Debatte

CDU-Landeschef: Was nutzen alle Bekenntnisse zu Israel, wenn wir beim ersten Gegenwind einknicken?

Foto: picture alliance / ZB

Der saarländische Landeschef Stephan Toscani sieht nach dem von Kanzler Friedrich Merz (CDU) verkündeten Waffen-Lieferstopp an Israel eine Verunsicherung in der CDU und fordert klarere Positionen.

»Werden die mit Friedrich Merz verbundenen Hoffnungen auf ein Ende der sogenannten «Merkelisierung» der CDU und auf eine Rückbesinnung zu klassischen CDU-Positionen enttäuscht werden?«, schreibt Toscani, der auch Fraktionschef im Saar-Landtag ist, in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung »Welt.« 

Merz hatte am 8. August angekündigt, dass vorerst keine Ausfuhren von Rüstungsgütern genehmigt würden, die im Gaza-Krieg verwendet werden könnten. Er begründete dies mit dem Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts, die Stadt Gaza einzunehmen.

Lesen Sie auch

»Was nutzen alle Bekenntnisse zum Existenzrecht Israels als deutsche Staatsraison, wenn wir beim ersten Gegenwind einknicken und Israel wichtige Rüstungsgüter verweigern?«, schreibt Toscani. »Ich befürchte, bei dieser Entscheidung hat der Druck der Medien und des Hamas-freundlichen Mobs auf der Straße die Bundesregierung stark beeinflusst.«

Davon habe sich die CDU von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl nie beeindrucken lassen.»

Das Profil der CDU als konservativ-bürgerliche Volkspartei müsse neu geschärft werden. Nur so werde gelingen, Stammwählerinnen und -wähler zurückzugewinnen und den Höhenflug der AfD zu beenden. «Die CDU vertrat immer einen starken Staat, der Recht und Ordnung durchsetzt», sagte Toscani. Dabei gehe es etwa bei der Inneren Sicherheit auch um Alltagsdelikte wie Taschen-, Fahrrad-, Autodiebstähle oder Wohnungseinbrüche, die relativ niedrige Aufklärungsquoten haben. 

Mit Kanzler Merz habe Deutschland auf internationaler Bühne wieder eine starke Stimme. «Angesichts der gewaltigen Herausforderungen müssen wir aber auch innenpolitisch unseren Führungs- und Gestaltungsanspruch erfüllen.» Die CDU ist im Saar-Landtag die größte Oppositionsfraktion, die SPD regiert alleine.

Wahlkampf im Nordosten

Ex-CDU-Politiker Michel Friedman wirbt für die Grünen

 17.09.2026

Nordrhein-Westfalen

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Am Donnerstagnachmittag entzündete ein Mann einen Brandansatz an einem Nebeneingang des Gotteshauses. Was bislang bekannt ist

 17.09.2026

Berlin-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linke

Neue Umfrage sieht eine Partei wieder knapp in Führung

 17.09.2026

München

Drinnen redet ein Palästinenser, draußen wird er mit »Free Palestine«-Rufen niedergebrüllt

In der bayerischen Landeshauptstadt fand eine Medienkonferenz mit prominenten Teilnehmern statt, gegen die es im Vorfeld Boykottaufrufe gab. Redner beklagten die zunehmende Polarisierung

von Michael Thaidigsmann  17.09.2026

Karlsruhe

Iraker plante Anschlag in Bremen

Der 24-jährige Islamist soll eine Kirche in Bremen als Anschlagsziel ausgewählt und schon eine Schusswaffe beschafft haben. Die Ermittler werfen ihm mehrere schwere Straftaten vor

 17.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

»Stimmen Sie gegen Antisemitismus!«

Die Vorsitzende der DIG Berlin Brandenburg, Cerstin Richter-Kotowski ruft Wähler dazu auf, Parteien zu wählen, die Judenhass bekämpfen

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken. Allerdings wird auch Kritik laut

von Leticia Witte  17.09.2026

Kommentar

»Ich esse gerne Wassermelonen«

Wie BSW-Spitzenkandidat Michael Lüders sich als verrückter Rand einer Wahldebatte präsentierte

von André Anchuelo  17.09.2026