Teheran

Expertin: Irans Führung kämpft im Krieg ums Überleben

Azadeh Zamirirad Foto: picture alliance / HMB Media

Der israelisch-amerikanische Krieg gegen den Iran wird von der Führung in Teheran nach Einschätzung einer Expertin als Überlebenskampf betrachtet. Das erkläre auch, warum die iranischen Streitkräfte ihre Angriffe auf Golfstaaten eskalieren, sagte Azadeh Zamirirad in einem Podcast der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). »Was wir sehen, ist, dass Teheran versucht, ganz massiv die Kosten für alle Beteiligten in die Höhe zu treiben - nicht nur für die Kriegsparteien.«

Israel hat inzwischen Dutzende hochrangige Offiziere und Politiker getötet, darunter Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei am ersten Kriegstag Ende Februar. Zamirirad sieht die Staatsführung jedoch nicht vor einem Zusammenbruch. »Bislang gibt es keinen Grund anzunehmen, dass dieses System politisch oder militärisch vor dem Kollaps steht«, sagt die Politikwissenschaftlerin. Zu beobachten sei, dass die Kommandoebenen des Militärs auf die gezielten Tötungen vorbereitet gewesen seien.

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Den entscheidenden Impuls habe der Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr gebracht, erklärte Zamirirad. So sei die Macht auf mehr Schultern verteilt worden – politisch etwa durch die Stärkung der Kompetenzen von Provinzgouverneuren sowie im Militärapparat. »Wir sehen, dass die Kräfte, die vorher schon einflussreich waren, allen voran die paramilitärischen Revolutionsgarden, noch stärker und mächtiger geworden sind.«

Ob weitere »Enthauptungsschläge« den von den USA und Israel angestrebten Machtwechsel ermöglichen, sieht Zamirirad mit Skepsis. »Dann laufen wir eher auf ein Szenario zu, in dem wir verschiedene Milizen und einflussreiche Teile des Sicherheitsapparates erleben, die möglicherweise miteinander konkurrieren«, sagte sie. Auch dies sei keine langfristige Strategie, wenn man versuche, autoritäre Herrschaft in diesem System zu brechen.

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