Australien

Behörden entfernen Blumenmeer für die Opfer von Bondi Beach

Das Blumenmeer in Gedenken an die Opfer des Massakers von Sydney am 14. Dezember wurde weitgehend entfernt. Foto: picture alliance / REUTERS

Mehr als eine Woche nach dem Terroranschlag am Bondi Beach haben die Behörden begonnen, die zahlreichen Blumen, Kerzen und Karten vom Tatort zu entfernen, in dort in Gedenken an die Opfer niedergelegt worden waren. Bei dem Angriff waren 15 Menschen ermordet worden. Mit dem Abbau der provisorischen Gedenkstätte soll das Areal schrittweise wieder in den Alltag zurückgeführt werden.

In den vergangenen Tagen hatten Angehörige, Freunde, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie zahlreiche Bürger Sydneys – darunter viele aus der jüdischen Gemeinschaft – am Strand ihre Trauer und Anteilnahme bekundet. Nun beginnt, wie schon nach früheren Anschlägen in Australien, der Übergang von spontaner Erinnerung zu einer dauerhafteren Form des Gedenkens.

Die Regierung von New South Wales teilte mit, man habe sich vor dem Abtransport der Blumen eng mit dem Waverley Council und Vertretern der jüdischen Gemeinde abgestimmt. Ein Teil der Hinterlassenschaften soll nicht entsorgt werden. Wie es hieß, würden ausgewählte Erinnerungsstücke gesichert, fotografisch dokumentiert und später in künftige Gedenkformen für die Familien der Opfer einfließen. Karten und haltbare Gegenstände sollen vom Jüdischen Museum übernommen werden.

Lesen Sie auch

Die meisten Blumen lagen vor dem Bondi Pavilion, unmittelbar neben dem Park, in dem sich der bislang schwerste Terroranschlag in der australischen Geschichte ereignete. Weitere Gedenkzeichen waren auf einer Brücke sowie entlang der Strandpromenade niedergelegt worden. Mitarbeiter waren damit beschäftigt, die Gegenstände zu sortieren. Ein Teil wurde recycelt.

Trotz des Abbaus der provisorischen Gedenkstätte riss der Zustrom nicht ab. Auch während der Aufräumarbeiten legten Besucher neue Blumen nieder. Am Sonntagabend versammelten sich Tausende zu einer offiziellen Mahnwache, nachdem der Tag landesweit als Moment des Innehaltens begangen worden war.

Dabei kam es zu gemischten Reaktionen: Premierminister Anthony Albanese wurde von Teilen der Menge ausgebuht, als er am Bondi Beach erschien. Für den Regierungschef von New South Wales, Chris Minns, gab es hingegen viel Applaus. im

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

New York

Hamas-Unterstützerin Aber Kawas gewinnt Vorwahlen in New York

Die palästinensisch-amerikanische Demokratin machte den Nahost-Konflikt und soziale Fragen zum Kernthema ihres Wahlkampfes

von Imanuel Marcus  28.06.2026

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Viktoria Gulde  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Antibes

Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Wie könnte die internationale Unterstützung für den Libanon nach dem Abzug der UN-Blauhelme aussehen? Frankreich und Italien wollen eine neue Koalition anführen

 26.06.2026

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Hamburg

Spionageprozess: Juden für Iran ausgespäht?

Laut Anklage soll der Mann hochrangige Vertreter jüdischer Organisationen in Deutschland für mögliche Anschläge ausgekundschaftet haben

 26.06.2026

Magdeburg

Höchststrafe für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt

Bei dem Anschlag 2024 kamen sechs Personen ums Leben; Hunderte wurden verletzt. Jetzt steht das Urteil fest

 26.06.2026 Aktualisiert