der Basis der Grenzen von 1967 bleibt, wird begrenzter.« Ferner ist die Fraktion der Ansicht, dass »die Nennung eines Termins für den Abzug Israels aus den besetzten palästinensischen Gebieten« kein Grund sein sollte, »einer Resolution nicht zuzustimmen, welche die Anerkennung eines Staates Palästina fordert«.

Damit soll der Bundestag sich nach dem Willen der Linken den Aufforderungen der Parlamente in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland und Portugal an die jeweiligen Regierungen anschließen, Palästina als Staat anzuerkennen.

Zentralratspräsident Schuster geht davon aus, »dass dieser Antrag dagegen nicht auf Zustimmung im Bundestag stößt und man dort weiterhin, womöglich auch durch eine Vermittlerrolle, an einer echten Lösung des Konfliktes arbeitet«. ja

München

Steinwurf auf israelisches Generalkonsulat: Beschuldigter in U-Haft

Am Wochenende soll ein Mann Steine auf das israelische Generalkonsulat in München geworfen und mit einer Sprengstoff-Explosion gedroht haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun einen Haftbefehl erwirkt

 12.03.2026

Türkei

Wadephul fordert diplomatisches Ende des Iran-Kriegs

Der deutsche Außenminister und sein türkischer Kollege sind sich einig: Der Krieg im Iran muss so bald wie möglich enden - nur wie?

 12.03.2026

Teheran

Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen

 12.03.2026

Teheran

Viele Bewohner Teherans harren in ihren Wohnungen aus

Seit Ende Februar führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Die Lage in der Hauptstadt fühlt sich für viele Bewohner zunehmend unsicher an

 12.03.2026

Teheran

Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?

Zahlreiche Medien meldeten den Tod des Ex-Präsidenten. Doch »The Atlantic« zufolge, soll Ahmadinedschad untergetaucht sein

 12.03.2026

Tel Aviv

Israels Armee meldet Angriff auf iranische Nuklearanlage bei Teheran

An der Atomanlage Taleghan entstanden bei den Luftangriffen erhebliche Schäden

 12.03.2026

Teheran

Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Eidgenossenschaft vertritt als Schutzmacht der Vereinigten Staaten auch deren Interessen im Iran. Wegen anhaltender Angriffe bringt die Regierung in Bern ihre Mitarbeiter vorübergehend außer Landes

 12.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  12.03.2026

Nahost

Zahl verletzter US-Soldaten nach Drohnenangriff in Kuwait steigt

Nach dem Vorfall war von sechs getöteten amerikanischen Soldaten und fünf Verletzten die Rede gewesen. Nun stellt sich heraus: Es waren weitaus mehr

 12.03.2026