»Mit eigener Stimme«

Braunschweig zeigt Ausstellung zum 75. Jubiläum des Zentralrates der Juden

Heinz Galinski (1912 - 1992) war der erste und vierte Vorsitzende des Zentralrates der Juden sowie dessen erster Präsident. Foto: picture-alliance / ZB

Das Städtische Museum Braunschweig widmet dem 75-jährigen Bestehen des Zentralrat der Juden in Deutschland eine umfangreiche Ausstellung. Unter dem Titel »Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland« ist die bundesweit einzige Schau zu diesem Thema ab Dienstag bis zum 20. September im Haus am Löwenwall zu sehen, wie die Stadt mitteilte.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist die politische Dachorganisation der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik. Er wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet, um nach der Schoa jüdisches Leben in Deutschland neu zu organisieren, die Interessen der Gemeinden zu vertreten und als Ansprechpartner für Politik und Gesellschaft zu fungieren.

Die Ausstellung entstand laut Mitteilung in enger Kooperation mit dem Zentralrat und will dessen Rolle als politischer Akteur in der Bundesrepublik beleuchten. Der Zentralrat habe sich in zentralen gesellschaftlichen Fragen für demokratische Grundwerte eingesetzt und als »Anwalt des Grundgesetzes« gewirkt. Über die Vertretung jüdischer Interessen hinaus habe das Gremium die Demokratisierung und den Erhalt der Demokratie in Deutschland mitgeprägt.

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Thematisch reicht die Schau von der Gründungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg - etwa Fragen der Wiedergutmachung - über die Entwicklung der Erinnerungskultur nach der Schoah bis hin zu aktuellen Debatten wie den Reaktionen auf antisemitische Inhalte der Kunstausstellung Documenta. Im Mittelpunkt stehen Fragen jüdischer Identität, Selbstbehauptung und der Aufbau einer neuen jüdischen Kultur in Deutschland.

Einzelne Präsidenten und Führungspersönlichkeiten des Zentralrats werden ebenso gewürdigt wie zentrale Aktionsfelder der Organisation. Dazu zählen der Kampf gegen Antisemitismus, der interreligiöse Dialog, das Pressewesen sowie die Förderung kultureller Projekte. Beispielhaft genannt werden dialogische Initiativen wie »Meet a Jew«, die Unterstützung des jüdischen Sportverbands Makkabi Deutschland oder der Musik- und Tanzwettbewerb »Jewrovision«, bei dem junge Jüdinnen und Juden auftreten.

Auch die geplante Jüdische Akademie in Frankfurt am Main, die 2026 eröffnet werden soll, wird thematisiert. Kooperationspartner und Hauptförderer der Ausstellung ist die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte in Frankfurt am Main. kna

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