Umfrage

Israelis uneins über Schlag gegen Teheran und Netanjahus Rolle in Trumps Gaza-Initiative

Eine neue Umfrage fördert zutage, was Israelis (wie hier in Jerusalem) denken. Foto: copyright (c) Flash90 2026

Die israelische Gesellschaft ist in zentralen sicherheits- und außenpolitischen Fragen tief gespalten. Das zeigt eine neue Umfrage des Israel Democracy Institute (IDI), die Einstellungen zu einem möglichen Militärschlag gegen den Iran, zur Zukunft der US-Militärhilfe sowie zur Einbindung von Premierminister Benjamin Netanjahu in eine von US-Präsident Donald Trump initiierte Gaza-Initiative untersucht. Israelische Medien berichteten, darunter »The Jerusalem Post«.

Besonders kontrovers wird die Frage diskutiert, ob Israel sich an einem möglichen präventiven US-Angriff auf den Iran beteiligen sollte. Eine knappe Mehrheit der Befragten plädiert für Zurückhaltung: Rund die Hälfte befürwortet ein militärisches Eingreifen Israels nur dann, wenn der Iran selbst angreift. Demgegenüber spricht sich eine große Minderheit dafür aus, von Beginn an gemeinsam mit den USA militärisch vorzugehen.

Innerhalb der israelischen Gesellschaft zeigen sich dabei deutliche Unterschiede. Unter jüdischen Israelis ist die Zustimmung zu einer direkten Beteiligung etwas stärker ausgeprägt als die Unterstützung rein defensiver Vergeltungsschläge. Arabische Israelis hingegen sprechen sich überwiegend dafür aus, nur im Falle eines iranischen Angriffs militärisch zu reagieren.

Abhängigkeit von US-Militärhilfe

Auch politische Lager spielen eine Rolle: Während Befragte aus dem linken und zentristischen Spektrum mehrheitlich Zurückhaltung befürworten, findet ein präventives Vorgehen vor allem im rechten Lager Zustimmung.

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Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage betrifft die von Netanjahu angekündigte Perspektive, die Abhängigkeit Israels von US-Militärhilfe langfristig zu beenden. Hier überwiegt die Skepsis: Knapp die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass ein vollständiger Verzicht auf amerikanische Militärhilfe Israels Sicherheit schaden würde. Etwas weniger als 40 Prozent sehen darin keine Gefährdung. Über gesellschaftliche und politische Gruppen hinweg dominiert die Sorge um sicherheitspolitische Nachteile, mit Ausnahme eines Teils der Rechten, die diese Risiken geringer einschätzen.

Auch die internationale Rolle Netanjahus stößt auf gemischte Reaktionen. Eine knappe Mehrheit hält es für richtig, dass der Premierminister Teil von Trumps neu geschaffener Gaza-Initiative wird. Rund ein Drittel lehnt dies ab, während ein auffallend hoher Anteil der Befragten keine klare Meinung äußert. Besonders unter arabischen Israelis ist die Unsicherheit groß. Ähnlich zurückhaltend fallen die Antworten auf die Frage aus, ob diese Initiative zur Stabilisierung des Gazastreifens beitragen könne, ohne Israels Sicherheit zu gefährden.

Tragödie in Kindertagesstätte

Über die großen außenpolitischen Themen hinaus fragte das IDI auch nach der Verantwortung für eine tödliche Tragödie in einer illegal betriebenen Kindertagesstätte in Jerusalem. Die meisten Befragten machen die Betreiber solcher Einrichtungen verantwortlich. Staatliche Stellen und Kommunen folgen mit deutlichem Abstand.

Auffällig sind hier Unterschiede nach religiöser Zugehörigkeit: Während säkulare und nationalreligiöse Befragte vor allem die Betreiber in der Pflicht sehen, macht ein großer Teil der ultraorthodoxen Befragten staatliche Behörden verantwortlich oder zeigt sich unentschlossen.

Die Umfrage wurde Ende Januar unter einer repräsentativen Stichprobe der erwachsenen Bevölkerung Israels durchgeführt. im

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Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

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