Meinung

Ein Sinto im Bundestag

Am 27. Januar wird erstmals in der noch relativ kurzen Geschichte des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ein Sinto vor dem Deutschen Bundestag sprechen. Zoni Weisz heißt er. Der heute 72-Jährige konnte dem Tod in der Gaskammer, den die Nazis für ihn vorgesehen hatten, nur entkommen, weil ein niederländischer Polizist ihm zur Flucht verhalf. Er lief fort, während seine Eltern, Geschwister und Verwandte im Zug des »Zigeunertransports« bleiben mussten. Sie wurden in Auschwitz ermordet. Mit der Rede von Zoni Weisz, der heute in den Niederlanden als Florist und Blumenkünstler arbeitet, werden endlich die Sinti und Roma geehrt, die mehr als andere Opfergruppen des braunen Terrors heute noch Diskriminierung ausgesetzt sind und oft vergeblich auf staatliche Unterstützung hoffen. Mit dieser Auszeichnung eines Sinto wird einmal mehr die Monstrosität des Holocaust deutlich: Der viel zu erfolgreiche Versuch, das europäische Judentum auszurotten, wurde flankiert von den gleichfalls viel zu erfolgreichen Versuchen, alles Leben auszulöschen, das als undeutsch galt. Zoni Weisz hat überlebt und spricht darüber. Wir werden ihm aufmerksam zuhören.

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

AfD-Verbot

»Wachkitzeln von Gewalt- und Mordphantasien«

Der Historiker und NS-Forscher Götz Aly, der mit Blick auf die AfD bislang vor überzogenen Vergleichen mit dem Nationalsozialismus und der NSDAP gewarnt hatte, hat offenbar seine Position revidiert

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Kanada

Bericht: Jüdische Studenten erleben Antisemitismus als alltägliche Realität

Fast alle befragten jüdischen Studenten geben an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen antisemitischen Vorfall erlebt oder beobachtet zu haben

 07.08.2026

Miami

Antisemitischer Angriff in Starbucks-Filiale

Laut Polizei schlug eine Frau ihr Opfer mit einem Mobiltelefon. Dann habe sie mit einem Metallstuhl auf den Mann, der eine Kippa trug, losgehen wollen

 07.08.2026

Berlin

Klingbeil: AfD-Verbotsverfahren ernsthaft prüfen

Die Diskussion um ein AfD-Verbotsverfahren erhält neue Dynamik. Was sagt SPD-Chef Klingbeil und wie reagiert die Linke auf seinen Vorstoß?

 07.08.2026