Meinung

Der Fall Dominique Strauss-Kahn

Dominique Strauss-Kahn Foto: TSP

Hat der Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel vergewaltigt oder gab es »einvernehmlichen Sex«? Die Gerüchteküche brodelt und die Verschwörungstheorien rund um den möglichen Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialistischen Partei nehmen überhand.

Fakt ist: Am Freitag entscheidet die Grand Jury darüber, ob es gegen den 62-jährigen Banker ein Hauptverfahren geben wird. Bis dahin sitzt er – wenn auch in einer Einzelzelle – mit »gewöhnlichen« Straffälligen im New Yorker Gefängnis auf Rikers Island. Für den Franzosen aus jüdischer Familie, den Promi, gibt es keine Sonderbehandlung. Recht so.

Fluchtgefahr Wie schon im Fall des ehemaligen israelischen Staatspräsidenten Mosche Katsav, der im März 2011 zu sieben Jahren Haft wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe verurteilt wurde, gilt der rechtsstaatliche Grundsatz, dass die Schuld in einem öffentlichen Verfahren bewiesen werden muss. Und solange das nicht stattgefunden hat, ist Strauss-Kahn, der wegen erhöhter Fluchtgefahr auch gegen eine Kaution von einer Million Dollar nicht freigelassen wurde, nur ein Verdächtiger. Vor einer Vorverurteilung des IWF-Chefs sei also gewarnt. Über einen Schuld- oder Freispruch entscheidet allein das Gericht. Doch gleichgültig, wie das Ganze ausgeht: Dominique Strauss-Kahns guter Ruf und seine politische Karriere sind dahin. Der Finanzfachmann ist ruiniert.

Nahost

Italien nimmt als Beobachter an Trump-»Friedensrat« teil

Bislang sind in dem Gremium des US-Präsidenten nur zwei EU-Staaten dabei

 14.02.2026

Solidarität

Für Freiheit im Iran: 200.000 Demonstranten in München

Unter den Rednern war auch der Publizist Michel Friedman: »Ein Regime, das für Terrorismus steht, gehört abgesetzt«

 14.02.2026

USA/Iran

US-Präsident Trump: Machtwechsel im Iran wäre wohl das Beste

US-Präsident droht Teheran im Streit über das Atom- und Raketenprogramm mit einem Angriff. Er legt nach: Nur ein Deal könne dies verhindern

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlin

Brandenburger Tor leuchtet als Zeichen der Solidarität mit Iran-Protesten

»Die gewaltsame Niederschlagung der Proteste ändert nichts daran, dass der Drang nach Freiheit bleibt«, sagt Kai Wegner (CD), der Regierende Bürgermeister

 13.02.2026

Augsburg

Gericht kippt Redeverbot für Höcke im Allgäu

Am Wochenende sollte Thüringens AfD-Landtagsfraktionschef in zwei Hallen in Bayern als Gastredner auftreten. Die Gemeinden wehren sich – aber vorerst nur in einem Fall mit Erfolg

 13.02.2026

Meinung

Danke, Herr Minister!

Johann Wadephul hat sich von Francesca Albanese distanziert und ihren Rücktritt gefordert. Doch jetzt müssen Deutschland und andere Staaten den Druck weiter erhöhen

von Michael Thaidigsmann  13.02.2026

Meinung

Jeffrey Epstein: Ein schlechter Mensch

Der verurteilte amerikanische Sexualstraftäter ist und bleibt ein beliebig formbares Vehikel für jedweden Verschwörungsmythos

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026

Diplomatie

Berichte: USA schicken weiteren Flugzeugträger nach Nahost

Der Schritt ist eine Drohung an das Regime im Iran, mit dem US-Präsident Donald Trump gerne ein Atom-Abkommen abschließen möchte

 13.02.2026