Aufarbeitung

Französische Entnazifizierungs-Dokumente erstmals online abrufbar

Abrufbar sind nun sind beispielsweise Personalakten über den späteren Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, den Philosophen Martin Heidegger, die Filmregisseurin Leni Riefenstahl und Dokumente über den 1944 als NS-Stadtkommandant von Paris eingesetzten deutschen General Dietrich von Choltitz.

Bislang nur sehr schwer einsehbare Akten zur Entnazifizierung im deutschen Südwesten sind ab jetzt online abrufbar. Dabei geht es um rund 1,5 Millionen Seiten, wie das Diplomatische Archiv in Frankreich und das Landesarchiv Baden-Württemberg am Mittwoch in Freiburg mitteilten.

»Die Quellen versprechen neue Erkenntnisse zur Geschichte Baden-Württembergs während des Nationalsozialismus bis in die unmittelbare Nachkriegszeit«, sagte Landesarchiv-Präsident Gerald Maier. Enthalten sind beispielsweise Personalakten über die Filmregisseurin Leni Riefenstahl, über den Philosophen Martin Heidegger und über den späteren Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

Deutsch-französische Kooperation

Die Dokumente stammen aus dem sogenannten Entnazifizierungsverfahren der französischen Behörden nach dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt sind Akten zu rund 230.000 befragten Personen erhalten. Ein Teil davon, etwa 7.000, liegen nicht im baden-württembergischen Staatsarchiv, sondern in Paris. Diese Bestände sind nun erstmals digital abrufbar. »Für die personenbezogene Erforschung der NS-Zeit ist das ein großer Gewinn«, sagte Landeswissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne).

Die Personalakten enthalten meist einen Fragebogen mit Selbstauskünften, häufig auch Rechtfertigungen, Zeugenaussagen und - wenn es zu einem Verfahren kam - die Entscheidungen der Entnazifizierungskommission. Manche Akten enthalten nur wenige, andere mehr als 100 Seiten.

Personalakte des Buchenwald-KZ-Arztes

In der Akte von Leni Riefenstahl, die ab 1946 in Königsfeld im Schwarzwald wohnte, ist dokumentiert, wie sie zunächst als »nicht betroffen«, später dann auf Betreiben der französischen Behörden als »Mitläuferin« des NS-Regimes eingestuft wurde.

Neu digitalisiert wurden beispielsweise auch die Personalakten des Lagerarzts des KZ Buchenwald, Waldemar Hoven, des Leiters der Straßburger NS-Geheimpolizei Gestapo Julius Gehrum oder Dokumente über den 1944 als NS-Stadtkommandant von Paris eingesetzten deutschen General Dietrich von Choltitz.

Wien

14 Aktivisten bei Anti-Israel-Demo festgenommen

Vor Beginn des ESC-Finales gab es mehrere Demonstrationen gegen Israels Teilnahme

 17.05.2026

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert Sicherheit mit Andreas Büttner

 15.05.2026

Belgien

Uni-Rektorin: »Haben bereits viele Partnerschaften verloren«

Die Besetzer verlangen einen vollständigen Boykott Israels und wollen weitermachen - obwohl die Uni-Leitung ihnen nun erneut entgegenkam

von Michael Thaidigsmann  15.05.2026

USA

Gericht setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus

Ein Richter in Washington hat Sanktionen der Trump-Regierung gegen die UN-Berichterstatterin vorerst gestoppt. Die USA werfen ihr Voreingenommenheit und Antisemitismus vor

 15.05.2026

London

König Charles besucht Opfer der Messerattacken in Golders Green

Der Monarch spricht auch mit dem 76-jährigen Norman Shine, der im April bei einer antisemitisch motivierten Mersserattacke an einer Bushaltestelle am Hals verletzt worden war

 15.05.2026

Würzburg

Schuster sieht Gleichgültigkeit bei Judenhass - Zivilcourage gefragt

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, warnt vor einem Wegsehen bei Antisemitismus in Deutschland. Und gibt konkrete Tipps, wie man auf judenfeindliche Sprüche reagieren sollte

 15.05.2026

Peking

Trump erhöht Druck auf Iran

»Ich werde nicht mehr besonders lange geduldig sein«, sagt der amerikanische Präsident

 15.05.2026

Spanien

FC Barcelona distanziert sich von Jungstar Yamal – Entschuldigung an israelische Fans

»Wir möchten betonen, dass der betreffende Moment im Vorfeld von keiner mit dem FC Barcelona verbundenen Partei geplant war«, schreibt der Verein auf Hebräisch

 15.05.2026

Bern

Mengele-Akten endlich öffentlich

Der Schweizer Nachrichtendienst blockierte den Zugang zu diesen Unterlagen jahrzehntelang. Nun wird diese Sperre aufgehoben

von Nicole Dreyfus  14.05.2026