Bayern

Judenhass »beim Smalltalk in der Galerie«

Ludwig Spaenle, der Antisemitismusbeauftragte Bayerns Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der Antisemitismusbeauftragte Bayerns, Ludwig Spaenle (CSU), sorgt sich um die 20.000 Juden in seinem Bundesland. Nach der Terror-Attacke der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe sich die Stimmung gegenüber dieser Minderheit auch in Bayern deutlich verschärft, sagte er der »Main-Post« in Würzburg.

In ihrer verfassungsrechtlich verbrieften Freizügigkeit seien Juden deshalb »stark eingeschränkt«, so Spaenle. Er sprach von einer »Judenverfolgung«, die stattfinde, von offen zur Schau gestelltem Judenhass und einer »Konfrontation mit bekannten, offenbar unausrottbaren Stereotypen«, darunter die Lüge, Juden müssten
keine Steuern zahlen.

Auch sprach Spaenle den israelbezogenen Antisemitismus an. Diese Variante sei es, die jüdisches Leben weltweit, aber eben auch in Bayern
zusätzlich massiv beeinträchtige. Er sagte dem Blatt, im Kulturbetrieb, »beim Smalltalk in der Galerie« und an Universitäten gelte es als »geradezu schick«, Israel zu dämonisieren und die Existenz des jüdischen Staates zu delegitimieren.

Lesen Sie auch

Verbesserung des Sicherheitsgefühls

Laut Spaenle hat die Bereitschaft, Judenhass offen zu äußern, eine neue Dimension erreicht. »Akademischen Kreisen« warf er eine »links-intellektuelle Dumpfheit« vor. Zugleich stellte er klar, man dürfe die israelische Regierung durchaus kritisieren und Untersuchungen der Kriegsführung in Gaza zu fordern.

Er kündigte die Erarbeitung von Maßnahmen an, die das Sicherheitsgefühl
von Juden in Bayern verbessern sollen. Dazu gehöre eine konsequente Strafverfolgung.

In Bayern haben die Staatsanwaltschaften der »Main-Post« zufolge im Jahr 2023 wegen antisemitisch motivierter Vergehen 132 Anklagen erhoben und 166 Strafbefehle beantragt. Die Zahlen für 2024 liegen noch nicht vor. ja

Sanktionen

EU setzt Revolutionsgarden auf Terrorliste

Um an der Macht zu bleiben, hat Irans Führung Massenproteste brutal niedergeschlagen. Nun ist in der EU als Reaktion darauf eine Entscheidung offiziell, die jahrelang nicht möglich war.

 19.02.2026

Warschau

Polen ruft seine Bürger zum Verlassen des Irans auf

Die Regierung warnt vor einem drohenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Donald Tusk fordert die Bürger auf, sofort aus dem Land auszureisen. Eine Evakuierung könnte bald unmöglich sein

 19.02.2026

New York

Naher Osten: Umfangreichste US-Militärpräsenz seit 2003

Bis zu drei Flugzeugträger sowie zahlreiche Kampfjets der Typen F-16, F-22 und F-35 sind in der Region oder sollen dorthin unterwegs sein

 19.02.2026

Ukraine

Der verdrängte Krieg

Es gibt keine Alternative zur Unterstützung des angegriffenen Landes. Ansonsten könnte das Grauen näher rücken – auch bis zu uns nach Deutschland

von Igor Mitchnik  19.02.2026

London

Epstein-Skandal: Polizei nimmt Ex-Prinz Andrew fest

Der frühere britische Prinz soll vertrauliche Dokumente an Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben. Jetzt reagiert die Polizei - an Andrews Geburtstag

 19.02.2026

Los Angeles

»Free Palestine«-Aufkleber auf Gepäck sorgen für Verspätung eines El-Al-Fluges

Nach Angaben von Passagieren reagierten Sicherheitskräfte mit umfangreichen Kontrollen, in deren Folge das Gepäck von 140 Reisenden nicht mit an Bord ging

 19.02.2026

Tel Aviv

Rechtsaußen-Moderator Tucker Carlson macht Blitzbesuch in Israel

Der umstrittene Kommentator interviewte US-Botschafter Mike Huckabee am Ben-Gurion-Flughafen. Sein Vorwurf, er sei zeitweise von Grenzbeamten festgehalten worden, bestätigte sich nicht

 19.02.2026

Washington D.C.

Steht ein US-Militärschlag gegen Iran kurz bevor?

Das US-Militär wäre amerikanischen Berichten nach in der Lage, bereits an diesem Wochenende Angriffe auf iranische Ziele zu starten

 19.02.2026

Theater

Buh-Rufe, »Halt die Fresse«-Schreie: Tumult bei Premiere - Zuschauer greifen Schauspieler an

Am Bochumer Schauspielhaus hat ein Stück einen Tumult ausgelöst

 19.02.2026