Krieg gegen die Hamas

Blinken, Habeck und Baerbock im Nahen Osten

Antony Blinken am Sonntag in einem Lager der UNO in Amman (Jordanien) Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Angesichts wachsender Sorge vor einer Ausweitung des Gaza-Kriegs auf die weitere Region ist US-Außenminister Anthony Blinken zu einem Besuch in Israel eingetroffen. Bei Treffen in Tel Aviv am Dienstag, unter anderem mit seinem neuen israelischen Kollegen Israel Katz, dürfte es darum gehen, wie ein Übergreifen des Konflikts auf benachbarte Staaten - insbesondere den Libanon - verhindert werden kann.

Im Libanon war am Montag ein wichtiger Kommandeur der schiitischen Terrormiliz Hisbollah, Wissam al-Tauil, bei einen mutmaßlich israelischen Drohnenangriff getötet worden.

Auch die Frage, wie es im Gazastreifen nach einem Ende des Kriegs weitergehen könnte, dürfte in Tel Aviv erneut erörtert werden. »Wir wollen zusammenarbeiten und unsere Bemühungen koordinieren, um Gaza bei der Stabilisierung und Erholung zu helfen, einen politischen Weg für die Palästinenser festzulegen und auf langfristigen Frieden, Sicherheit und Stabilität hinzuarbeiten«, sagte Blinken zuvor laut einem Bericht der »Times of Israel« in Saudi-Arabien.

Dort hatte Blinken im Rahmen seiner Nahost-Vermittlungsreise am Montagabend Gespräche mit Kronprinz Mohammed bin Salman geführt.

Raketenexperte der Hamas getötet

Auslöser des Gaza-Kriegs war die grausame Terrorattacke der palästinensischen Terrororganisation Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive, um weitere Hamas-Angriffe zu unterbinden. Ziel ist die komplette Zerschlagung der Hamas und die Befreiung der mehr als 130 Geiseln, die weiterhin von den Terroristen in Gaza festgehalten werden.

Die israelische Armee hatte am Montag eigenen Angaben zufolge einen Raketenexperten der Hamas in Syrien getötet. Hassan Hakascha sei für Raketenbeschuss Israels aus Syrien in den vergangenen Wochen verantwortlich gewesen, teilte die Armee mit. Er habe Hamas-Terrorzellen dirigiert, die aus dem nördlichen Nachbarland Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert hätten.

Hakascha sei in dem Ort Beit Dschinn südwestlich von Damaskus in der Nähe der israelisch besetzten Golanhöhen getötet worden. Israel werde keinen Terrorismus von syrischem Territorium aus tolerieren und Syrien für alle Aktivitäten verantwortlich machen, die von seinem Territorium ausgingen, betonte die Armee weiter. Normalerweise äußert sich Israel nicht zu Angriffen auf Gegner im Ausland.

Habeck besucht Oman, Baerbock in Ägypten

Bei einer Reise in mehrere Länder des Nahen Ostens will auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angesichts des Krieges den Dialogprozess in der Region unterstützen. »Es muss wieder Frieden geben. Die palästinensische Bevölkerung braucht eine klare Perspektive hin zu einer Zweistaatenlösung«, sagte Habeck am Montagabend vor dem Abflug nach Oman. »Israel braucht Schutz und hat das Recht, sich zu verteidigen. Aber vor allem muss das Töten jetzt auch aufhören«, forderte er.

Nach dem Oman will Habeck auch Saudi-Arabien, Israel und das Westjordanland besuchen. Die Reise soll am Donnerstag enden. In Israel will der Minister den Angaben zufolge Gespräche mit Regierungsvertretern führen. In Ramallah im Westjordanland soll er den palästinensischen Ministerpräsidenten Mohammed Schtaje treffen sowie lokale Wirtschaftsvertreter. Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock setzt ihre Reise in der Region fort. Heute ist sie in Ägypten.

Experten der Vereinten Nationen hatten indes am Montag gefordert, die Täter brutaler Morde, Entführungen und Sexualverbrechen gegen Israelis am 7. Oktober 2023 juristisch zur Rechenschaft zu ziehen. »Die wachsende Zahl an Beweisen für die Berichte über sexuelle Gewalt ist besonders erschütternd«, sagten die UN-Sonderberichterstatterin für Folter Alice Jill Edwards und Morris Tidball-Binz, UN-Sonderberichterstatter für willkürliche Hinrichtungen.

Vergewaltigung und Verstümmelung

Sie wiesen auf Gruppenvergewaltigungen sowie Verstümmelungen und Schusswunden in den Genitalbereich hin. Dabei handle es sich nicht nur um sexuelle Folter und Kriegsverbrechen, sondern auch um Verbrechen gegen die Menschlichkeit. dpa/ja

New York

NYPD stoppt Direktvergabe an israelischen Überwachungstechnik-Hersteller

Linke Politiker und Aktivisten aus dem Umfeld von Bürgermeister Zohran Mamdani hatten den geplanten Kauf eines Ortungssystems kritisiert

 29.10.2026

Straßburg/Prag

Europarat warnt vor zunehmendem Antisemitismus in Tschechien

Sowohl die Zahl als auch die Schwere der Judenhass-Vorfälle nimmt zu

 29.10.2026

Berlin

Wie Elif Eralp sich von Terrorunterstützern mundtot machen lässt

Die Hintergründe

 29.10.2026 Aktualisiert

Dubai

Verletzter »Fly Dubai«-Pilot für Rettung von Passagieren geehrt

Dem auf einem Flug nach Tel Aviv attackierten und schwer verletzten Kapitän geht es inzwischen besser. In den Vereinigten Arabischen Emirate wurde er nun für seinen Einsatz ausgezeichnet

 29.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden: Linke lässt sich von Vanessa Emde auf der Nase herumtanzen

Josef Schuster: »Solange Positionspapiere nicht von konkreten personellen Konsequenzen auf jeder Ebene begleitet werden, nehme ich der Linken ihr Bekenntnis zum Kampf gegen Antisemitismus nicht ab«

von Imanuel Marcus  29.10.2026

Washington D.C.

Medien: Vance lotet mit Teheran Chance auf Verhandlungen aus

Berichten zufolge bereiten die USA und Israel neue Militärschläge gegen den Terrorsponsor Iran vor. Nun soll es neue Bemühungen um eine diplomatische Lösung geben

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Brüssel

EU setzt nach Wahl in Israel auf enge Zusammenarbeit

Nach der Parlamentswahl in Israel stehen Verhandlungen über die nächste Regierung an. Die EU will mit ihr zusammenarbeiten – und zugleich bestehende Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen

 28.10.2026

Meinung

Alice Weidel und die AfD-Leaks

Einer Partei, in deren Reihen NS-Verbrechen relativiert werden, dürfen der Schutz jüdischen Lebens und die Pflege der Erinnerungskultur niemals anvertraut werden.

von Michaela Dudley  28.10.2026