Debatte

Josef Schuster: Umsetzung von Kernelement der Justizreform beunruhigt mich

Im Gespräch: Benjamin Netanjahu und Zentralratspräsident Josef Schuster (r.) im März dieses Jahres Foto: ZRDJ

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert die fortschreitende Umsetzung der Justizreform in Israel. »Ich habe dem israelischen Ministerpräsidenten bereits im März bei seinem Deutschlandbesuch persönlich meine Sorge darüber ausgedrückt, dass seine Regierung die israelische Gesellschaft zunehmend spaltet und dabei ist, Vertrauen in das demokratische Israel zu verspielen«, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag.

»Die nun von der israelischen Regierung weiter vorangetriebene Justizreform verschärft diese Situation«, so Schuster weiter. »Auch angesichts der steigenden Bedrohungslage für den jüdischen Staat beunruhigen mich die sich im Moment beschleunigenden Entwicklungen.«

Hintergrund der Äußerungen von Schuster ist der von der Regierungskoalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu initiierte massive Umbau des Justizwesens in Israel, der die Kompetenzen des Obersten Gerichtshofs einschränken soll. Kritiker befürchten, dass im Falle einer Umsetzung der Pläne die Gewaltenteilung nicht mehr gewährleistet werden kann und Israel drohe, nicht länger ein demokratischer Staat zu sein.

Der Protest gegen das Vorhaben ist in Israel gewaltig. Jede Woche gehen hunderttausende Israelis auf die Straße. Und in den vergangenen Tagen erklärten immer mehr Reservisten aus allen Teilstreitkräften, ihren Reservedienst nicht länger leisten zu wollen, wenn denn die Pläne der Regierung Realität werden sollten. Experten sehen deshalb bereits die Verteidigungsfähigkeit und das Abschreckungspotenzial Israels in Gefahr.

Schon vor Monaten hatte Josef Schuster anlässlich des Deutschland-Besuchs von Ministerpräsident Netanjahu genau das alles thematisiert. Gleichzeitig erklärte der Zentralratspräsident im März aber auch: »Jüdinnen und Juden in Deutschland und in aller Welt stehen fest an der Seite Israels und wollen dies auch weiterhin tun.« ja

München

20 Jahre Ohel-Jakob-Synagoge: Merz, Aigner und Söder beim Festakt

Am 9. November 2006 wurde die Synagoge Ohel Jakob eröffnet - als Zeichen für die Rückkehr jüdischen Lebens ins Herz Münchens. Den 20. Jahrestag feiert die Kultusgemeinde mit einem Festakt. Erwartet werden prominente Gäste, etwa Bundeskanzler Merz

 02.11.2026

Berlin

SPD nominiert Michel Friedman für Bundesversammlung

Der Publizist darf damit über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abstimmen

 02.11.2026

Frankfurt am Main

»Zeit ist’s!«

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach zur Eröffnung der Jüdischen Akademie in der Mainmetropole. Wir dokumentieren seine Rede

von Frank-Walter Steinmeier  02.11.2026

Berlin

Koalitionsverhandlungen für Rot-Grün-Rot beginnen

Sechs Wochen nach der Wahl starten Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Koalitionsverhandlungen. Viele Fragen sind noch offen – und Scheitern ist jederzeit möglich.

 02.11.2026

Jugendproteste

Prien: Bei Krawallen nach »Gen Z«-Protesten die Realität betrachten

Die Jugendministerin Prien spricht von »weitestgehend friedlichen Demonstrationen« am Samstag. Was danach geschah, nennt sie »Gewaltexzesse von linksradikalen Gruppen«. Es seien wohl auch Menschen »aus migrantischen Milieus« beteiligt gewesen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Endlich nimmt ein Verwaltungsgericht die Einschüchterung jüdischer Studierender ernst

Ein Kommentar

von Annabelle Ganapol  02.11.2026

Baustelle der Jüdischen Akademie an einer Straße in Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens

Jüdische Akademie öffnet in Frankfurt

Es soll ein Ort des Diskurses und der Begegnung sein: In Frankfurt wird die Jüdische Akademie feierlich eröffnet

 02.11.2026

Robert F. Kennedy Jr. spricht an einem Rednerpult vor einer Wand mit dem Schriftzug MAHA

USA

Kennedy verteidigt Rede über Araber und lobt Juden

Der US-Gesundheitsminister weist Rassismusvorwürfe zurück und fragt, warum die Welt Juden hasse und Islamisten umarme

 01.11.2026