Meinung

Kein Platz für Moden

Berlin ist arm, aber sexy. Ganz besonders sexy wird es in den kommenden zwei Tagen am Bebelplatz zugehen, wenn auf dem Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week die neuesten Kollektionen gezeigt werden – direkt neben dem Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullmann, das an die Bücherverbrennung 1933 erinnert. Allerdings laufen die Models an diesem Ort zum letzten Mal. Offenbar hatte der Protest von Bürgerinitiativen Erfolg. Sogar der Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschäftigte sich mit der Nutzung des Ortes und wünscht sich, dass kommerzielle Ereignisse wie die Modewoche nicht mehr auf dem Bebelplatz stattfinden. Diese »Halligalli-Veranstaltung«, wie sie der Vorsitzende des Ausschusses, Ralf Hillenberg (SPD), nennt, habe dort nichts verloren. Recht so. Aber was ist mit Open-Air-Klassik-Konzerten und Eislaufbahnen? Auch solche Events passen nicht hierher. Und was denkt Berlins Regierender Bürgermeister über das Halligalli? Wir wissen es nicht. Klaus Wowereit schweigt. Doch wer nichts sagt, bezieht keine Stellung. Das mag hin und wieder durchaus angebracht sein. Aber nicht, wenn es um die geschmacklose Verquickung von Party und Geschichte geht.

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

Berlin

Trotz vieler Hürden: Berliner Parteien sondieren weiter

»Kommunikationsdesaster« oder heilsamer Weckruf? Nach dem Streit um das Vorgehen gegen Antisemitismus sprechen Linke, Grüne und SPD weiter über eine Regierung. Aber es bleibt schwierig

von Andreas Heimann, Torsten Holtz  15.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Nach Eklat von Halle

Polizei ermittelt gegen jüdische Studenten

Aktivisten der Jüdischen Studierenden Union hatten sich dem rechtsextremen AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider in den Weg gestellt, als dieser an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des rechtsextremen Anschlags teilnehmen wollte. Das hat ein juristisches Nachspiel

 15.10.2026

Rechtsterrorismus

Zwickau gedenkt NSU-Opfern

Der »Nationalsozialistische Untergrund« ermordete zehn Menschen aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven. Zuletzt lebte die Terrorzelle in Zwickau. Die Stadt gedenkt der Terroropfer

 15.10.2026

Hamburg

Attentate auf Josef Schuster und Volker Beck geplant: Iranische Spione müssen ins Gefängnis

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

von Nils Kottmann  15.10.2026 Aktualisiert

Golf von Oman

US-Militär: Schiff mit Iran-Verbindungen zerstört

Immer wieder greifen der Iran und die USA gegenseitig Handelsschiffe und Tanker an. Was ist nun passiert?

 15.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD verhandeln wieder

Das von den Sondierern beschlossene Antisemitismus-Papier soll auch in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden

 15.10.2026

Debatte um Erklärung

Hickhack bei Rot-Grün-Rot: Das steht in den Antisemitismus-Papieren

Die Berliner Regierungsbildung stockt, nachdem die Linke im Abgeordnetenhaus ein eigenes Papier zum Kampf gegen Antisemitismus gebilligt hat. Wo sich die zwei Erklärungen unterscheiden

 14.10.2026