Schleswig-Holstein

Carstensen wird Antisemitismus-Beauftragter

Peter Harry Carstensen Foto: imago images/penofoto

Schleswig-Holstein

Carstensen wird Antisemitismus-Beauftragter

Der frühere Ministerpräsident soll das neu geschaffene Amt am 1. März antreten

von Michael Thaidigsmann  25.02.2020 16:23 Uhr

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat ein neues Ehrenamt: Er wurde zum ersten Beauftragten seines Bundeslandes für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus berufen. Die neue Stelle wird im Bildungsministerium angesiedelt sein, das von der CDU-Politikerin Karin Prien geführt wird.

Der heute 72-jährige Carstensen war von 2005 bis 2012 Ministerpräsident des nördlichsten deutschen Bundeslandes. Zuvor saß er mehrere Wahlperioden im Bundestag. Sein neues Amt tritt er am 1. März an.

Vertreter der Regierungsfraktionen im Kieler Landtag begrüßten einhellig die Ernennung. Carstensen stehe »als Mensch und mit der ganzen Kraft seines früheren Amtes dafür ein, jüdisches Leben in Schleswig-Holstein sichtbar zu machen«, erklärte Thomas Koch, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Es werde Carstensen »ein besonderes Anliegen sein, antisemitische Ansätze im Keim zu ersticken. Mit seiner Wahl macht die Landesregierung deutlich, welch große Bedeutung sie dieser Zielsetzung beimisst«.

BERUFUNG SPD-Fraktionschef Ralf Stegner sagte, die Einrichtung eines Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus sei längst überfällig gewesen. »In zwölf anderen Bundesländern gibt es diese Stelle schon seit einiger Zeit.« Die Berufung eines früheren Ministerpräsidenten könne dieser neuen Funktion öffentliche Aufmerksamkeit und politisches Gewicht verschaffen, so Stegner, der in der Vergangenheit ein scharfer Kontrahent Carstensens war.

Auch die religionspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Eka von Kalben, erklärte, es sei gut, dass man mit dem früheren Regierungschef eine prominente Person für dieses Amt gefunden habe. »Ich bin sicher, es kann ihm gelingen, breite Teile der Bevölkerung anzusprechen und die Anliegen der jüdischen Gemeinden einfühlsam und nachdrücklich zu vertreten«, erklärte von Kalben.

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