Einspruch

Ganz großes Tennis

Für einen Sportverband sind das ungewöhnliche Worte: »Als eine Einrichtung, die den Staat Israel und seine Werte vertritt«, heißt es beim israelischen Tennisverband (ITA), »stellen wir uns mit Stolz gegen alle, die sich weigern, die Bedeutung der jüdischen Tradition anzuerkennen.«

Hintergrund ist, dass Israels Davis-Cup-Team Mitte September in Belgien in der sportlich hochwertigen Weltgruppe antritt. Doch einer der drei Tage, an denen in Antwerpen gespielt werden sollte, ist Jom Kippur. Die ITA hatte schon frühzeitig um eine Verlegung gebeten, doch die belgischen Veranstalter stellten sich quer.

jom kippur Nun hat der Tennis-Weltverband entschieden: Gespielt wird um Jom Kippur herum, nicht am Feiertag selbst. Und die ITA muss 10.000 Euro zahlen – nicht als Strafe, sondern wegen der Unannehmlichkeiten, die die leichte Verschiebung den belgischen Organisatoren bereitet.

Selbstverständlich muss, wer im Weltsport dabei sein will, Kompromisse schließen. Und Spitzensport an Jom Kippur ist kein neues Phänomen: Im amerikanischen Baseball etwa sind Profis wie Hank Greenberg und Sandy Koufax zu Legenden geworden, weil sie, statt bei den World Series zu spielen, in die Synagoge gingen. Hätten sie anders entschieden, es wäre ihre individuelle Entscheidung gewesen.

weltsport Doch die Haltung der ITA war richtig und alternativlos. Gerade weil es um das Ansehen des jüdischen Staates im Weltsport geht, durfte – bei aller notwendigen Bereitschaft zum Kompromiss – der Respekt vor Jom Kippur nicht zur Disposition stehen.

Eines fällt jedoch auf: Der Weltsport ist christlich geprägt; ein großes WM-Finale am Karfreitag beispielsweise wäre undenkbar. Die Selbstverständlichkeit, dass bestimmte Terminansetzungen aus Respekt vor einer Weltreligion nicht stattfinden können, darf jedoch nicht nur für das Christentum gelten. Die ITA hat erklärt, sie hätte die 10.000 Euro lieber in die Jugendförderung gesteckt, statt sie nach Belgien zu überweisen. Damit hat sie natürlich recht, aber als Preis für künftige Anerkennung ist das Geld schon sehr gut investiert.

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  02.01.2026

Kommentar

Der Edelpilz, der keiner ist

New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani hat bereits die Anerkennung der IHRA-Definition durch die Stadtverwaltung und das Boykottverbot gegen Israel aufgehoben

von Louis Lewitan  02.01.2026

Iran

Massenproteste: Trump droht Mullah-Regime mit Intervention

Der US-Präsident hat die Regierung in Teheran davor gewarnt, auf Demonstranten zu schießen oder sie sogar zu töten

 02.01.2026

Kommentar

Berlin liebt dich nicht

Niemand will Berlins alljährlichen Böllerkrieg. Außer die, die durchknallen, und die, die daran verdienen

von Sophie Albers Ben Chamo  01.01.2026

Terror

Warum?

Die nichtjüdische Deutsche Carolin Bohl wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas brutal ermordet. Hier nimmt ihre Mutter Abschied von der geliebten Tochter

von Sonja Bohl-Dencker  31.12.2025

Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll ein größeres Bild in den Dialog der Erinnerungskultur bringen

 31.12.2025

Rohstoffe

Wandel durch Handel

Der Erdgasdeal zwischen Israel und Ägypten hat auch eine sicherheitspolitische Dimension

von Sabine Brandes  31.12.2025

Arlington (Virginia)

USA genehmigen Milliardenauftrag: Neue F-15-Kampfjets für Israel

Der Vertrag umfasst die Entwicklung, Integration, Erprobung, Produktion und Lieferung von zunächst 25 neuen Maschinen

 30.12.2025

Meinung

Solidarität mit Somaliland

Sabine Brandes findet Israels Anerkennung der Demokratie am Horn von Afrika nicht nur verblüffend, sondern erfrischend

von Sabine Brandes  30.12.2025