Vatikan

Das jüngste Gerücht

Schimon Peres bei Franziskus I. Foto: dpa

Der neue Papst Franzikus I. könnte bereits im Januar 2014 Israel besuchen. Dieses Gerücht begleitet den Besuch des israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres in Italien. Am Dienstag waren Peres und Franziskus zusammengetroffen.

»Die Gerüchteküche brodelt«, kommentiert Mordechay Lewy, früherer Botschafter Israels am Heiligen Stuhl und einer der besten Kenner der katholisch-jüdischen Beziehungen. Lewy verweist im Gepräch mit der Jüdischen Allgemeinen darauf, dass solche Visiten erst im letzten Moment bekannt werden: »Schon Benedikts Besuch in Israel wurde im Vorfeld sehr diskret behandelt. Nicht einmal das Außenministerium des Vatikan hatte davon gewusst.«

Grund für die aktuellen Gerüchte ist, dass sich 2014 der erste Besuch eines Papstes im jüdischen Staat zum 50. Mal jährt: Vom 4. bis zum 6. Januar 1964 war Papst Paul VI. ins Heilige Land gereist. Franziskus I., der nach dem Rücktritt Benedikts erst seit wenigen Wochen Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ist, war als Jorge Mario Bergoglio vor 40 Jahren schon einmal in Israel: Im Oktober 1973 kam er unmittelbar nach Ausbruch des Jom-Kippur-Kriegs ins Land, besichtigte Bethlehem und Ein Kerem und blieb dann sechs Tage lang im Hotel American Colony im Ostteil Jerusalems.

charakterkopf Mordechay Lewy lobt den neuen Papst als »Charakterkopf«, sein Verhältnis zum Judentum sei geprägt von den guten Beziehungen, die er als Erzbischof mit der jüdischen Gemeinde in Argentinien unterhalten hatte. Außerdem sagt Lewy: »Franziskus soll persönliche Grüße an Peres anlässlich von Israels Unabhängigkeitstag geschrieben haben, ist zu hören.« Das wäre ein in der Vatikandiplomatie ungewöhnlicher Schritt. »Üblicherweise lässt ein Papst grüßen, und es findet auf der diplomatischen Ebene statt.«

Entschieden ist über einen Papstbesuch 2014 in Israel noch nichts, zumindest nicht öffentlich. Aber, so Lewy: »Klimatisch fängt das Verhältnis gut an.«

Nahost

Test für den Pakt

Was bedeuten die jüngsten Huthi-Angriffe für das Verteidigungsabkommen, das Saudi-Arabien mit Pakistan und der Türkei unterzeichnet hat?

von Reinhard Schulze  10.10.2026

Das eingeschaltete Blaulicht ist auf dem Dach von einem Einsatzfahrzeug der Polizei am 28.02.2026 bei einem Polizeieinsatz zu sehen.

Deutschland

Berlin-Kreuzberg: Aushänge gegen Judenhass - Jugendliche greifen Geschäftsinhaber an

Der Staatsschutz ermittelt

 10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Eklat in Halle

AfD-Mann Tillschneider will an Anschlags-Gedenken teilnehmen

Aktivisten der Jüdischen Studierendenunion Deutschland verhinderten, dass der Landtags-Vizepräsident die Synagoge betrat

von André Anchuelo  09.10.2026

Meinung

Nein, Frau Pillay hat den Friedensnobelpreis nicht verdient!

Die Südafrikanerin hat Israel vorverurteilt und Antisemitismus in den Reihen ihrer Kommission nicht ernstgenommen. Ihre Auszeichnung durch das Nobelpreiskomitee ist ein großer Fehler, meint der Direktor von UN Watch

von Hillel Neuer  09.10.2026

Sachsen-Anhalt

Zentralratspräsident Josef Schuster: Tillschneider »verhöhnt die Opfer« von Halle

Der rechtsextreme Politiker hatte am Freitag versucht, am Gedenken für die Opfer des Anschlags von Halle teilzunehmen

 09.10.2026

Oslo

Israel-Kritikerin Navanethem Pillay erhält den Friedensnobelpreis

Für ihren Einsatz gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt

 09.10.2026

Magdeburg

Landtagspräsident Rausch plant außenpolitische Initiativen

Mit Tobias Rausch ist erstmals ein AfD-Politiker zum Präsidenten eines deutschen Landtags gewählt. Während noch über die Hintergründe seiner Wahl diskutiert wird, plant der 35-Jährige bereits außenpolitische Initiativen

 09.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026