Magdeburg

Halle-Untersuchungsausschuss hört auf

Schild am Haupteingang des Landtags von Sachsen-Anhalt in Magdeburg Foto: imago images/Dirk Sattler

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat die Arbeit des Untersuchungsausschusses zum antisemitischen Anschlag am 9. Oktober2019 in Halle für beendet erklärt. Abgeordnete von CDU, Grünen, Linken und SPD erklärten am Mittwoch in Magdeburg, der von der AfD-Fraktion und einem fraktionslosen Abgeordneten beantragte Ausschuss wäre nicht nötig gewesen.

KIRITK AN AFD Henriette Quade (Linke) sagte, es sei von Beginn an klar gewesen, dass der Ausschuss nicht geeignet gewesen sei, den Anschlag aufzuarbeiten. Die AfD habe das Gremium benutzt, »um sich in widerlicher Weise als Beschützer von Jüdinnen und Juden zu inszenieren«. Teile der Fraktion verträten die gleiche Ideologie wie der rechtsextreme Attentäter, sagte Quade.

Rüdiger Erben (SPD) erklärte, was die AfD in dem Gremium getan habe, sei eine Verhöhnung der Opfer gewesen. Der Auftrag an den Ausschuss sei mangelhaft gewesen. Fragen nach der Radikalisierung rechtsextremer Täter im Internet hätten vertieft werden sollen.

RECHTFERTIGUNG Sebastian Striegel (Grüne) sagte in Richtung der AfD: »Sie geben dem Attentäter mit ihrem Handeln und politischen Tun die Rechtfertigung für das, was er getan hat. Sie sind ein Haufen von Antisemiten und Rassisten.«

Der AfD-Abgeordnete Robert Farle sagte, der Ausschuss habe herausfinden wollen, wie Menschenleben hätten geschützt werden können. »Mit diesem antisemitischen Quatsch« habe seine Partei nichts zu tun. epd

Einspruch

Das Problem mit dem Zivildienst

Rebecca Seidler sieht bei einer möglichen Rückkehr der »Zivis« viele Vorteile – und eine große Herausforderung

von Rebecca Seidler  26.08.2026

Meinung

Mehr Schutz durchs Grundgesetz

Was für die LGBTIQ-Gemeinschaft zutrifft, sollte auch für den Schutz jüdischer Identität gelten

von Susanne Krause-Hinrichs  26.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

RIAS-Jahresbericht

Mehr antisemitische Vorfälle in Thüringen

Gewaltandrohungen und Angriffe gab es vor allem im öffentlichen Raum

 26.08.2026

Kiel

Schleswig-Holstein setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Jüdinnen und Juden im nördlichsten Bundesland sind verunsichert. Die Landesregierung beschließt nun einen Aktionsplan gegen Judenhass

 26.08.2026

Interview

»Der politische Islam will die Gesetze im Sinne der Scharia verändern«

Der Investigativjournalist Sascha Adamek über die stetige islamistische Unterwanderung der Gesellschaft

von Ninve Ermagan  26.08.2026

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Exklusiv-Interview

»Anders als Hitler ist die AfD nicht kriegslüstern«

Der Historiker und Bestsellerautor Götz Aly über die Radikalisierung des NS-Regimes, Vergleiche zwischen dem Ende der Weimarer Republik mit der heutigen Zeit und die Sinnhaftigkeit eines AfD-Verbots

von Michael Thaidigsmann  25.08.2026

Parteien

Umfrage: So denken die Deutschen über die AfD

Brandmauer? Parteiverbot? Das Insa-Institut hat nachgefragt

 25.08.2026