Geschichte

Gedenken in Buchenwald

Das Ausmaß des Leids der Sinti und Roma im Konzentrationslager Buchenwald ist nach Auffassung der Thüringer Landesregierung viel zu lange unbeachtet geblieben.

Fast 40 Jahre habe es gedauert, bis die an ihnen begangenen Verbrechen in der Bundesrepublik als Völkermord anerkannt wurden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) beim Gedenken zum 78. Jahrestag der Befreiung des KZ am Sonntag in der Gedenkstätte bei Weimar. Buchenwald zwinge wie kaum ein zweiter Ort in Thüringen zu Scham und Demut im Angesicht der Menschheitsverbrechen, die dort im Namen einer verblendeten Rassenideologie begangen worden seien.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»Dass wir heute eine lebendige Erinnerungskultur zur NS-Terrorherrschaft pflegen, verdanken wir auch dem unerschütterlichen Engagement und Selbstbehauptungswillen der Sinti und Roma«, sagte der Ministerpräsident. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen hätten sie die lange bestehende Mauer des Schweigens durchbrochen und auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma rief die staatlichen Institutionen dazu auf, den Antiziganismus als Gefahr ernstzunehmen. In ganz Europa würden rechtsextreme sowie nationalistische Gruppen und Parteien offen gegen Rechtsstaat und Minderheiten hetzen, hieß es in der Rede des Zentralratsvorsitzenden Romani Rose. Weil Rose krankheitsbedingt nicht selbst teilnehmen konnte, wurde die Ansprache von seinem Stellvertreter Jacques Delfeld verlesen.

Der Zentralrat betonte, 2022 seien in Deutschland 145 Straftaten gegen Angehörige von Sinti und Roma erfasst worden. Es sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Daher habe der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begonnen, eine bundesweite Melde- und Informationsstelle gegen Antiziganismus aufzubauen. »Die Erinnerung an die Geschichte des Nationalsozialismus ist eine wichtige Voraussetzung, um die Gefahren für unseren Staat rechtzeitig erkennen«, hieß es in Roses Rede.

Nach Angaben der Gedenkstätte spielen Weimar und Mittelbau-Dora neben Bergen-Belsen eine zentrale Rolle in der NS-Erinnerungskultur der Sinti und Roma. Alleine nach Buchenwald seien rund 3500 Sinti und Roma verschleppt worden, hieß es.

Dem Gedenken war ein gemeinsamer Rundgang über das Lagergelände vorangegangen, bei dem Vertreter der Zivilgesellschaft ihre Beträge zur Gedenkarbeit vorstellten. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, betonte die Bedeutung der Vereine und Initiativen für die weitere Erinnerungsarbeit. Bald werde der letzte Zeitzeuge verstorben sein, sagte er. Dann sei es umso wichtiger, dass das Gedenken an die NS-Verbrechen auch stärker von der Gesellschaft getragen werde. Nur noch elf hochbetagte Überlebende kamen zur diesjährigen Gedenkfeier.

Bei den Feierlichkeiten wurde auch eine Gedenktafel für die US-Armee enthüllt. Sie würdigt deren Leistungen in der Zeit nach der Befreiung Buchenwalds am 11. April 1945, als tausende völlig entkräftete Überlebende von den US-Soldaten versorgt wurden.

New York

Die US-Linke ist besessen von Palästina – nun frisst die Revolution ihre eigenen Kinder

Zohran Mamdanis Aufstieg hat in der Demokratischen Partei einen Linksruck ausgelöst. Längst ist der Bürgermeister der US-Metropole mit seiner zweifelhaften Anti-Israel-Rhetorik zur Ikone der Palästina-Bewegung in Amerika geworden. Nun wird er Teilen des eigenen Lagers zu weich

von Jan Klauth  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026

Großbritannien

Premier Burnham: Iran steckt hinter geplantem Angriff auf US-Militärbasis

Mehrere Männer werden verdächtigt, einen Anschlag auf einen Militärstützpunkt in Großbritannien geplant zu haben. Nun sagt der britische Premier: Das waren die iranischen Revolutionsgarden

 13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026

Mitglieder der JSUD vor dem Eingang zum Synagogenhof der Jüdischen Gemeinde Halle

Sachsen-Anhalt

So instrumentalisiert die AfD den Eklat von Halle

AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider geriert sich als Opfer »fanatisierter Studenten«. Eine Einordnung

von André Anchuelo  12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026