Meinung

Duisburgs Verantwortung

Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Wäre die Loveparade in Duisburg ein Erfolg gewesen, wären die gleichen Personen, die wie begossene Pudel am Sonntag auf der Pressekonferenz saßen, die Väter des Erfolgs gewesen. Als Moses von Gott erfährt, er müsse abtreten, übernimmt er die Verantwortung und bittet Gott, er möge statt seiner für die Israeliten einen Nachfolger benennen, damit sie nicht »wie Schafe ohne Hirten« bleiben, also keine Panik ausbricht. Im Babylonischen Talmud lesen wir (Baba Kama 28a): »Hat man jemandem einen Schaden mit Absicht zugefügt, ist man zur Entschädigung verpflichtet, ohne Absicht ist man frei.« Keiner der beteiligten Personen in Duisburg wird man unterstellen können, dass sie die Tragödie vorsätzlich herbeigeführt hätte, folglich sind diese Menschen frei von persönlicher Schuld. Die politische Verantwortung jedoch liegt beim Oberhaupt der Stadt. Es gilt für den Amtsträger, sie zu übernehmen und ohne Wenn und Aber zurückzutreten.

Der Autor ist Historiker und Rabbiner der Synagoge Hüttenweg in Berlin.

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

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Meinung

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München

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Jubiläum

Fünf Jahre jüdische Seelsorge der Bundeswehr: Militärrabbiner Zsolt Balla zieht Bilanz

Seit dem Start der jüdischen Militärseelsorge vor fünf Jahren wächst ihre Bedeutung in der Truppe. Sieben Militärrabbiner tun inzwischen Dienst. Ein Fazit - mit Blick auf Zeitenwende und deutsche Geschichte

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Genf

Iran widerspricht Vance: Keine Einigung zu Atom-Inspektoren

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New York

Mamdani nennt pro-israelische Lobbygruppe »Monster«

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Washington D.C.

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Luzern/Teheran

Vance: Iran will IAEA-Inspektoren zulassen – Zeitplan offen

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 23.06.2026