Meinung

Immun gegen Rechts

Der Justizausschuss des Thüringer Landtags hat die Immunität des Fraktionschefs der Linkspartei, Bodo Ramelow, aufgehoben. Und damit ein politisches Zeichen gesetzt: Das Parlamentsorgan schließt sich der Dresdner Staatsanwaltschaft an, die Ramelow vorwirft, eine illegale Blockade mitorganisiert zu haben. Am 13. Februar war er, wie auch die Jüdische Gemeinde, dabei, als eine Demonstration von Rechtsextremisten verhindert wurde. Was Parlament und Staatsanwaltschaft zu stören scheint, ist der erfolgreiche zivilgesellschaftliche Protest gegen ungestörte Naziaufmärsche. Von denen pflegen Politik und Justiz sonst zu sagen, leider könnten sie sie nicht verhindern, man sei ja an die Gesetze gebunden. Das ist skandalös genug. Doch noch schwerer wiegt der Beschluss des Thüringer Parlamentsausschusses: Schließlich wurde vor 150 Jahren die Immunität von Abgeordneten durchgesetzt, damit deren politische Aktivitäten nicht kriminalisiert werden können. Sie im Fall von Ramelow aufzuheben, heißt: eine demokratische Errungenschaft über Bord zu werfen. Mit dem Effekt, dass Nazis ungestört bleiben.

Video

Aufruf zur Solidarität nach Angriff auf Restaurant

Nach dem Anschlag auf das israelische Restaurant »Eclipse« gehen die Ermittler von einem antisemitischen Motiv aus. Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Münchens ist vor Ort und appelliert an die Gesellschaft

von Jan Feldmann  10.04.2026

Halle

Fall Liebich: Tschechische Polizei will Auslieferungsantrag

In Deutschland und später auch europaweit war seit August 2025 nach der verurteilten Rechtsextremistin gesucht worden. Nun wurde sie in Tschechien gefasst. Wie es jetzt weitergehen soll

 10.04.2026

Weimer

Gericht untersagt Demo vor Buchenwald-Gedenkstätte

Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« darf nicht vor der Gedenkstätte protestieren. Was das Verwaltungsgericht Weimar zur Verknüpfung von Holocaustgedenken und aktuellen Konflikten sagt

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Bayern

Anschlag auf israelisches Lokal in München

Drei Einschläge an den Fenstern, laute Knalle: Unbekannte beschädigen ein israelisches Lokal in München. Der Staatsschutz ermittelt

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime gewaltsam begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Washington

Berichte: Iran bricht Kontakt mit US-Seite ab

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums droht US-Präsident Trump dem Iran mit harschen Worten. Laut Berichten zieht Teheran daraus Konsequenzen

 07.04.2026

New York

Russland und China stimmen gegen UN-Resolution zur Straße von Hormus

Seit dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran ist die Meerenge für die Handelsschifffahrt weitgehend blockiert. Eine UN-Resolution zur Entschärfung der Lage ist nun gescheitert

 07.04.2026

Washington

Trump: »Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen«

Mit Drohungen hat der US-Präsident bereits in den Tagen vor Ablauf seiner Frist versucht, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Nun legt er noch einmal nach

 07.04.2026