Antisemitismus

Brandanschlag auf die Synagoge in Worms

Polizisten sichern nach dem Brandanschlag auf die Wormser Synagoge Spuren. Foto: dpa

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Worms hat die Polizei in Rheinland-Pfalz am Montag die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen im Land verstärkt. Die Fahndung nach den Tätern habe noch nicht zu konkreten Ergebnissen geführt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth. Nach bisherigen Ermittlungen hatten ein oder mehrere Unbekannte in der Nacht auf Montag versucht, an acht Stellen der historischen Synagoge in Worms Feuer zu legen und einen Brandsatz in das jüdische Gotteshaus geworfen. Eine 35-köpfige Sonderkommission ermittelt in alle Richtungen, sagte Polizeisprecher Klaus Weinmann der Jüdischen Allgemeinen.

Der Brandsatz sei jedoch nicht ins Innere des Gebäudes gefallen, sondern im Fenster stecken geblieben, sagte Mieth. Größere Schäden an dem Gebäude hätten verhindert werden können, da eine Anwohnerin den Knall der zersplitternden Fensterscheibe gehört und sofort die Polizei informiert habe. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Die Außenmauern der Synagoge sind allerdings großflächig verrußt. An der Synagoge wurde ein Bekennerschreiben gefunden, in dem es in fehlerhaftem Deutsch heißt: »Sobald ihr nicht den Palästinensern Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe.« Das Papier werde zurzeit erkennungsdienstlich geprüft, sagte Weinmann.

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz/Worms, Stella Schindler-Siegreich, nannte den Brandanschlag in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Oberbürgermeister der Stadt Worms, Michael Kissel, und dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Peter Waldmann, »ein niederträchtiges, verabscheuungswürdiges Verbrechen«. Schindler-Siegreich: »Was ist in diesen Köpfen nur los? Wir sind eine kleine Minderheit in Deutschland und haben eine solche Vergangenheit.« Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) verurteilte die Tat »aufs Schärfste«. »Der oder die Täter müssen wissen, dass eine solche Tat gegen ein jüdisches Gotteshaus eine Grenzüberschreitung ist, die wir mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgen werden.«

Bislang wurde die Synagoge lediglich durch Streifenfahrten der Polizei geschützt. Schindler-Siegreich begründet die Entscheidung damit, dass die jüdische Gemeinde ein »Teil der Gesellschaft sein und nicht hinter Mauern bleiben« wolle. Im Mittelalter galt Worms als ein Zentrum des jüdischen Lebens auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Die historische Synagoge aus dem 12. Jahrhundert war während der Pogromnacht im November 1938 von den Nationalsozialisten zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg originalgetreu wieder aufgebaut worden.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  18.09.2026

Wahlkampf im Nordosten

Ex-CDU-Politiker Michel Friedman wirbt für die Grünen

 18.09.2026 Aktualisiert

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 18.09.2026

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Washington D.C.

Trump steht im Iran-Krieg vor einer Grundsatzentscheidung

»Bei mir kann alles passieren«, sagt der amerikanische Präsident in Zusammenhang mit seiner Iran-Politik

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Bundeskanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 17.09.2026 Aktualisiert

Berlin-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linke

Neue Umfrage sieht eine Partei wieder knapp in Führung

 17.09.2026