Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Die Täter sprayten Farbe auf den Food Truck und klebten eindeutige Aufkleber auf das Fahrzeug. Foto: Jaffa Freiburg

Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Das Fahrzeug wurde mit Farbsprays besprüht. Außerdem klebten die Täter palästinensische Terrorsymbole auf den Bus

 29.04.2026 15:14 Uhr

Der Betreiber des Freiburger Unternehmens »Jaffa Kosher Street Food« hat einen Anschlag auf seinen neuen Food Truck öffentlich gemacht. Nach eigenen Angaben wurde das Fahrzeug im Colombipark am Stadtgarten großflächig beschmiert. Zudem seien israelische Flaggen beschädigt und mit Stickern überklebt worden, die zur Intifada aufrufen.

Der Inhaber spricht von einer gezielten Attacke auf jüdisches Leben in der Stadt. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen, es habe am Morgen feststellen müssen, dass der erst kürzlich angeschaffte Truck massiv beschädigt worden sei.

»Weder handelt es sich um normale Sachbeschädigung noch um einen Zufall. Das war ein gezielter Angriff auf sichtbares jüdisches Leben in Freiburg«, hieß es.

Nicht der erste Vorfall

Nach Darstellung des Betreibers soll es bereits einen Tag zuvor eine auffällige Situation gegeben haben. Demnach sei das Team von einer Frau mit Burka gezielt gefilmt worden. Eine Kundin habe darauf aufmerksam gemacht. Als Mitarbeiter hinsahen, habe die Frau ihnen den Mittelfinger gezeigt. Einen Tag später sei es dann zu dem Angriff auf den Food Truck gekommen.

Laut Betreiber ist es nicht der erste antisemitische Zwischenfall. Innerhalb eines Jahres sei auch das zugehörige Jaffa-Restaurant bereits dreimal Ziel solcher Attacken geworden. Nun habe sich die Gewalt gegen das neue mobile Angebot gerichtet.

Lesen Sie auch

Der Betreiber schilderte seine persönliche Betroffenheit mit deutlichen Worten: »Ich stehe gerade davor und mir kommen die Tränen. Nicht wegen Farbe oder Aufklebern. Sondern weil es unerträglich ist, dass jüdisches Leben in Deutschland im Jahr 2026 wieder Ziel von Hass und Einschüchterung wird.«

Klare Reaktion angekündigt

Weiter erklärte er, dies geschehe »auch in Freiburg, auch mitten in unserer Stadt«.

Trotz des Angriffs kündigte das Unternehmen an, sich nicht einschüchtern zu lassen. »Wir werden uns nicht verstecken. Wir werden nicht leiser. Wir werden sichtbarer.«

In sozialen Medien zeigten User Solidarität mit dem Betreiber des Food Trucks. »Macht bitte trotzdem weiter. Ich freue mich schon auf das nächste Mal Essen bei Euch«, schrieb ein Kunde.

Allerdings reagierten auch israelfeindliche Kommentatoren: »Das hat mit Antisemitismus nichts zu tun! Es ist einfach nur peinlich wie dieses Wort rumgeworfen wird sobald man Kritik an Israel äußert«, schrieb eine Frau, die »Jaffa« darüber hinaus vorwarf, einen angeblichen »Völkermord« zu unterstützen. im

Berlin

Merz lehnt Apartheid-Vergleich von Israel entschieden ab

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Israel mit einem Apartheid-System verglichen. Merz widerspricht sehr deutlich

 18.06.2026

Washington

US-Vize Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Aus der israelischen Regierung wird Kritik laut – nicht nur am Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, sondern auch an Präsident Trump. Dessen Vize kann mit damit allerdings gar nichts anfangen

 18.06.2026

Kommentar

Nimm die Wahrheit an, von wem auch immer sie gesagt wurde

Bisweilen wirkt die Debatte um KI-generierte Texte absurd. Denn die Qualität eines Arguments sollte entscheidender sein als sein Urheber

von Leeor Engländer  18.06.2026

Meinung

Wie Höcke die AfD zur Abrissbirne der Demokratie machen will

Die jüngsten Aussagen des Thüringer AfD-Chefs zeigen einmal mehr, wes Geistes Kind Björn Höcke ist und was er mit Deutschland vorhat: nichts Gutes

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Wirtschaft

Weiter wenig Schiffsverkehr durch Straße von Hormus

Vor dem Krieg passierten täglich Hunderte Schiffe die Meerenge. Dann kam der Verkehr weitgehend zum Erliegen, weil der Iran Reedern drohte. Kommt nach der Einigung mit den USA ein Aufschwung?

 18.06.2026

Interview

»Die Anständigen sind zu leise«

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) über Antisemitismus, wachsende Zustimmung zur AfD und die Rolle sozialer Medien

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Bremen

Acht Meter breite Parolen an Schulen gesprüht

Unbekannte haben zwei Schulzentren im Bremer Stadtteil Walle mit großflächigen Farbschmierereien beschädigt. Sie schrieben unter anderem »FCK ISRAEL« und »Free Palestine«

 18.06.2026

Rias-Antisemitismusbericht

Bitterer Alltag

Manchmal sind es Gesten, manchmal Pöbeleien, manchmal übelste Drohungen und Gewalt: Jüdinnen und Juden erleben in Deutschland täglich Feindseligkeit. Was tut die Gesellschaft?

von Verena Schmitt-Roschmann  18.06.2026