Kommentar

Keine großen Sorgen vor Mamdani, bitte

Wie lange die U-Bahn-Fahrt zur Arbeit ein Wohlfühltermin für Zohran Mamdani sein wird, hängt sicher auch davon ab, ob er seine Wahlversprechen umsetzen kann. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

New York ist keine Stadt; New York ist auch kein Bundesstaat. New York ist ein Kosmos. Acht Millionen Einwohner, die meisten davon keine Weißen; die größte jüdische Metropole außerhalb von Israel; fünf Stadtviertel, von denen jedes einzelne eigentlich seine eigene Großstadt ist.

Zohran Mamdani, der den Kosmos New York seit dem 1. Januar als Bürgermeister verwaltet, kommt aus einer linken Subkultur, die sich geografisch leicht eingrenzen lässt – sie umfasst die Upper West Side, die Columbia University und Park Slope. Das war es schon.

In dieser ideologischen Blase hat man natürlich nichts gegen Juden per se. Aber man hält Israel für einen rassistisch-faschistischen Apartheidstaat und den Krieg, den die israelische Armee gegen die Hamas geführt hat, für einen Genozid. Zohran Mamdani hat sich nur unter Schmerzen von dem Slogan »Globalisiert die Intifada« distanziert, der eine Kriegserklärung an alle Juden der Welt impliziert. Er hat Ramzi Kassem zum Anwalt der Stadt bestellt, einen harten Antizionisten, der auch schon einen Al-Qaida-Terroristen vor Gericht vertrat. Wie besorgt müssen die Juden sein?

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Nicht sehr. Zohran Mamdani wird sich jetzt zum ersten Mal in seinem Leben mit Leuten auseinandersetzen müssen, die nicht zu seiner ideologischen Blase gehören. Mark Levine, der neue Comptroller (circa: Finanzminister) von New York spricht fließend Hebräisch und wird das Vermögen von New York weiter in israelische Staatsanleihen investieren. Jessica Tisch, die Polizeipräsidentin, die einer einflussreichen jüdischen Familie entspringt, denkt gar nicht daran zurückzutreten. Kathy Hochul, die Gouverneurin des Bundesstaates New York, ist eine profilierte Unterstützerin Israels.

Vor allem aber sind da all die New Yorker aus der Karibik, aus Lateinamerika, aus Afrika, aus Asien et cetera, denen der Nahostkonflikt piepschnurzegal ist. Sie erwarten von Zohran Mamdani, dass er die Lebenshaltungskosten in New York senkt. Und wenn er ihre Erwartungen nicht erfüllt, wird er ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwinden.  

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