Restitution

Bund gibt NS-Raubkunst an Erben aus Österreich zurück

Ferdinand Georg Waldmüller (1793 - 1865), Gemälde, »Hansel’s erste Ausfahrt« Foto: picture alliance / Artcolor

Die Kunstverwaltung des Bundes hat NS-Raubkunst an die Erben der österreichischen Unternehmerin Grete Klein (1884-1962) zurückgegeben. Dabei handele es sich um das Ölgemälde »Hansl’s erste Ausfahrt (Heimkehrende Kinder)« von Ferdinand Georg Waldmüller, wie die Bundesbehörde am Dienstag in Berlin mitteilte. Das Gemälde sei Klein während der NS-Zeit entzogen worden, mutmaßlich infolge des sogenannten Anschlusses Österreichs im Jahr 1938. Zuletzt befand es sich als Leihgabe im Museum Wiesbaden.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) betonte, dass jede Rückgabe von Raubkunst ein wichtiges Zeichen sei, um der »historischen Verantwortung Deutschlands für die Gräuel der NS-Zeit« gerecht zu werden: »Mit dieser Rückgabe erkennt der Bund das Schicksal von Grete Klein an, die vor den Nationalsozialisten fliehen musste und enteignet wurde.«

Verfolgung von Grete Klein

Recherchen von Experten sowie der Kunstverwaltung des Bundes beleuchten das Leben von Grete Klein näher. Sie lebte in Mödling und Wien und wurde mit ihrem Ehemann Karl aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vom NS-Regime verfolgt. 1939 schlossen die Nazis ihre Babyschuhfabrik in Wien und verkauften sie an eine nicht-jüdische Mitarbeiterin des Betriebs. Noch im selben Jahr floh das Ehepaar Klein nach Palästina.

Ihr in Österreich verbliebenes Vermögen ging auf das Deutsche Reich über, darunter auch eine Villa in Mödling. In dieser befanden sich nach Angaben der Familie neben dem Gemälde von Waldmüller noch etwa 35 weitere Werke sowie eine Sammlung von Gläsern aus Böhmen. Die Kunstgegenstände gelten bis heute als verschollen.

Kunstverwaltung des Bundes

Die Kunstverwaltung des Bundes erforscht nach eigenen Angaben proaktiv die Herkunft der Kunstgegenstände des Bundes, insbesondere im Hinblick auf in der NS-Zeit gestohlene Werke. Ihre Ergebnisse veröffentlicht die Behörde in einer sogenannten Provenienzdatenbank und gibt ermittelte Raubkunst an die Erben der früheren Eigentümer zurück.

Beirut

Israel: Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet

Im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Terrororganisation ist keine Deeskalation in Sicht. In der Nacht trifft ein heftiger israelischer Angriff erneut Ziele in Beirut

 01.04.2026

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gutachten missverstanden: Bundestagsdienst bewertet Iran-Angriffe nicht abschließend

Laut Medienberichten hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages den Iran-Krieg als völkerrechtswidrig eingeordnet. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« widerspricht in einer Analyse dieser Darstellung nun

 01.04.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Filmtage: Kino kündigt Kooperation, Organisatoren üben scharfe Kritik

Die Jüdische Gemeinde sieht »faktisch eine Kapitulation vor antisemitischem Druck«, während die Astor Film Lounge ihre Entscheidung verteidigt

von Imanuel Marcus  01.04.2026

Dresden/Leipzig

Hitlergruß: Urteil gegen Melanie Müller ist rechtskräftig

Das Urteil gegen die Schlagersängerin wegen des Zeigens des Nazigrußes ist rechtskräftig. Warum sie die Revision zurückzieht und was das für sie bedeutet

 01.04.2026

Pessach

Preis der Freiheit

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung entstehen nicht von allein. Sie müssen erstritten, manchmal sogar erkämpft werden

von Josef Schuster  01.04.2026

Berlin

»Arrogante Belehrungen«: Israelische Botschaft kritisiert Castellucci scharf

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung übt Kritik an der Jerusalemer Regierung für die Ausweitung der Todesstrafe. Die israelische Botschaft spricht von Doppelmoral

 01.04.2026 Aktualisiert

Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet wurden

 01.04.2026

Ottawa

PFLP-Ableger: Kanada löst Samidoun auf

Der Schritt erfolgt wegen »Nichteinhaltung« gesetzlicher Vorgaben. In Kanada war die Gruppe zuvor als Terrororganisation eingestuft worden

 01.04.2026

Washington D.C.

Trump stellt baldiges Kriegsende in Aussicht

»Ob wir ein Abkommen haben oder nicht, ist jetzt irrelevant«, sagt der amerikanische Präsident

 01.04.2026