München

Anne Applebaum: Darum sollten CDU und AfD nicht kooperieren

Anne Applebaum Foto: picture alliance / abaca

Anne Applebaum (61), vielfach ausgezeichnete Historikerin, warnt die CDU vor einem Schulterschluss mit der AfD. Dies könne »nur zur Folge haben, dass das Mitte-rechts-Spektrum diskreditiert ist und am Ende nur mehr die AfD übrigbleibt«, sagte sie der »Süddeutschen Zeitung« vom Wochenende. »Aus Sicht der CDU ist das also nicht nur eine sehr gefährliche, sondern auch eine seltsame Idee.« Deutschland brauche eine Art »übergreifende Bewegung«, die das Vertrauen in das politische System neu belebe.

Beschädigte Demokratien zu reparieren, hält die Friedenspreisträgerin für sehr schwierig, aber nicht unmöglich. »Länder haben sich vom Faschismus und vom Kommunismus erholt.« Ein solcher Prozess brauche »Jahre der Veränderung, die Öffentlichkeit muss mitmachen, Einigkeit ist wichtig. Und gerade die ist schwer zu erreichen in einer Zeit, in der Social Media dazu geschaffen wurde, um uns zu spalten. Wir alle nutzen Informationssysteme, deren Ziel die Polarisierung ist, und diese sehen wir nun in jedem einzelnen Land.«

Applebaum fordert europäische Souveränität

Die Europäer bräuchten einen Sinn für Souveränität, sagte die US-Amerikanerin mit jüdisch-polnischen Wurzeln. Konkret müssten sie eigene Technologien und Verteidigungsstrategien vorantreiben. Derzeit stehe die europäische Souveränität »unter großem Druck durch die USA, Russland und in wirtschaftlicher Hinsicht auch durch China«. US-amerikanische Tech-Dominanz und russische Desinformation könnten Wahlergebnisse in Europa möglicherweise stärker beeinflussen als hiesige Medien.

Lesen Sie auch

Insofern steht Europa nach Worten Applebaums an einem Wendepunkt - habe aber auch eine große Chance. »Leute wollen dort investieren, wo es rechtsstaatlich zugeht, sie mögen Stabilität.« Mit genug Energie und Voraussicht könne Europa ein Magnet für Wissenschaft, Investoren und Bildung werden – Bereiche, die es in den USA derzeit schwer hätten. »Alle Menschen, die in liberalen Demokratien leben wollen, wird das anziehen.« kna

Bonn

Bundeszentrale für politische Bildung will Linksextremismus und Islamismus intensiver behandeln

Eine Sprecherin der Behörde sagt, die BpB werde ihre Arbeit künftig konsequenter an ihrem »Kernauftrag« ausrichten

 04.08.2026

Berlin

Nach antisemitischer Beschimpfung: Polizeilicher Staatsschutz ermittelt

Nach Beleidigungen gegenüber Gästen und Beschäftigten des jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg auf dem Berliner Wannsee hat die Polizei Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen

 04.08.2026

Kommentar

Politische Pünktchensammler

Ewig bewegte Palästina-Aktivisten wie Javier Bardem und israelische Politiker nutzen den Massenansturm auf Ceuta für politisch unwürdige Spielchen

von Nils Kottmann  04.08.2026

Justiz

Israel-Kritik mit Swastika und Davidstern? Könnte durchgehen

Für das Pfälzische Oberlandesgericht ist Schmähkritik an Israel samt Verwendung von Hakenkreuzen und Holocaustvergleichen nur dann strafbar, wenn die Gegnerschaft zur NS-Ideologie nicht offensichtlich ist. Vielen geht das Urteil zu weit

von Michael Thaidigsmann  04.08.2026

Spanien

Hakenkreuz auf Maimonides-Statue in Córdoba geschmiert

Der Bürgermeister der Stadt verurteilte den Vorfall scharf und sprach von einem Hasssymbol mit einer besonders schwerwiegenden Botschaft

 04.08.2026

Magdeburg

Dieter Hallervorden, Sven Schulze und der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Die Christdemokraten setzen bei ihrem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt auf Unterstützung des anti-israelischen Komikers Dieter Hallervorden

 04.08.2026

Berlin

Mehr als 1000 Juristen sprechen sich für AfD-Verbotsverfahren aus

Die Experten haben einen offenen Brief an die Bundesregierung und die Bundestagsabgeordneten unterzeichnet

 04.08.2026

Potsdam

Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist tot

Der Journalist und Autor prägte als Gründer von »Gesicht Zeigen!« den Kampf gegen Rechtsextremismus. Nun ist seine Stimme verstummt

 04.08.2026

Dessau-Roßlau

Schulze: Ich habe eine andere Meinung zum Thema Völkermord

Auftritte des Kabarettisten Dieter Hallervorden bei CDU-Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt hatten bei den Christdemokraten teils für große Irritationen gesorgt. Der Spitzenkandidat verteidigt das Format

 04.08.2026 Aktualisiert