Bergen-Belsen

Im Gedenken an die Befreiung

Hier starben mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager. Foto: imago/imagebroker

Rund 50 Holocaust-Überlebende aus zehn Ländern werden am kommenden Wochenende zum Gedenken an die Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen bei Celle erwartet.

Zentrales Ereignis ist dabei eine Zeremonie am Sonntag um 11 Uhr vor der Gedenkstätte in Bergen-Belsen, wie die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten am Dienstag in Celle mitteilte. Hauptrednerin ist Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne).

Neben den Überlebenden haben rund 100 Angehörige ihr Kommen angesagt. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wird als Vorsitzender des Stiftungsrats ein Grußwort sprechen. Zu den Rednern bei der nicht öffentlichen Zeremonie gehört neben Vertretern der Überlebenden und des Zentralrats der Juden in Deutschland auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose.

Herkunft Die Überlebenden des Lagers stammen unter anderem aus Israel, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Polen sowie aus den USA, der Schweiz und der Slowakei. Sie sind nach Angaben der Stiftung zum großen Teil über 80 Jahre alt und waren als Kinder im KZ inhaftiert.

Viele von ihnen wollten bereits zum 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers am 15. April 2020 anreisen. Diese Feier wurde aber wegen Corona mehrfach verschoben. Nun steht der 77. Jahrestag im Blickpunkt.

Die Gäste werden bereits am Donnerstag (1. September) zu einem Abendessen in der Celler Congress-Union empfangen. In den Tagen darauf sind Rundgänge über das Gelände der KZ-Gedenkstätte sowie Möglichkeiten zur Begegnung geplant.

Staatsbesuch Am 6. September werden dann der israelische Staatspräsident Isaac Herzog und seine Ehefrau Michal Herzog zu einem Besuch in der Gedenkstätte erwartet. Sie werden von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender begleitet. Einzelne Personen aus dem Kreis der Überlebenden seien zu einem Gespräch mit den beiden Staatsoberhäuptern eingeladen, erläuterte die Stiftung.

Bergen-Belsen gilt bis heute weltweit ein Symbol für die Verbrechen der Deutschen in der NS-Zeit. Dort starben mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager. Sie fanden Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen vor. Zu den Todesopfern gehörte auch das jüdische Mädchen Anne Frank, deren Tagebuch weltbekannt wurde. epd

Berlin

Zentralrat der Juden: Linke lässt sich von Vanessa Emde auf der Nase herumtanzen

Josef Schuster: »Solange Positionspapiere nicht von konkreten personellen Konsequenzen auf jeder Ebene begleitet werden, nehme ich der Linken ihr Bekenntnis zum Kampf gegen Antisemitismus nicht ab«

von Imanuel Marcus  29.10.2026

Washington D.C.

Medien: Vance lotet mit Teheran Chance auf Verhandlungen aus

Berichten zufolge bereiten die USA und Israel neue Militärschläge gegen den Terrorsponsor Iran vor. Nun soll es neue Bemühungen um eine diplomatische Lösung geben

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

So geht es im Streit um Vanessa Emde weiter

Die Linke tut sich schwer, einen Umgang mit der israelfeindlichen Abgeordneten zu finden, die sich über Fraktionsentschlüsse hinwegsetzt. »Hier geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit«, heißt es aus der Partei

 28.10.2026

Berlin

Polizei: Aufrufe zu Gewalt verfangen derzeit nicht

Bundesweite Aufrufe zum Protesttag an Halloween: Nach gewaltsamen Demonstrationen in Frankreich stellt sich die Berliner Polizei auf einen Großeinsatz ein. Hinweise auf Plünderungspläne gibt es nicht

 28.10.2026

Nürnberg

Interaktives NS-Dokumentationszentrum öffnet

Nach fünf Monaten Probebetrieb wird das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg am kommenden Mittwoch feierlich eröffnet. Im Zentrum des Ausstellungskonzepts stehen Barrierearmut und ein multimediales Angebot

von Julia Riese  28.10.2026

Reaktion

Laschet: Chancen auf politische Versöhnung in Israel gestiegen

Der Ausgang der Wahl in Israel ist unklar - die Auszählung dauert an. Doch CDU-Außenpolitiker Armin Laschet äußert sich in einer ersten Einschätzung zuversichtlich

 28.10.2026