EILMELDUNG! Nach Terroranschlag: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

Interview

»Ein Albtraum für die ganze Welt«

Moshe Ya’alon Foto: Uwe Steinert

Herr Minister, die USA und die EU haben Sanktionen gegen den Iran teilweise ausgesetzt. Wie bewerten Sie diesen Schritt?
Wir sind sehr besorgt über die Lockerung der Sanktionen, die nach dem Atomabkommen zwischen dem Iran und den 5+1-Staaten beschlossen wurde. Deshalb beobachten wir die Entwicklungen bezüglich des Iran sehr genau. Durch das Abkommen ist das iranische Regime nun faktisch legitimiert, Uran anzureichern und sein militärisches Atomprogramm heimlich weiter voranzutreiben.

Glauben Sie, dass sich der Iran an die Auflagen des Abkommens halten wird?
Wir gehen davon aus, dass das Regime in Zukunft seine Versprechen brechen wird. Wie auch schon in der Vergangenheit wird der Iran weiter versuchen, zu manipulieren und ein militärisch-nuklearer Staat zu werden. Ganz abgesehen davon, dass das Regime in der ganzen Welt weiterhin – sei es in Libanon, Syrien oder in den palästinensischen Gebieten – den Terror unterstützt.

Im Westen gilt Irans neuer Präsident Hassan Rohani dennoch als Hoffnungsträger.
Rohani teilt die Ideologie von Ajatollah Chamenei, andernfalls hätte Chamenei ihn nie zur Wahl zugelassen. Rohanis Auftreten ist Teil einer Charmeoffensive, mit der sich der Iran so schnell wie möglich von den Sanktionen befreien will, ohne dabei sein Atomprogramm aufgeben zu müssen. Rohani ist wie Chamenei Islamist, unterdrückt moderatere Staaten und will Hegemonialmacht im Nahen Osten werden. Nichts anderes verbirgt sich hinter dem freundlichen Lächeln des Herrn Rohani.

Wie kann Israel damit umgehen?
Für Israel und die gesamte Welt wäre es ein Albtraum, wenn der Iran Nuklearmacht werden sollte. Der Iran stellt eine existenzielle Gefahr dar. Das Regime hat immerhin damit gedroht, den jüdischen Staat von der Weltkarte auszulöschen. Letztendlich muss Israel deshalb immer in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen – und das ist der Fall.

Haben Sie über dieses Thema beim Treffen mit Ihrer deutschen Amtskollegin Ursula von der Leyen vorige Woche gesprochen?
Es gab andere Schwerpunkte. Ich habe die Kollegin zum ersten Mal getroffen, die Gespräche verliefen hervorragend. Das israelische und deutsche Verteidigungsministerium kooperieren sehr gut miteinander. Deutschland profitiert von israelischer Technologie und umgekehrt.

Zuletzt gab es wegen des Siedlungsbaus einige Irritationen im deutsch-israelischen Verhältnis. Belastete das Ihr Gespräch mit der deutschen Verteidigungsministerin?
Nein. Beim israelisch-palästinensischen Konflikt geht es ja nicht – anders als viele im Westen leider glauben – um Siedlungen, sondern darum, dass die Palästinenser das Existenzrecht des jüdischen Staates nicht akzeptieren. Solange die palästinensische Seite Israel nicht anerkennt, wird es keine Lösung des Konflikts geben. Was uns betrifft: Wir sind zum Frieden bereit. Unsere Hand bleibt ausgestreckt.

Mit dem israelischen Verteidigungsminister sprach Philipp Peyman Engel.

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt rot-grün-rote Koalition ab

Linke, SPD und Grüne verhandeln derzeit über eine gemeinsame Landesregierung. Eine solche Koalition stößt auf Skepsis - auch unter Anhängern von SPD und Grünen

 23.10.2026

Warschau

Polen rügt Ehrung für ukrainische Nationalisten in Lwiw

Erst ein Ehrentitel für eine ukrainische Einheit, nun ein Gedenkjahr für nationalistische Untergrundkämpfer: Der Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine flammt erneut auf

 23.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 23.10.2026

München

Aigners Befund zu Judenhass: »Das ›Nie wieder!‹ ist tot«

Die bayerische Landtagspräsidentin gibt eine schonungslose Analyse zum Antisemitismus in Deutschland. Doch sie sieht auch hoffnungsvolle Ansätze, um gegenzusteuern

 23.10.2026

Handelte es sich beim Nationalsozialismus um eine linke Ideologie?

Ein Faktencheck

 22.10.2026

Justiz

Ermittler: Ahmetovic kooperierte nicht bei Durchsuchungen

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt im Zusammenhang mit der Ausschreibung eines früheren Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover gegen den SPD-Politiker

 22.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor rot-grün-roter Koalition

Schuster: »Im Kampf gegen Judenhass ist dieses Schauspiel ein echter Offenbarungseid«

 22.10.2026 Aktualisiert