Konflikt mit Iran

Trump setzt auf Diplomatie, hält militärische Option aber offen

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / Captital Pictures

US-Präsident Donald Trump setzt im eskalierenden Konflikt mit dem Iran nach Angaben des Weißen Hauses weiterhin auf Diplomatie, schließt jedoch einen militärischen Einsatz ausdrücklich nicht aus. Diplomatische Bemühungen seien zwar die bevorzugte Option, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt, zugleich sei der Präsident »nicht davor zurückgeschreckt, die tödliche Stärke des US-Militärs einzusetzen, wenn und falls er dies für notwendig hält«.

Luftangriffe gehörten »zu den vielen, vielen Optionen«, die dem Oberbefehlshaber zur Verfügung stünden, betonte Leavitt. »Diplomatie ist immer die erste Option für den Präsidenten«, fügte sie hinzu – doch niemand wisse das besser als der Iran. Sie verwies dabei auf US-Luftschläge gegen iranische Atomanlagen im vergangenen Sommer, die Trump damals als vollständige Zerstörung bezeichnet hatte. Spätere Geheimdienstbewertungen gingen allerdings von begrenzteren Schäden aus.

Gleichzeitig erklärte Leavitt, Trump wolle nicht, dass Menschen »auf den Straßen von Teheran getötet werden«. Genau dies sei jedoch derzeit zu beobachten. Washington verfolge die Entwicklung der Lage mit großer Sorge.

Geheime Kontakte

Nach Angaben des Weißen Hauses sendet Teheran derzeit widersprüchliche Signale. Öffentlich äußere sich das Regime deutlich konfrontativer als in vertraulichen Kontakten. »Was man öffentlich vom iranischen Regime hört, unterscheidet sich deutlich von den Botschaften, die die Regierung privat erhält«, sagte Leavitt. Der Präsident habe ein Interesse daran, diese Signale auszuloten. Details zu Inhalt oder Umfang der geheimen Kontakte nannte sie nicht. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff spiele weiterhin eine zentrale Rolle in den Gesprächen.

Lesen Sie auch

Der iranische Außenminister Abbas Aragchi bestätigte unterdessen, dass es sowohl vor als auch nach Beginn der aktuellen Proteste Gespräche mit Witkoff gegeben habe. »Einige Ideen wurden mit Washington erörtert und werden derzeit von uns geprüft«, sagte Aragchi dem katarischen Sender Al Jazeera. Zugleich warnte er die USA eindringlich vor einem militärischen Vorgehen. Sollte Washington die militärische Option testen wollen, »für die es sich bereits einmal entschieden hat«, sei der Iran darauf vorbereitet. Die militärische Einsatzbereitschaft sei heute deutlich größer als beim letzten Konflikt.

Auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei richtete scharfe Worte an die USA. Bei regimetreuen Kundgebungen in Teheran sprach er von einem »Warnsignal an amerikanische Politiker«, sie sollten ihre »Täuschung beenden« und nicht auf »verräterische Söldner« setzen. Die Demonstrationen bezeichnete Chamenei als historischen Moment, mit dem angebliche Pläne ausländischer Feinde vereitelt worden seien. »Die iranische Nation ist stark, wachsam und kennt ihre Feinde«, sagte er.

Innere Angelegenheiten

Parallel dazu verschärft sich die diplomatische Lage zwischen Teheran und europäischen Staaten. Frankreich hat Medienberichten zufolge nicht zwingend benötigtes Personal aus seiner Botschaft im Iran abgezogen. Großbritannien forderte Teheran öffentlich auf, die Gewalt gegen Demonstranten zu beenden.

Außenministerin Yvette Cooper sprach von einer schrecklichen Brutalität und verlangte die Achtung grundlegender Rechte. Aragchi wies die Kritik zurück und warnte London davor, sich in innere Angelegenheiten des Iran einzumischen. Sollte Großbritannien iranische Diplomaten nicht schützen können, müsse Teheran sogar eine Evakuierung seiner Botschaft in London erwägen.

Während die iranischen Behörden mit harter Gewalt gegen landesweite Proteste vorgehen und das Internet weitgehend abschalteten, gibt es Hinweise darauf, dass einzelne Kommunikationskanäle weiterhin funktionieren. Nach Angaben mehrerer Personen im Land wird in einigen Regionen weiterhin der Satelliten-Internetdienst Starlink genutzt, obwohl dieser im Iran verboten ist. Beobachter berichten von eingeschränkter, aber nicht vollständig unterbundener Nutzung – möglicherweise aufgrund technischer Störmaßnahmen. im

The OpenAI logo is displayed on a mobile phone screen in this photo illustration, as artificial intelligence tools continue to expand across consumer and business applications in Brussels, Belgium, on February 28, 2026. (Photo by Jonathan Raa/NurPhoto)

Meinung

KI: Wie die Welt einmal untergehen könnte

Der Kontrollverlust der Softwarefirma OpenAI über ihr neuestes Modell macht erneut die Notwendigkeit deutlich, KI-Technologie stärker zu regulieren. Dabei geht es um nicht weniger als die Zukunft der Menschheit

von Joshua Schultheis  28.07.2026

Dresden

Petition wirft AfD Missbrauch der Marke Simson vor

Die Traditionsmarke Simson steht für eine erfolgreiche Firmengeschichte. Die AfD nutzt das positive Image, das stößt auf Widerstand

 28.07.2026

Terror

Nach dem CSD-Anschlag: Wo Berlin trauert

Blumen, Botschaften und Regenbogenflaggen: Im Berliner Tiergarten suchen Menschen Trost am Ort des Terroranschlags. Was ein Notfallseelsorger erzählt

 28.07.2026

Berlin

Bekennervideo des mutmaßlichen CSD-Attentäters auf Mobiltelefon entdeckt

Was ist in der Aufnahme zu sehen?

 28.07.2026

Meinung

Wir müssen darüber sprechen, was der Terror mit dem Islam zu tun hat

Die islamistische Ideologie muss endlich als solche benannt werden – auch weil Muslime zu den ersten Opfern der Terroristen gehören

von Ali Ertan Toprak  28.07.2026

München

Deutsche Post will Davidstern-Briefmarke doch drucken

Die Poste lehnte eine Briefmarke mit einem Davidstern und dem Schriftzug »Antisemitismus – ohne mich!« erst ab. Nach Kritik hat sie sich nun umentschieden

 28.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C./Rom

USA kündigen weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom an

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Jerusalem und der libanesischen Regierung. Die USA als Vermittler setzen vor allem auf den Erfolg sogenannter Pilotzonen

 28.07.2026

Washington D.C.

Trump weist Netanjahus Kritik an möglichem F-35-Verkauf an die Türkei zurück

»Niemand schreibt mir vor, was wir verkaufen sollen«, sagt der amerikanische Präsident vor seinem Treffen mit Benjamin Netanjahu

 28.07.2026

Berlin

Ahmad Mansour: Müssen schneller sein als Islamisten

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD fordert der Psychologe und Extremismus-Experte umfassende Präventionskonzepte gegen Radikalisierung. Einen Vorschlag des Bundesinnenministers sieht er allerdings kritisch

 28.07.2026