Olympia 2012

Gedenken in London

Symbol der Trauer Foto: cc

Wenige Stunden vor der Olympia-Eröffnungsfeier hat die israelische Botschaft in London am Freitagmittag der Opfer des palästinensischen Attentats von München 1972 gedacht. Die Zeremonie in Anwesenheit von Botschafter Daniel Taub endete mit einer Schweigeminute für die elf ermordeten Mitglieder der israelischen Mannschaft. An der »Minute for Munich«-Aktion der British Zionist Federation nahmen zahlreiche Menschen in der Olympiastadt teil, unter anderem versammelten sich 2.000 Unterstützer auf dem Trafalgar Square.

Ablehnung Das IOC, das Internationale Olympische Komitee, hat sich bis zuletzt geweigert, der Bitte der Hinterbliebenen und der israelischen Regierung – zuletzt auch unterstützt von US-Präsident Barack Obama – nach einer Gedenkminute bei der Eröffnungsfeier nachzukommen. »Wir werden zusammen mit dem Nationalen Olympischen Komitee Israels am 6. August in London der Athleten gedenken. Außerdem gibt es eine Zeremonie am 5. September, dem Jahrestag des Attentats, auf dem Militärflughafen in Fürstenfeldbruck«, hatte IOC-Präsident Jacques Rogge beschieden. Auch Thomas Bach, Vizepräsident des IOC und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hat eine Schweigeminute im Rahmen der Eröffnungszeremonie abgelehnt.

Witwen der Opfer, Ankie Spitzer and Ilana Romano, haben das Publikum der Eröffnungsfeier unterdessen aufgefordert, sich während der Rede von IOC-Chef Jacques Rogge dennoch im stillen Gedenken an die Opfer zu erheben.

Palästinenser Jibril Rajoub, der Vorsitzende des palästinensischen Olympischen Komitees, hat dem IOC in einem Brief für dessen ablehnende Haltung gedankt. Sport sei eine Brücke zu Liebe, Einheit und der Verbreitung von Frieden unter den Nationen, schrieb Rajoub. Sport dürfe keinen Grund für Zwietracht und die Verbreitung von Rassismus sein. Rajoub ist Fatah-Mitglied und war früher Sicherheitschef der Palästinensischen Autonomiebehörde. Er war selbst an verschiedenen terroristischen Aktivitäten beteiligt, wurde 1970 von Israel zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. ja

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert