Buenos Aires

Argentinien stuft Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Argentiniens Präsident Javier Milei Foto: picture alliance / Sipa USA

Die Regierung in Buenos Aires hat die iranischen Revolutionsgarden offiziell als Terrororganisation eingestuft und verschärft damit ihren Kurs gegenüber Teheran. Die Entscheidung wurde am Dienstag in einer Erklärung des Präsidialamts bekanntgegeben. Argentinische Publikationen berichteten.

Bereits zu Jahresbeginn hatte Argentinien einen Teil der Organisation, die sogenannte Quds-Einheit, in die Terrorliste aufgenommen. Mit der nun erweiterten Einstufung sollen laut Regierung vor allem finanzielle Sanktionen und operative Einschränkungen ermöglicht werden, um den Handlungsspielraum der Gruppe im Land einzuschränken.

Präsident Javier Milei begründete den Schritt unter anderem mit Erkenntnissen der argentinischen Justiz. Demnach sollen Mitglieder der Revolutionsgarden an der Planung und Durchführung zweier schwerer Anschläge beteiligt gewesen sein: dem Angriff auf die israelische Botschaft in Buenos Aires 1992 mit 22 Toten sowie dem Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA im Jahr 1994, bei dem 85 Menschen ermordet und Hunderte verletzt wurden.

Lesen Sie auch

In der Erklärung heißt es, die Regierung wolle das Land »wieder an die westliche Zivilisation ausrichten und diejenigen entschieden verurteilen und bekämpfen, die sie zerstören wollen«. Seit seinem Amtsantritt Ende 2023 hat Milei die außenpolitische Ausrichtung des Landes deutlich verändert. Er sucht demonstrativ die Nähe zu den USA und Israel, die er als wichtigste Partner betrachtet.

Die Entscheidung fügt sich in eine Reihe ähnlicher Maßnahmen ein. So hat Buenos Aires bereits mehrere Gruppierungen als Terrororganisationen eingestuft, darunter die palästinensische Hamas sowie Ableger der Muslimbruderschaft in verschiedenen Ländern. im

Ukrainereise

Prien bei Gedenken in Babyn Jar: Erinnerung verpflichtet uns

Bundesfamilienministerin Prien ist in die Ukraine gereist. Am heutigen Dienstag sprach sie beim Gedenken an die ermordeten Juden in Babyn Jar. Sie betonte auch, Deutschland stehe weiter an der Seite der Ukraine

von Birgit Wilke  06.10.2026

Fokus

Aktionswochen gegen Antisemitismus gestartet - Zahlen zu Hochschulen

Die bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus nehmen dieses Jahr die Lage an den deutschen Universitäten in den Blick. Die Amadeu-Antonio-Stiftung nennt erhobene Vorfallszahlen - und stellt Forderungen

von Daniel Zander  06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Bitterer Vorgeschmack

Die heutige Wahl des ersten AfD-Landtagspräsidenten zeigt, wie die rechtsextreme Partei im Dezember auch den Ministerpräsidenten stellen könnte

von Mascha Malburg  06.10.2026 Aktualisiert

Dialog

Zwischen Vatikan und Juden geht nach dem 7. Oktober kaum noch was

Seit Jahrhunderten ist das Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Juden turbulent. Nach einem Zwischenhoch unter Johannes Paul II. kühlte es wieder ab. Und seit dem Gazakrieg nähert es sich einem neuen Tiefpunkt

von Ludwig Ring-Eifel  06.10.2026

Berlin: das Rote Rathaus mit Fernsehturm im Hintergrund

Glosse

Ein Coach berät die Berliner Linke

Unser Autor ist Psychologe, Coach und Berater. Der Linkspartei und ihrer Regierenden Bürgermeisterin in spe, Elif Eralp, hilft er an dieser Stelle kostenlos

von Louis Lewitan  06.10.2026

Düsseldorf

Nach Angriff auf Juden: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Die Tatverdächtigen sollen einen Mann verprügelt haben, weil der ein T-Shirt mit »IDF«-Schriftzug getragen hatte

 06.10.2026

Sachsen-Anhalt

Tobias Rausch zum ersten AfD-Landtagspräsidenten gewählt

Er ist jetzt der protokollarisch ranghöchste Politiker in Sachsen-Anhalt. Nach ihrem Wahlsieg im September stellt die AfD mit Tobias Rausch den Landtagspräsidenten.

 06.10.2026

Essay

Der 7. Oktober und das Ungeheuer

Damals ist das Ungeheuer namens Judenhass neu ausgebrochen und wütet seitdem mit einem Furor, dem wir fassungslos gegenüberstehen. Sein Appetit ist ungebrochen, und es wird täglich gefüttert

von Esther Schapira  06.10.2026

Berlin

Mittel gegen Antisemitismus in Millionenhöhe bleiben liegen

Vor allem wegen der Nachwirkungen der »Fördergeldaffäre« konnten viele Gelder nicht mehr abgerufen werden. Projekte wurden aber auch strenger geprüft

 06.10.2026