Meinung

Duisburgs Verantwortung

Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Wäre die Loveparade in Duisburg ein Erfolg gewesen, wären die gleichen Personen, die wie begossene Pudel am Sonntag auf der Pressekonferenz saßen, die Väter des Erfolgs gewesen. Als Moses von Gott erfährt, er müsse abtreten, übernimmt er die Verantwortung und bittet Gott, er möge statt seiner für die Israeliten einen Nachfolger benennen, damit sie nicht »wie Schafe ohne Hirten« bleiben, also keine Panik ausbricht. Im Babylonischen Talmud lesen wir (Baba Kama 28a): »Hat man jemandem einen Schaden mit Absicht zugefügt, ist man zur Entschädigung verpflichtet, ohne Absicht ist man frei.« Keiner der beteiligten Personen in Duisburg wird man unterstellen können, dass sie die Tragödie vorsätzlich herbeigeführt hätte, folglich sind diese Menschen frei von persönlicher Schuld. Die politische Verantwortung jedoch liegt beim Oberhaupt der Stadt. Es gilt für den Amtsträger, sie zu übernehmen und ohne Wenn und Aber zurückzutreten.

Der Autor ist Historiker und Rabbiner der Synagoge Hüttenweg in Berlin.

Debatte

UN-Experten rügen Umgang mit Epstein-Akten

Der Fall Epstein setzt US-Behörden unter Druck: Teils wurden Namen von Opfern veröffentlicht, teils Ermittlungen unterlassen. Aus Sicht von UN-Sachverständigen steht die Glaubwürdigkeit von Regierungen auf dem Spiel

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Karneval

Gegen Judenhass in de Bütt gestiegen - diesen Redner muss man lieben

Bei der Mainzer Fastnacht hält »Till« eine bemerkenswerte Rede über den wachsenden Antisemitismus in Deutschland. Eine Wohltat für den sonst so schrecklich unpolitischen Karneval

von Martin Krauß  16.02.2026

Erfurt

Scharfe Kritik an Termin für AfD-Parteitag in Erfurt

Die AfD will ihren Bundesparteitag im Juli in Erfurt abhalten. Die Wahl des Termins ruft Kritiker auf den Plan. Genau 100 Jahre zuvor fand in Weimar ein NSDAP-Parteitag statt

 16.02.2026

Nahost

Analyse: Iran repariert Raketenanlagen schneller als Nuklearzentren

Während mehrere beschädigte Raketenstandorte offenbar zügig instand gesetzt wurden, kommen die Arbeiten an zentralen Nuklearanlagen deutlich langsamer voran

 16.02.2026

Paris

Epstein-Affäre: Durchsuchung nach Ermittlung gegen Jack Lang

Es geht um Verdacht auf Geldwäsche und Steuerbetrug. Wie tief ist Frankreichs Kultur-Ikone verstrickt?

 16.02.2026

Bosnien-Herzegowina

Jüdischer Protest gegen rechtsextrexmen Sänger Thompson

Vergangenes Jahr hatte der kroatische Sänger Thompson mit einem Megakonzert in Zagreb einen Zuschauerrekord gebrochen. Bekannt ist er für rechtsnationalistische Auftritte. Jetzt provoziert er erneut

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Madrid

Museum wirft israelische Besucherinnen raus

Drei ältere Touristinnen werden von Besuchern bepöbelt, weil sie Davidsterne und eine israelische Fahne tragen. Doch statt ihnen zu helfen, setzt das Museum sie vor die Tür

 16.02.2026

Diskussionsveranstaltung

Francesca Albanese soll in Berlin auftreten, Absage gefordert

Es könne nicht sein, dass die Senatsverwaltung für Kultur durch die Förderung des Veranstaltungsortes ermögliche, dass antisemitische Veranstaltungen durch Steuergelder finanziert würden, so die Organisation »Gegen jeden Antisemitismus«

von Imanuel Marcus  16.02.2026

Atomprogramm

Iran: Nächste Verhandlungsrunde mit den USA in Genf

US-Präsident Donald Trump fordert vom Teheraner Regime, sein Atomprogramm zu beenden. Doch die iranische Regierung ist nur zu Zugeständnissen bereit

 16.02.2026