Berlin

Dröge fordert Sanktionen gegen zwei israelische Minister

Katharina Dröge (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert von der Bundesregierung einen härteren Kurs gegenüber Israel. Im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sprach sich Dröge für Sanktionen gegen die israelischen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir aus. »Beide rufen ganz offen zu Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung und zu Vertreibung auf und unterstützen den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau in der Westbank. Hier ist eine klare Haltung der Bundesregierung gefragt«, sagte die Grünen-Politikerin.

Die radikalen Einlassungen von Ben-Gvir und Smotrich werden in Israel selbst regelmäßig verurteilt. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu plant jedoch keine Vertreibungen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte lediglich von einer freiwilligen Umsiedlung gesprochen, die Bewohnern Gazas ermöglicht werden solle.

Großbritannien, Australien, Kanada, Neuseeland und Norwegen hatten bereits vor gut zwei Monaten Sanktionen gegen Finanzminister Smotrich und Sicherheitsminister Ben-Gvir beschlossen. Vor wenigen Tagen hatte Slowenien als erstes EU-Land beide Minister zu unerwünschten Personen erklärt. Damit dürfen sie dort nicht mehr einreisen.

Merz soll internationale Erklärung mittragen

Dröge forderte außerdem den Stopp von Waffenexporten nach Israel, die in Gaza eingesetzt werden können. Sie appellierte zugleich an die Bundesregierung, die Erklärung von inzwischen 28 Staaten zu unterzeichnen, in der ein sofortiges Ende des Krieges im Gazastreifen gefordert wird. »Wenn Friedrich Merz seine Worte ernst meint, sollte Deutschland die Erklärung unterzeichnen«, mahnte Dröge.

Lesen Sie auch

Auch aus der SPD waren Forderungen laut geworden, sich der Erklärung anzuschließen. Dass sich Deutschland nicht angeschlossen hatte, begründete Kanzler Friedrich Merz (CDU) damit, dass es bereits einen Beschluss des Europäischen Rats mit deckungsgleichem Inhalt gebe.

Das Problem: Die palästinensische Terrororganisation Hamas hält weiterhin 50 Geiseln, von denen 30 bereits tot sind. Zudem wollen die Terroristen erklärtermaßen Israel vernichten. Dies will der jüdische Staat verhindern.

Klüssendorf verteidigt SPD-Haltung

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf verteidigte derweil die Haltung seiner Partei. Die SPD habe »über viele Monate das Handeln Israels im Gazastreifen kritisiert, weil wir einfach sehen, dass die Zivilbevölkerung so stark in Mitleidenschaft dieser Kriegshandlung gezogen wird, dass wir das nicht mehr vertreten können«, sagte Klüssendorf in der Sendung »Politikergrillen mit Jan Philipp Burgard« auf Welt TV.

Doch das habe keine Wirkung gehabt. »Deswegen glaube ich schon, dass, wenn Länder wie Frankreich oder Großbritannien so eine Erklärung unterschreiben, man sich die Frage stellen muss, warum Deutschland sie nicht unterzeichnet. Denn uns alle muss ja bewegen, dass dieses Leiden ein Ende hat.« Das Völkerrecht im Gazastreifen müsse gewahrt werden. »Und aus unserer Sicht überschreitet das Kriegsgeschehen jetzt eben dieses Recht.«

Die von der Hamas verübten Massaker gegen Zivilisten in Israel verstoßen ebenso gegen das Völkerrecht wie der Missbrauch ihrer eigenen Bevölkerung in Gaza als lebenden Schutzschild. Auch der Diebstahl von für die Bewohner bestimmten Hilfsgütern durch die Hamas ist mit dem Völkerrecht unvereinbar. Dies gilt auch für das Aushungern und das Foltern von Geiseln.

An der antiisraelischen Position mehrerer führender SPD-Politiker hatte auch der Präsident des Zentralrates, Josef Schuster, harte Kritik geübt. dpa/ja

Bilbao/Wien

Festnahmen und Tumulte um Gaza-Flottillen-Aktivisten in Spanien und Österreich

Teils chaotische Szenen mit Rangeleien und dem Einsatz von Gewalt durch Sicherheitskräfte werden von den Flughäfen in Bibao und Wien gemeldet

 26.05.2026

Dresden

Wegen Betrugs und Geldwäsche: Bewährungsstrafe für Rabbiner

Das Amtsgericht Dresden hat sein Urteil gesprochen: Ein 41-jähriger Rabbiner wurde der Beihilfe zum Betrug für schuldig befunden

 26.05.2026

Nahost

USA greifen iranische Ziele an

Das US-Zentralkommando spricht von begrenzten Einsätzen, die »vorerst abgeschlossen« worden seien. Derweil warnt Außenminister Rubio das Teheraner Regime

 26.05.2026

Washington D.C.

Trump drängt auf Ausweitung der Abraham-Abkommen als Teil eines Iran-Deals

Der Präsident schreibt: »Nach all der Arbeit der Vereinigten Staaten, dieses sehr komplexe Puzzle zusammenzufügen, sollte es verpflichtend sein, dass all diese Länder mindestens gleichzeitig die Abkommen unterzeichnen.«

 26.05.2026

Interview

»Als Nichtjude etwas beitragen«

Michael Roth (SPD) über einen Pin gegen Antisemitismus, hasserfüllte Kommentare und Rückhalt

von Sophie Albers Ben Chamo  24.05.2026

Kiev

Israelischer Unternehmer klagt gegen Selenskyj

Timur Mindich reicht Klage gegen ein Präsidialdekret ein, mit dem persönliche Sanktionen gegen ihn verhängt worden waren

 21.05.2026

Sachsen-Anhalt

Szenario: Gegängelte Bildung, mehr rechte Gewalt mit AfD-Regierung

Laut Umfragen könnte die AfD im September in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen. Was das für Auswirkungen hätte, hat die Amadeu Antonio Stiftung skizziert

von Lukas Philippi  21.05.2026

Meinung

Iranischer Staatsterror: Zeit zu handeln, Herr Bundeskanzler!

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran wollte den Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft zufolge Josef Schuster und Volker Beck ermorden lassen. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

von Michael Thaidigsmann  21.05.2026

Berlin

Zentralrat der Juden distanziert sich von Itamar Ben-Gvir

Ein Video des rechtsextremen israelischen Ministers sorgt weltweit für Empörung. Auch die Vertretung der Juden in Deutschland äußert sich

 21.05.2026