Lissabon

Israelisches Restaurant schließt nach antisemitischen Anfeindungen

Auch Lissabon verbreitet sich der Judenhass. Foto: picture alliance / imageBROKER

Das israelische Restaurant »Tantura« im Lissabonner Ausgehviertel Bairro Alto stellt seinen Betrieb nach zehn Jahren ein. Die Betreiber, ein israelisches Kochpaar, gaben bekannt, dass das Lokal am kommenden Samstag endgültig schließen wird. Als Grund nannten sie eine anhaltende Welle antisemitischer Anfeindungen, die ihre Arbeit zuletzt unmöglich gemacht habe.

In einer Erklärung in sozialen Netzwerken schilderten die Inhaber, sie seien in den vergangenen Jahren zunehmend Ziel von Angriffen geworden. Mit dem Krieg im Nahen Osten und einem spürbaren Anwachsen des Judenhasses habe sich die Lage weiter zugespitzt.

Immer wieder seien die Außenwände des Restaurants beschmiert worden. Diffamierungen im Internet, organisierte Kampagnen und Boykottaufrufe habe es ebenfalls gegeben. Ein Ort, der als Raum für Begegnung und Freude gedacht gewesen sei, habe sich in eine tägliche Kampfzone verwandelt.

Pro-Terror-Parolen an Fassaden

Das »Tantura« wurde vor rund zehn Jahren von den Köchen Elad Budenshtiin und Itamar Eliyahu eröffnet. Die Küche war von verschiedenen jüdischen Traditionen inspiriert und sollte die kulturelle Vielfalt Israels widerspiegeln. Der Name des Restaurants geht nach Angaben der Betreiber auf einen Strand in Israel zurück, der für sie eine persönliche Bedeutung hat.

Lesen Sie auch

Gerade dieser Name sei jedoch zum Ausgangspunkt einer aggressiven Kampagne geworden, erklärten sie. Aus falschen Behauptungen und provokanten Schmierereien habe sich schrittweise eine regelrechte Hasskampagne entwickelt.

Besonders im vergangenen Jahr kam es mehrfach zu gezielten Aktionen gegen das Lokal. Unter anderem wurden israelfeindliche Pro-Terror-Parolen an Fenster und Fassaden gesprüht. Die Betreiber betonten, sie seien keine politischen Akteure, sondern wollten mit Essen Menschen und Kulturen zusammenbringen – in einem Land, das sie bewusst als neue Heimat gewählt hätten.

Die Entscheidung zur Schließung bezeichnen Budenshtiin und Eliyahu als eine der schwersten ihres Lebens. Nach dem Aus für das Restaurant wollen sie sich zurückziehen und ein neues Projekt beginnen. Geplant ist nach eigenen Angaben der Wiederaufbau einer alten Quinta, eines Weinguts, um noch einmal neu anzufangen – fern von Anfeindungen, Stress und permanenter Bedrohung. im

Krieg

USA starten neue Angriffswelle gegen Iran

Die Vereinigten Staaten greifen das Mullah-Regime die zehnte Nacht in Folge an

 20.07.2026

CSD

Berlin: Antisemitismus in der queeren Szene nimmt zu

Erst nach parlamentarischen Anfragen veröffentlicht der Senat eine schon seit Monaten fertige Untersuchung zu Judenhass in der LGBTIQ-Community

von André Anchuelo  20.07.2026

Bericht

Brandenburg zählt 461 antisemitische Vorfälle im vergangenen Jahr

Sachbeschädigung, Bedrohung und Gewalt: In Brandenburg gibt es immer wieder antisemitische Vorfälle. Laut einem neuen Jahresbericht stagnieren diese Fälle auf einem hohen Niveau - doch die Enthemmung nehme zu

von Benjamin Lassiwe  20.07.2026

Photo by Al-Aqsa TV/UPI Photo via Newscom picture alliance

Gaza

Khalil al-Hayya wird neuer Hamas-Führer

Knapp zwei Jahre nach der Tötung ihres Anführers Yahya Sinwar durch die israelische Armee hat die radikalislamistische Hamas mit Khalil al-Hayya offenbar einen neuen Chef

 20.07.2026

New York/Jerusalem

Scharfe Kritik an Mamdani nach Ankündigung, Netanjahu festnehmen zu lassen

Aus dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten heißt es, Mamdani solle ich lieber »auf die Behebung des Schadens konzentrieren, den seine Politik New York zugefügt hat«

 20.07.2026

Washington D.C.

Demokraten kritisieren Trump nach Tod von US-Soldaten scharf

Erstmals seit Monaten verzeichnen die USA nach eigenen Angaben wieder Tote nach iranischem Beschuss. Die US-Demokraten reagieren darauf mit Kritik an Trump, doch der verteidigt seinen Krieg

 20.07.2026

Berlin

Humboldt-Universität will weiter mit Israel kooperieren

Die Berliner Humboldt-Universität ist gegen einen Boykott israelischer Hochschulen. Das Studierendenparlament hatte zuletzt einen Abbruch der Beziehungen gefordert

 20.07.2026

Terror

Ermittlungen enthüllen Hamas-Netzwerk in Europa

Das Geflecht erstreckt sich von Griechenland und Zypern über Österreich und Skandinavien bis nach Deutschland

 20.07.2026

Budapest

Premier Peter Magyar will Schachlegende Judit Polgár als Präsidentin

»Für mich persönlich wäre es ein großes Privileg und eine enorme Ehre, wenn sie diese Bitte annehmen würde«, sagt der Regierungschef

 20.07.2026