Nahost

Iran-Krieg: Wer greift wo an und warum?

Das Hauptquartier des TV-Senders Al-Manar besteht nach einem israelischen Angriff nur noch aus Trümmern. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die Angriffe Israels und der USA lösen eine Kettenreaktion im Nahen Osten aus. Iran hat zu Gegenangriffen ausgeholt, die nicht nur Israel treffen. Sorgen, dass der Krieg sich auf die ganze Region ausweiten könnte, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Wer greift wo an und warum? Ein Überblick - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

USA und Israel greifen Iran an
  • Seit Samstag wurden mehr als 2000 Ziele im Iran angegriffen.
  • Ziele sind militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen und Flugabwehrstellungen, Hauptquartiere der Militärführung, Stützpunkte sowie die politische Führung.
  • Auch die iranische Marine im Süden am Persischen Golf wurde attackiert.
  • Die Hauptstadt Teheran mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern ist den dritten Tag in Folge Ziel schwerer Bombardierungen.
  • Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei und führende Militärvertreter wurden getötet.
  • Mehr als 550 Menschen kamen nach iranischen Angaben bei den Angriffen bereits ums Leben.
  • Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.
Iran greift Israel an 
  • Zehn Wellen ballistischer Raketen haben Irans Revolutionsgarden, die mächtige Elitestreitmacht des Landes, eigenen Angaben zufolge als Reaktion bereits auf Israel gefeuert.
  • Auch Kampfdrohnen sind im Einsatz, um die moderne israelische Raketenabwehr zu schwächen.
  • Mindestens elf Menschen kamen in Israel seit Samstag ums Leben.
  • Mehrere Wohnhäuser sowie eine Synagoge wurden zerstört.
  • Ständig gibt es im Land Raketenalarm, Millionen Menschen müssen sich wegen der Angriffe immer wieder in Schutzräume begeben.

Lesen Sie auch

Iran greift Golfregion an 
  • Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA attackiert der Iran unter anderem Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait.
  • Hunderte Raketen und Drohnen wurden gezählt, die Flugabwehr der Länder hat den Großteil der Angriffe abgefangen.
  • Ziele sind vor allem US-Militärstützpunkte.
  • In den betroffenen Ländern gibt es Todesopfer, Schäden und Brände.
  • In Kuwait stürzten mehrere US-Militärflugzeuge ab, nach US-Militärangaben durch »friendly fire«, also vermutlich bei der Abwehr iranischer Angriffe. Die Besatzungen haben laut kuwaitischem Verteidigungsministeriums überlebt.
  • In Städten wie Dubai (VAE), Doha (Katar) und Manama (Bahrain) wurden teils Hotels, Wohngebäude und Flughäfen getroffen.
  • Die Angriffe treffen den Ruf der Golfstaaten als stabile und sichere Standorte für Investoren und Touristen.
  • Die Golfstaaten stehen unter Druck, militärisch zu reagieren, wollen aber nicht in einen größeren Krieg hineingezogen werden.
  • Sorge besteht auch um Ölanlagen als zentrale Einnahmequelle, etwa in Saudi-Arabien, wo es im Osten nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff zu einem Brand an einer Ölanlage kam.
Hisbollah-Miliz greift Israel an
  • Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz feuerte mehrere Raketen auf Israel ab.
  • Die Begründung: Vergeltung für die Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei.
  • Es war der erste Raketenangriff seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im November 2024.
Israel greift Ziele im Libanon an
  • Im Gegenzug startete Israel Angriffe auf Terrorziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut und anderen Gebiete des Landes.
  • Ziele sind Waffenlager und Infrastruktur der Hisbollah sowie ranghohe Mitglieder der Miliz, explizit auch Anführer Naim Kassim.
  • Rund 30 Menschen wurden nach libanesischen Angaben getötet und etwa 150 verletzt. Die Menschen haben Angst vor einem neuen Krieg, Familien flüchteten aus dem Raum Beirut. (mit ja)

Teheran

Trotz Angriffen: Iran mobilisiert zu Al‑Kuds‑Protesten

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan findet im Iran immer eine staatlich-inszenierte Großdemonstration gegen Israel statt. Die Führung rief die Bevölkerung auf, es dem »Feind« zu zeigen

 13.03.2026

Andenes

Kanzler Merz sieht keinen Anlass für Militäreinsatz in Straße von Hormus

Der französische Präsident treibt die Idee eines Militäreinsatzes zum Schutz von Öltankern und Handelsschiffen in der Straße von Hormus voran. Kanzler Merz ist da deutlich zurückhaltender

 13.03.2026

Washington D.C.

»Schaut mal, was heute mit diesen geistesgestörten Drecksäcken passiert«

»Wir verfügen über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit«, schreibt der amerikanische Präsident auf seiner Plattform Truth Social

 13.03.2026

Maskat

Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman

Woher die Drohnen kamen, war zunächst nicht bekannt. Trotz Vermittlungsbemühungen wurde der Oman mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe

 13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Paris

Nationaler Widerstandsrat will Übergangsregierung im Iran stellen

Die Gruppe exilierter Iraner will nach dem Sturz der Mullahs innerhalb von sechs Monaten Wahlen durchführen. Der Widerstandsrat ist jedoch höchst umstritten

 13.03.2026

Nahost

US-Tankflugzeug bei Einsatz im Irak abgestürzt

Vier der fünf Crew-Mitglieder starben

 13.03.2026

Incirlik

Iranische Rakete auf NATO-Stützpunkt in der Türkei abgefeuert

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung verstärkt die Allianz ihre Luftverteidigung in der Region. Ankara droht derweil dem Regime in Teheran

 13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026