Meinung

Duisburgs Verantwortung

Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Wäre die Loveparade in Duisburg ein Erfolg gewesen, wären die gleichen Personen, die wie begossene Pudel am Sonntag auf der Pressekonferenz saßen, die Väter des Erfolgs gewesen. Als Moses von Gott erfährt, er müsse abtreten, übernimmt er die Verantwortung und bittet Gott, er möge statt seiner für die Israeliten einen Nachfolger benennen, damit sie nicht »wie Schafe ohne Hirten« bleiben, also keine Panik ausbricht. Im Babylonischen Talmud lesen wir (Baba Kama 28a): »Hat man jemandem einen Schaden mit Absicht zugefügt, ist man zur Entschädigung verpflichtet, ohne Absicht ist man frei.« Keiner der beteiligten Personen in Duisburg wird man unterstellen können, dass sie die Tragödie vorsätzlich herbeigeführt hätte, folglich sind diese Menschen frei von persönlicher Schuld. Die politische Verantwortung jedoch liegt beim Oberhaupt der Stadt. Es gilt für den Amtsträger, sie zu übernehmen und ohne Wenn und Aber zurückzutreten.

Der Autor ist Historiker und Rabbiner der Synagoge Hüttenweg in Berlin.

Prag

Tschechisches Außenministerium bestellt nach Drohungen iranischen Botschafter ein

Irans Militär nennt persischsprachige Exilmedien als mögliche Angriffsziele. Wie der EU- und Nato-Mitgliedstaat Tschechien auf die neue Bedrohungslage reagiert

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Sachsen-Anhalt

Mehrere Siegmund-Vertraute haben Nazi-Vergangenheit und damit kein Problem

Nach Berichten von »Welt« und »Spiegel« waren mehrere enge Vertraute von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in der 2009 verbotenen Neonazi-Organisation »Heimattreuer Deutsche Jugend« (HDJ) aktiv. Nach der Wahl könnten sie Minister werden

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»Artgemeinschaft«

Durchsuchungen bei Unterstützern von rechtsextremem Verein

Bei den Razzien in fünf Bundesländern wurden auch Wohnungen von zwei AfD-Kandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt durchsucht

 27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026

Magdeburg

AfD legt weiter zu

In einer neuen Wahlumfrage von Infratest dimap steht die Rechtsaußenpartei in Sachsen-Anhalt bei 42 Prozent

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Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  27.08.2026

Nahost

Sechs Monate Iran-Krieg: Eskalation oder Frieden?

Bombardierungen, Sanktionen, Verhandlungen: Ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn zeichnet sich zwischen den USA und dem Iran kein Frieden ab. Wo der Konflikt heute steht - und wie es weitergehen könnte

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Gesetzesinitiative

Bundesregierung distanziert sich von Hessens Vorstoß, Israel-Leugnung zu kriminalisieren

Vielleicht gut gemeint, aber nicht gut gemacht - so blickt die Bundesregierung auf einen Bundesratsvorschlag zur Strafbarkeit der Leugnung des Existenzrechts Israels. Aus Hessen kommt Widerspruch

 27.08.2026

Nahost

Weiterer Tanker in der Straße von Hormus angegriffen

Der Iran blockiert den Schiffsverkehr durch die für den globalen Ölhandel wichtige Meerenge immer noch weitestgehend. Erneut wird ein Tanker zum Ziel eines Angriffs

 27.08.2026