Potsdam

Hitler im Landtag

Umstrittene Bilder: Porträts von Lutz Friedel Foto: dpa

Der Brandenburger Landtag, dessen Neubau am Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt wird, zeigt eine Ausstellung mit 112 Bildern und 13 Holzskulpturen des Berliner Künstlers Lutz Friedel. »Ich! Meine Selbstporträts zwischen 1635 und 2003« heißt sie, und gezeigt werden Personen wie Helmut Schmidt oder Anne Frank – allerdings auch verfremdete Porträts von Adolf Hitler, Joseph Goebbels oder Josef Stalin.

Das kritisiert der Zentralrat der Juden. »Es ist hier ein fahrlässiges Spiel mit dem Bösen, das immer noch viel zu viele Leute als allzu billigen Triumph erachten«, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. »Vom Landtag in Potsdam erwarte ich jedoch mehr politisches Fingerspitzengefühl.« Auch in der Kunst dürften Gefühle »nicht mit Füßen« getreten werden.

Problematisch Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte in der Bild-Zeitung, »dass die Bilder eine bessere Erklärung verlangen«. Die CDU-Fraktion findet »Bilder von Hitler und Stalin in einem Parlament unerträglich«, wie der Abgeordnete Ingo Senftleben sagte. Auch die Kulturstaatsministerin der Bundesregierung, Monika Grütters (CDU), hält die Bilder »in einem Parlamentsgebäude für außerordentlich problematisch«.

Zu den Kritikern gehört auch der Direktor des Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, Julius H. Schoeps, der mehr Sensibilität vom Landtag fordert. Gleichwohl rät Schoeps zur Gelassenheit: »Wie sagte doch der Preußenkönig Friedrich: tiefer hängen.«

»Bilderstürmerei« Für die Linke sagte die Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große: »Ich will nicht mehr in einem Land leben, wo irgendwer bestimmt, welche Bilder aufgehängt werden und welche nicht.« SPD-Fraktionschef Klaus Ness sprach von einem »medialen Sturm«, der nicht zu »Bilderstürmerei« führen dürfe.

Entsprechend entschied sich das Landtagspräsidium am Mittwoch gegen die Stimmen der CDU für die Ausstellung. Ergänzend sollen Informationstafeln mit Erläuterungen zur Verfügung stehen.

Mit der Ausstellung im Landtag ist das Museum für Junge Kunst in Frankfurt/ Oder betraut. Die Kuratorin Brigitte Rieger-Jähner verteidigt ihre Schau: »Wenn Kunst nicht gut ist, provoziert sie nicht.« Lutz Friedel selbst sagt, er lege Wert darauf, dass es sich nicht um Porträts, sondern um eine künstlerische Auseinandersetzung mit sich selbst handele. Das umstrittene Hitler-Bild trage nicht umsonst den Titel »Selbst als Helge Schneider als Hitler«.

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026

USA

Amerikas nächster Präsident?

Rahm Emanuel gilt als Hoffnungsträger der Demokraten und steht für einen Kurs der Mitte – sowohl in innenpolitischen Fragen als auch im Verhältnis zu Israel. Eine Annäherung

von Joshua Schultheis  20.08.2026

München

Knobloch in Zeiten von Judenhass: »Ich habe mich getäuscht«

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden spricht offen über ihre Enttäuschung: Warum die Reaktion auf das Hamas-Massaker ihr nicht genügt und der Judenhass sie tief erschüttert

 20.08.2026

Florida

Nach antisemitischen Angriffen: »Hebräischer Hammer« gewinnt Vorwahl

Der jüdische Abgeordnete Randy Fine, ein republikanischer Israel-Unterstützer, setzt sich gegen den Antisemiten Dan Bilzerian durch

 20.08.2026

Berlin

Medienbericht: Andreas Franck will nicht Antisemitismusbeauftragter werden

Das Bundesinnenministerium wollte die Absage Francks auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren

 20.08.2026

Mar del Plata

Argentinien entlässt Bundesrichter wegen antisemitischer Äußerungen

Der Justizrat sieht einen schweren Verstoß gegen die für Richter geltenden Anforderungen an Anstand und Unparteilichkeit

 20.08.2026

München

Brandanschlag auf jüdisches Gemeindezentrum: Hinweise auf deutschen Täter verdichten sich

56 Jahre nach dem tödlichen Anschlag in der Reichenbachstraße 27 legen die Ermittler einen neuen Erkenntnisstand vor

 20.08.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt AfD-geführte Regierung im Osten ab

Die zumindest in Teilen rechtsextremistische Partei kann bei den Landtagswahlen im Osten mit hohen Stimmanteilen rechnen. Die Möglichkeit, dass sie im Anschluss einen Ministerpräsidenten stellen könnte, stößt überwiegend auf Ablehnung

 20.08.2026