Berlin

DIG-Präsident fordert Bundesregierung auf, weiter Waffen an Israel zu liefern

Volker Beck bei einer Solidaritätsdemonstration für Israel vor dem Brandenburger Tor in Berlin im Oktober 2023 Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Volker Beck, fordert die Bundesregierung auf, Israel auch künftig alle Rüstungsgüter zu liefern, die das Land zu seiner Selbstverteidigung benötigt. »Der Begriff ‚Staatsräson‘ muss sich an Taten und nicht nur an Worten messen«, wird Beck in einer Pressemitteilung der DIG vom Sonntag zitiert.

Israel werde vom Iran und dessen verbündeten Terrororganisationen im Nahen Osten bedroht und angegriffen, so der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete. Er erwarte deshalb von der Bundesregierung, »dass sie zu ihren Zusagen steht«. Es gehe Israels Verteidigungsfähigkeit »um die Sicherheit des jüdischen und demokratischen Staates, und nicht um die Regierung Netanjahu«.

Beck betont, dass Grundlage der israelischen Kriegsführung das Völkerrecht sei. »Das heißt: Israels Militäreinsatz muss verhältnismäßig sein und die notwendige humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung in Gaza muss gewährleistet werden. Hierüber besteht zwischen Jerusalem und Berlin kein Dissens.«

Gleichzeitig kritisiert der DIG-Präsident die Idee einer Zwangsumsiedlung der Menschen in Gaza. »Die Stimmen aus der israelischen Regierung, die solche Vertreibungsphantasien artikulieren, sind inakzeptabel, völkerrechtswidrig und unrealistisch«, so Beck. »Diese vereinzelten, wirren Stimmen sollten aber kein Vorwand sein, um Israels Sicherheit durch Boykott von Waffenexporten zu gefährden.«

Bundeskanzler kritisiert Israels Kriegsführung

In den vergangenen Tagen hatte sich der Ton der Bundesregierung gegenüber Jerusalem verschärft. Bundeskanzler Friedrich Merz übte deutliche Kritik an der israelischen Kriegsführung in Gaza. Unlängst sagte der CDU-Politiker, er verstehe nicht, mit welchem Ziel und mit welchen Methoden Israel in Gaza Krieg führe. »Wenn Grenzen überschritten werden, wo einfach das humanitäre Völkerrecht jetzt wirklich verletzt wird, dann muss auch Deutschland, dann muss auch der deutsche Bundeskanzler dazu etwas sagen«, so Merz Ende Mai im WDR-Europaforum in Berlin.

Lesen Sie auch

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte zudem im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gesagt: »Eine andere Frage ist, ob das, was im Gazastreifen geschieht, mit dem humanitären Völkerrecht in Einklang zu bringen ist. Das prüfen wir, und an dieser Prüfung ausgerichtet werden wir gegebenenfalls weitere Waffenlieferungen genehmigen.« Einen Stopp deutscher Waffenlieferungen an Israel behält sich Wadephul unter bestimmten Umständen also vor. ja

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Erfurt

Deutsch-israelischer Jugendaustausch kommt nicht voran

Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse sieht strukturelle und politische Gründe. Auch ein Austauschprogramm stockt

von Matthias Thüsing  21.08.2026

Wahlkampf der AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund

Magdeburg

Wie sich die AfD auf eine mögliche Regierung vorbereitet

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte der rechtsextremistischen AfD erstmals den Weg in eine Landesregierung öffnen. Mit Schulungen, einem Personalpool und Hilfe aus Österreich bereitet sie sich seit langem darauf vor

von Jörg Ratzsch  21.08.2026

Berlin

Bezirk prüft Entzug der Zulassung von antisemitischem Influencer als Berufsbetreuer

Auf Instagram verbreitet er Judenhass und Verschwörungsmythen, im Job soll er Berufstätige mit Herausforderungen betreuen. Passt das zusammen?

 21.08.2026

Iran-Konflikt

Nach Berichten über Missstände: US-Flugzeugträger »USS George Washington« löst Pannenschiff ab

Die »USS Abraham Lincoln« ist seit Monaten im Mittleren Osten eingesetzt und hat zuletzt wegen erheblicher Probleme an Bord Schlagzeilen gemacht. Nun ist ein neuer Flugzeugträger in der Region angekommen

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Berlin/Brüssel/Jerusalem

Sieben Staaten und EU verlangen Stopp von Siedlungsprojekt im Westjordanland

Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und weitere Länder fordern Israel auf, die geplante Bebauung zu stoppen. Die EU bereitet offenbar ein Sanktionspaket vor

 21.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Berlin

Diskriminierung wegen falscher Hummus-Aussprache?

Im Ortsteil Prenzlauer Berg soll ein arabisches Restaurant einen israelischen Gast wegen der vermeintlich falschen Aussprache des Kichererbsengerichts nicht bedient haben. Das Lokal widerspricht dem Vorwurf

 20.08.2026