Berlin

Bericht über Missbrauch internationaler Hilfe durch Hamas im Bundestag vorgestellt

Olga Deutsch ist Vizepräsidentin von NGO Monitor in Israel Foto: Privat

Berlin

Bericht über Missbrauch internationaler Hilfe durch Hamas im Bundestag vorgestellt

Olga Deutsch von der Organisation NGO Monitor sagt, während die Bundesregierung über Beiträge zum Wiederaufbau Gazas berate, sei es entscheidend, auf bestehende Risiken hinzuweisen

von Imanuel Marcus  19.12.2025 14:01 Uhr

Die israelische Organisation NGO Monitor hat am Donnerstag in Berlin einen neuen Bericht zur Zweckentfremdung internationaler Hilfsgelder im Gazastreifen vorgestellt. Präsentiert wurde die Analyse im Bundestag von Olga Deutsch, der Vizepräsidentin von NGO Monitor, gemeinsam mit dem israelischen Botschafter in Deutschland, Ron Prosor.

Gastgeber der Veranstaltung war das Nahost-Friedensforum NAFFO. Nach Angaben der Organisatoren stieß der Bericht bei Bundestagsabgeordneten auf großes Interesse.

Der Zeitpunkt der Präsentation sei bewusst gewählt worden. Während die Bundesregierung derzeit über mögliche Beiträge zum Wiederaufbau des Gazastreifens berate, sei es entscheidend, auf bestehende Risiken hinzuweisen. In Gesprächen mit Abgeordneten sei intensiv darüber diskutiert worden, wie die Kontrolle deutscher Hilfsgelder verbessert werden könne, erklärte Deutsch gegenüber der Jüdischen Allgemeinen.

Längerfristiger Prozess

Ziel müsse es sein, sicherzustellen, dass Mittel nicht bei der palästinensischen Terrororganisation Hamas landeten. Deutsch äußerte die Hoffnung, dass die Veranstaltung den Auftakt für einen längerfristigen Prozess in mehreren Bundestagsausschüssen bilde, um strengere Prüfmechanismen einzuführen.

Lesen Sie auch

Der Bericht thematisiere nicht nur die materielle Umleitung von Hilfsgeldern, sondern auch die ideologische Einflussnahme der Hamas, betonte Olga Deutsch. Die Organisation nutze zivile Strukturen und internationale Partner, um Narrative zu kontrollieren und extremistische Inhalte zu normalisieren. Dies sei kein auf Gaza begrenztes Problem. Wenn Hass und Gewaltverherrlichung dort verankert würden, wirkten sie auch über die Region hinaus – bis nach Europa und auf die Straßen Berlins.

Laut Bericht von NGO Monitor hat die Hamas systematisch internationale Hilfsstrukturen im Gazastreifen unterwandert. Demnach kontrolliert die Organisation lokale NGOs, Gewerkschaften und sogenannte zivilgesellschaftliche Einrichtungen entweder direkt oder über personelle Verflechtungen. Diese Akteure fungierten nicht nur als Verteiler von Hilfsgütern, sondern auch als politische und ideologische Multiplikatoren.

Zentraler Befund

Ein zentraler Befund des Berichts ist, dass internationale Geldgeber häufig unzureichende Prüfmechanismen anwenden. Dies ermögliche es der Hamas, Gelder, Material und Infrastruktur umzuleiten – etwa für eigene Verwaltungsstrukturen oder zur Stabilisierung ihrer Machtbasis. NGO Monitor kritisiert insbesondere, dass formale Transparenzanforderungen oft nicht ausreichten, um reale Einflussverhältnisse vor Ort offenzulegen.

Zudem warnt die Organisation davor, dass die Hamas Hilfsprojekte gezielt für Terrorpropaganda nutzt. Bildungs-, Sozial- und Medienprojekte würden eingesetzt, um Gewalt zu legitimieren und antisemitische Inhalte zu verbreiten. Ohne deutlich strengere Kontrolle bestehe die Gefahr, so NGO Monitor, dass internationale Unterstützung unbeabsichtigt genau jene Strukturen stärke, die einem nachhaltigen Frieden entgegenstünden.

Handelte es sich beim Nationalsozialismus um eine linke Ideologie?

Ein Faktencheck

 23.10.2026

Justiz

Ermittler: Ahmetovic kooperierte nicht bei Durchsuchungen

Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt im Zusammenhang mit der Ausschreibung eines früheren Klinikgeländes in Lehrte bei Hannover gegen den SPD-Politiker

 23.10.2026

Berlin

Umfrage: Mehrheit lehnt rot-grün-rote Koalition ab

Linke, SPD und Grüne verhandeln derzeit über eine gemeinsame Landesregierung. Eine solche Koalition stößt auf Skepsis - auch unter Anhängern von SPD und Grünen

 23.10.2026

Warschau

Polen rügt Ehrung für ukrainische Nationalisten in Lwiw

Erst ein Ehrentitel für eine ukrainische Einheit, nun ein Gedenkjahr für nationalistische Untergrundkämpfer: Der Geschichtsstreit zwischen Polen und der Ukraine flammt erneut auf

 23.10.2026

Umfrage

Umfrage: So würde Deutschland abstimmen, wenn am Sonntag Wahlen wären

 23.10.2026

München

Aigners Befund zu Judenhass: »Das ›Nie wieder!‹ ist tot«

Die bayerische Landtagspräsidentin gibt eine schonungslose Analyse zum Antisemitismus in Deutschland. Doch sie sieht auch hoffnungsvolle Ansätze, um gegenzusteuern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Debatte

Wahl in Israel: Star-Dirigent Lahav Shani meldet sich ausführlich zu Wort

In der Vergangenheit war der Musiker mehrmals im Visier radikaler Israelfeinde

 22.10.2026

Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor rot-grün-roter Koalition

Schuster: »Im Kampf gegen Judenhass ist dieses Schauspiel ein echter Offenbarungseid«

 22.10.2026 Aktualisiert