Meinung

Ein Sinto im Bundestag

Am 27. Januar wird erstmals in der noch relativ kurzen Geschichte des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ein Sinto vor dem Deutschen Bundestag sprechen. Zoni Weisz heißt er. Der heute 72-Jährige konnte dem Tod in der Gaskammer, den die Nazis für ihn vorgesehen hatten, nur entkommen, weil ein niederländischer Polizist ihm zur Flucht verhalf. Er lief fort, während seine Eltern, Geschwister und Verwandte im Zug des »Zigeunertransports« bleiben mussten. Sie wurden in Auschwitz ermordet. Mit der Rede von Zoni Weisz, der heute in den Niederlanden als Florist und Blumenkünstler arbeitet, werden endlich die Sinti und Roma geehrt, die mehr als andere Opfergruppen des braunen Terrors heute noch Diskriminierung ausgesetzt sind und oft vergeblich auf staatliche Unterstützung hoffen. Mit dieser Auszeichnung eines Sinto wird einmal mehr die Monstrosität des Holocaust deutlich: Der viel zu erfolgreiche Versuch, das europäische Judentum auszurotten, wurde flankiert von den gleichfalls viel zu erfolgreichen Versuchen, alles Leben auszulöschen, das als undeutsch galt. Zoni Weisz hat überlebt und spricht darüber. Wir werden ihm aufmerksam zuhören.

Rostock

Internationaler Polizeieinsatz gegen Nazi-Musik

Zahlreiche Polizisten durchsuchen zahlreiche Objekte. Die Beamten sind in mehreren Bundesländern im Einsatz

 30.09.2026

Passagiere am Flydubai-Schalter am Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv, 30. September

Saudi-Arabien/Israel

Passagierflugzeug auf dem Weg nach Tel Aviv notgelandet: Was bisher bekannt ist

Ein Überblick

 30.09.2026 Aktualisiert

Jahrestag

Terrorunterstützer planen für den 7. Oktober israelfeindliche Demos

In Duisburg, Frankfurt, Hannover und Köln sind Kundgebungen vorgesehen. Aufrufe zur Teilnahme enthalten unverblümte Terroraufrufe

von Imanuel Marcus  30.09.2026 Aktualisiert

Erfurt

Kerkeling und Maaßen bei erster Anhörung zu AfD-Verbot dabei

Thüringens AfD mit Björn Höcke an der Spitze gilt als besonders radikal. Ist das der Grund, warum erstmals ein Landesparlament Juristen und einen Promi zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren anhört?

von Simone Rothe  30.09.2026

Hessen

Mutmaßlicher IS-Kämpfer festgenommen

In Nordhessen wird ein Mann festgenommen, der für den IS gekämpft haben soll. So lautet der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Jetzt soll ein Richter über die U-Haft entscheiden

 30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 30.09.2026 Aktualisiert

Ramallah

Palästinensische Parlamentswahl könnte verschoben werden

Die für den 28. November geplante Abstimmung steht auf der Kippe. Sie wird möglicherweise auf unbestimmte Zeit vertagt

 30.09.2026

New York

Rebeca Grynspan baut Vorsprung im Rennen um UN-Spitze aus

In einer vierten informellen Abstimmung des Sicherheitsrats erhielt sie zehn Stimmen. Was das bedeutet

 30.09.2026

Moskau

In Putins Falle: US-Reporter Evan Gershkovich erzählt seine Story

Vor gut zwei Jahren kam der als »Spion« gefasste jüdische US-Journalist bei einem großen Gefangenen-Austausch frei. Nun erzählt er in einem Buch, wie er Putins Agenten in die Falle ging

von Ulf Mauder  30.09.2026