Meinung

Kein Platz für Moden

Berlin ist arm, aber sexy. Ganz besonders sexy wird es in den kommenden zwei Tagen am Bebelplatz zugehen, wenn auf dem Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week die neuesten Kollektionen gezeigt werden – direkt neben dem Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullmann, das an die Bücherverbrennung 1933 erinnert. Allerdings laufen die Models an diesem Ort zum letzten Mal. Offenbar hatte der Protest von Bürgerinitiativen Erfolg. Sogar der Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschäftigte sich mit der Nutzung des Ortes und wünscht sich, dass kommerzielle Ereignisse wie die Modewoche nicht mehr auf dem Bebelplatz stattfinden. Diese »Halligalli-Veranstaltung«, wie sie der Vorsitzende des Ausschusses, Ralf Hillenberg (SPD), nennt, habe dort nichts verloren. Recht so. Aber was ist mit Open-Air-Klassik-Konzerten und Eislaufbahnen? Auch solche Events passen nicht hierher. Und was denkt Berlins Regierender Bürgermeister über das Halligalli? Wir wissen es nicht. Klaus Wowereit schweigt. Doch wer nichts sagt, bezieht keine Stellung. Das mag hin und wieder durchaus angebracht sein. Aber nicht, wenn es um die geschmacklose Verquickung von Party und Geschichte geht.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Essay

Die Demokratie gegen ihre Abschaffung verteidigen

Warum die AfD als Partei verboten werden müsste – und weshalb das eben nicht undemokratisch ist

von Stephan Lehnstaedt  02.10.2026

Delft/Niederlande

Publikum beschimpft Angehörige eines Hamas-Opfers bei »NAZA«-Vorführung

Sabine Tassa, deren Ehemann und Sohn am 7. Oktober 2023 ermordet wurden, kritisiert die Doku. Das Publikum will nichts davon hören

 02.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Genf

Sharabi fordert UN-Menschenrechtsrat zur Anerkennung von Geiselmisshandlungen als Folter auf

»Mein Name ist Eli Sharabi. Ich bin ein Überlebender von Folter«, so der ehemalige Verschleppte vor dem Gremium

 02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026