Teheran

Hacker kapern iranisches TV und senden Erklärung von Reza Pahlavi

Reza Pahlavi Foto: picture alliance / REUTERS

Unbekannte Hacker haben die Satellitenübertragung des iranischen Staatsfernsehens gestört und zeitweise Inhalte ausgestrahlt, die den im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi unterstützen. Die Aktion ereignete sich am Sonntagabend und wurde in mehreren Landesteilen empfangen, wie online verbreitete Aufnahmen zeigen.

Während der Übernahme waren Videosequenzen Pahlavis zu sehen, ergänzt durch Bilder uniformierter Sicherheitskräfte. In eingeblendeten Botschaften wurde behauptet, einzelne Einheiten hätten ihre Waffen niedergelegt und sich der Bevölkerung angeschlossen. Belege dafür wurden nicht vorgelegt. Eine Einblendung richtete sich direkt an Militär und Sicherheitsdienste: »Richtet eure Waffen nicht gegen das Volk. Schließt euch der Nation an – für die Freiheit Irans.«

Auch Pahlavi selbst kam in der manipulierten Übertragung zu Wort. »Ich habe eine besondere Botschaft für das Militär. Ihr seid die nationale Armee Irans, nicht die Armee der Islamischen Republik«, sagte er. Weiter erklärte er: »Ihr habt die Pflicht, euer eigenes Leben zu schützen. Euch bleibt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an.«

Harte Repressionswelle

Die staatliche Rundfunkanstalt Islamic Republic of Iran Broadcasting (IRIB), die ein Monopol über Radio- und Fernsehausstrahlungen im Land besitzt, räumte eine Störung ein. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars zitierte eine Erklärung, wonach das Signal in »einigen Regionen des Landes kurzzeitig von einer unbekannten Quelle gestört« worden sei. Zu den ausgestrahlten Inhalten äußerte sich der Sender nicht.

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Das Büro des Ex-Kronprinzen bestätigte die Ausstrahlung der Bilder, ließ jedoch offen, wer für den Angriff auf die Übertragung verantwortlich war. In sozialen Netzwerken kursierten derweil Videos der Störung, offenbar aufgenommen von Zuschauern außerhalb Irans oder mithilfe von Satelliteninternet, das die staatlichen Internetsperren umgeht.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund massiver Proteste im Iran und einer besonders harten Repressionswelle. Menschenrechtsaktivisten sprechen von mindestens 3919 Toten seit Beginn der Niederschlagung der Demonstrationen. Die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen, da die Behörden den Internetzugang im Land weitgehend unterbunden haben.

Rückkehr der Monarchie

Zugleich verschärfen sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt zwei rote Linien genannt: die Tötung friedlicher Demonstranten sowie Massenhinrichtungen im Anschluss an die Proteste. Parallel dazu verlegte die US-Marine einen Flugzeugträger aus dem Südchinesischen Meer über die Straße von Malakka in Richtung Naher Osten.

Die Störung der iranischen Fernsehausstrahlung reiht sich in frühere Vorfälle ein. Bereits 2022 waren mehrere Kanäle gekapert worden, um Aufrufe oppositioneller Gruppen und Drohungen gegen Irans obersten Führer Ali Chamenei zu senden. Schon 1986 hatte es nach Medienberichten eine geheime Ausstrahlung gegeben, bei der Unterstützer Pahlavis kurzzeitig staatliche Signale überlagerten.

Reza Pahlavi lebt seit dem Sturz seines Vaters, Schah Mohammad Reza Pahlavi, infolge der Islamischen Revolution 1979 im Exil. Wie groß seine tatsächliche Unterstützung innerhalb des Iran ist, bleibt umstritten. Bei den jüngsten Protesten waren allerdings vereinzelt Rufe zu hören, die eine Rückkehr der Monarchie forderten.

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