Großbritannien

Freigelassener Demokratie-Aktivist rief zum Mord an »Zionisten« auf

Alaa Abdel Fattah nach seiner Freilassung aus einem ägyptischen Gefängnis Foto: picture alliance/dpa

Wegen antisemitischer Äußerungen ist in Großbritannien eine hitzige Debatte über den britisch-ägyptischen Demokratie-Aktivisten Alaa Abdel Fattah ausgebrochen. Erst vor wenigen Tagen war der 44-Jährige nach jahrelanger Haft in Ägypten in London angekommen.

Die Regierung in London hatte sich jahrelang für seine Freilassung aus ägyptischer Haft eingesetzt, doch die nun in den Fokus der Öffentlichkeit getretenen Äußerungen aus mehr als zehn Jahre alten Social-Media-Posts werfen ein negatives Licht auf den Aktivisten. Medienberichten zufolge soll er etwa zur Tötung von Israelis und »Zionisten« sowie Polizeibeamten aufgerufen haben. Abdel Fattah entschuldigte sich »uneingeschränkt« für einige der Posts. Andere hingegen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, zitierte die Nachrichtenagentur PA aus einer Mitteilung des Aktivisten.

Er zählte zu den Führungsfiguren der Revolution von 2011 in Ägypten, die Langzeitherrscher Husni Mubarak zu Fall brachte. 2013 wurde er beim Protest gegen ein verschärftes Demonstrationsgesetz festgenommen und saß seitdem fast durchgehend im Gefängnis. Seine Familie bezeichnete die Vorwürfe der Verbreitung von Falschnachrichten als politisch motiviert. Im September wurde er überraschend begnadigt und dann freigelassen.

Opposition fordert Passentzug und Abschiebung

Der innenpolitische Sprecher der Konservativen Partei, Chris Philp, bezeichnete Abdel Fattah in einem Interview des Radiosenders BBC 4 als »widerwärtigen Drecksack« und forderte die Labour-Regierung auf, ihm die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Philp forderte zudem, Abdel Fattah solle nach Ägypten abgeschoben werden. Die britische Staatsbürgerschaft hatte er allerdings 2021 unter einer konservativen Regierung erhalten, die sich stets für seine Freilassung einsetzte. Abdel Fattahs Mutter wurde in Großbritannien geboren. 

 In einer Regierungsmitteilung hieß es zunächst nur, man verurteile die »historischen Tweets« von Abdel Fattah und betrachte sie als verabscheuungswürdig. Noch am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte sich Premierminister Keir Starmer in einer Mitteilung auf X »hocherfreut« gezeigt über Abdel Fattahs Ankunft in Großbritannien und dessen Freilassung als Priorität seiner Regierung bezeichnet.

Beirut

Israel: Haben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026