Köln

Diskriminierung jüdischer Schüler ernst nehmen

Foto: picture alliance/dpa

Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) warnt davor, Antisemitismus an Schulen zu bagatellisieren. Sowohl an öffentlichen wie freien Schulen sei Judenfeindlichkeit heutzutage leider »normal«, sagte der Geistliche Beirat der KED, Winfried Verburg, dem kirchlichen Kölner Internetportal domradio.de.

»Es gibt an allen Schulen hoch engagierte Lehrkräfte, die sich bemühen, entgegenzusteuern. Aber die Wahrnehmung insgesamt in der Schülerschaft, in der Elternschaft und auch in der Lehrerschaft ist noch nicht so, wie sie sein müsste«, so Verburg.

Zu oft werde Antisemitismus heruntergespielt und relativiert. Dabei beginne er unter den Schülern niedrigschwellig, gehe aber zuweilen soweit, »dass Eltern ihre Kinder von der Schule nehmen müssen, weil sie erfahren, dass die Kinder und Jugendlichen keinen Rückhalt bei der Schulleitung finden«.

Lesen Sie auch

Fehlende Wahrnehmung von Diskriminierung durch die Schule mache das Problem für die Betroffenen noch schlimmer, betonte der Geistliche. Schulen sollten sich selbst Regeln geben, wie sie mit solchen Fällen umgehen. Die KED hat dazu im März eigene Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Als wichtige Aufgabe sieht Verburg die Behandlung des Themas im Religionsunterricht. Religiöser Antisemitismus finde sich bereits im Neuen Testament und sei die älteste Form von Judenfeindlichkeit. Dies müsse sowohl im christlichen wie im islamischen Religionsunterricht aufgearbeitet werden. kna

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Berlin

Michael Roth nennt Linkspartei »in weiten Teilen lost«

Der Sozialdemokrat geht auch mit seiner eigenen Partei ins Gericht und warnt vor einem deutlich verschlechterten Verhältnis der Deutschen zu Israel

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

Kommentar

Echter Schutz für Juden in Deutschland – ohne Sonderrecht 

Unsere Autorin ordnet die aktuelle Debatte um die Gesetzesentwürfe zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland ein

von Annabelle Ganapol  08.10.2026

Berlin

Linke, Grüne und SPD einigen sich auf Sondierungsgespräche

Beim Streit um antisemitische Ausfälle von Abgeordneten soll es eine Einigung gegeben haben

 08.10.2026 Aktualisiert

Ausgerechnet am 7. Oktober

Greta Thunberg marschiert mit Terror-Unterstützern und Israelfeinden

Drei Jahre nach den Massakern der Hamas gab es in Berlin israelfeindliche Proteste. Mit dabei: die einstige Klima-Ikone Greta Thunberg

 07.10.2026

Berlin

Kerzen, Gebete und Warnungen - und Gedenken an Terroropfer

Der 7. Oktober 2023 hat sich eingebrannt in das Gedächtnis - nicht nur bei Opfern und Angehörigen des islamistischen Terrorangriffs auf Israel. Zum Jahrestag gibt es besorgte Warnungen

 08.10.2026 Aktualisiert

Berlin

Julia Klöckner ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Die Bundestagspräsidentin erinnert an die Opfer des 7. Oktober 2023 in Israel. Ihre Botschaft: Antisemiten müssten in die Schranken gewiesen werden

 07.10.2026

Bettina König (SPD), Kerstin Wolter (Die Linke) und Nina Stahr (Grüne, v.l.) vor dem ersten Vorsondierungsgespräch, 1. Oktober

Nach der Wahl

Linke, Grüne und SPD in Berlin beraten über Umgang mit Antisemitismus

Die Regierungsbildung ist noch nicht richtig in Gang gekommen. Nun treffen sich Linke, Grüne und SPD zu einem dritten Vorgespräch – an einem historischen Tag. Prominente warnen vor Rot-Grün-Rot

 07.10.2026