Jerusalem/New York

Caroline Glick als neue Generalkonsulin in New York im Gespräch

Caroline Glick im Jahr 2019 Foto: picture alliance / Pacific Press

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erwägt, die konservative Kommentatorin und Beraterin Caroline Glick als neue Generalkonsulin in New York zu ernennen. Sie würde damit Ofir Akunis ablösen, der den Posten seit 2024 innehat.

Laut einem Bericht des israelischen Senders N12 soll Glick innerhalb der Regierung als bevorzugte Kandidatin für einen der wichtigsten diplomatischen Posten Israels gelten. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, wie das Büro des Premierministers mitteilte. Akunis, ein ehemaliger Likud-Minister, soll demnach zeitnah aus dem Amt scheiden.

Die Personalie gilt als politisch sensibel. Die Vertretung in New York ist eine der zentralen israelischen Auslandsmissionen und pflegt enge Kontakte zur großen jüdischen Gemeinde in den USA, zu Organisationen, Universitäten, Medien und Geldgebern.

Konservative Linie

Glick, die in den USA geboren wurde und früher als Journalistin tätig war, ist in Israel für ihre klar konservative Linie bekannt. In der Vergangenheit äußerte sie wiederholt scharfe Kritik an liberalen jüdischen Strömungen in den Vereinigten Staaten, insbesondere an Reform- und konservativen Gemeinden, denen sie eine zu starke Nähe zu progressiver Politik vorwirft.

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Außerdem deutete sie an, dass Anhänger Donald Trumps in solchen Gemeinden ihre politischen Ansichten häufig nicht offen äußern könnten. In früheren Kolumnen beschrieb Glick die wachsende ideologische Distanz zwischen Israel und Teilen des amerikanischen Judentums.

Auch 2021 griff Glick dieses Thema erneut auf und schrieb, es gebe Berichte darüber, dass Mitglieder konservativer oder reformjüdischer Gemeinden wegen ihrer politischen Überzeugungen ausgegrenzt oder sogar zum Verlassen ihrer Gemeinden gedrängt worden seien – insbesondere wegen ihrer Unterstützung für Trump.

Zunehmende Spannungen

Die mögliche Personalie fällt in eine Zeit zunehmender Spannungen zwischen Teilen der israelischen Regierung und liberalen jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten.

Glick war bereits in der Vergangenheit als Kandidatin für den Posten in New York im Gespräch. Schon 2023 galt sie als mögliche Besetzung, bevor sich die Regierung schließlich für Ofir Akunis entschied, der das Amt 2024 übernahm.

Eine endgültige Entscheidung über die Nachfolge steht laut N12 weiterhin aus. im

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