Kommentar

Zürich sollte Francesca Albanese keine Bühne bieten

UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese bei einer Veranstaltung im Juni in Spanien Foto: picture alliance / Anadolu

Francesca Albanese ist die Sonderberichterstatterin des UN-Menschenrechtsrats (UNHRC) für Palästina. Bereits in ihrem Mandat liegt ein Problem. Zentraler Punkt ist es, Israels vermeintliche Menschenrechtsverletzungen in der Westbank und dem Gazastreifen zu dokumentieren. Über Verbrechen der Hamas oder anderer Terrorgruppen berichtet sie nicht.

Der UNHRC, der für Israel als einziges Land ein ständiges Traktandum eingeführt hat, und wo die schlimmsten Verbrecherstaaten die Führung innehaben, führte kein Mandat für die Gegenseite ein. Es ist also Francesca Albaneses Job, einseitig zu berichten, und sie nimmt ihn mit großem Einsatz wahr.

Lesen Sie auch

Schon 2015 zitierte sie eine iranische Quelle, die behauptet hatte, die Angriffe auf Charlie Hebdo seien vom CIA und vom Mossad ausgegangen. Auf einer Hamas-Konferenz 2022 hob sie das Recht der Terrororganisation auf »Widerstand« hervor.

Besonders aufschlussreich bei der Beurteilung von Kommentatoren ist es, ihre Postings am 7. Oktober 2023 zu lesen. Albanese behauptete, das Pogrom, bei dem 1200 Menschen zu Hause oder auf einem Musikfestival brutal massakriert wurden, sei nicht antisemitisch, sondern müsse im Kontext der Besatzung betrachtet werden. Den darauffolgenden Krieg zur Befreiung der Geiseln nannte sie schon bald einen Genozid und verglich Israel mit den Nazis. Ein ungeheuerlicher Vorwurf. Die US-Regierung fordert wegen ihrer Terrorunterstützung und ihres Antisemitismus Albaneses sofortigen Rücktritt.

Lesen Sie auch

In den Reports der Sonderberichterstatterin fehlen zentrale Fakten, etwa dass Israel sich seit seiner Gründung gegen genozidale Angriffe seitens seiner Nachbarn wehren muss oder dass die Hamas Menschen als Schutzschilde missbraucht. Auf der Homepage von UN Watch findet man einen sehr langen und hervorragend dokumentierten Bericht mit einer Liste ihrer Verfehlungen, mit allen Quellen, inklusive der Annahme finanzieller Mittel von Pro-Hamas-Gruppen.

Dazu passt, dass Albanese bei ihren Auftritten auf Podien oft nur neben Gleichgesinnten sitzt. Auch in Zürich ist das so. Wenn sie am Freitag in der von der Stadt geförderten Zentralwäscherei auftritt, wird dort niemand sein, der ihren offensichtlichen Hass, ihre Auslassungen, ihre Falschaussagen zurückweist. Es handelt sich also um eine Veranstaltung der Indoktrination und nicht der Information.

Solche Anlässe sind geeignet, den virulenten Judenhass in Zürich weiter anzuheizen. Sie dürfen an privaten Orten stattfinden, sofern die Strafnorm gegen Rassismus nicht verletzt wird. Ich werde mich aber weiterhin dagegen wehren, dass solche Auftritte an städtischen Veranstaltungsorten stattfinden, subventioniert durch die Steuerzahler der Stadt.

Die Universität Bern hatte jüngst entschlossen gegen Albaneses geplanten Vortrag an der Hochschule reagiert. Die Veranstaltung wurde nach viel öffentlichem Druck abgesagt. Der Zürcher Stadtrat Raphael Golta (SP) hingegen lässt es weiterhin zu, dass Albanese ihre Hass auf den jüdischen Staat in der Zentralwäscherei freien Lauf lässt.

Der Autor ist Gemeinderat der Stadt Zürich und Mitglied der Grünliberalen Partei (GLP).

Großbritannien

Angriff auf Ambulanzen

Eine iranisch-islamistische Terrorgruppe bekennt sich zu einem Anschlag auf den jüdischen Rettungsdienst Hatzola

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  25.03.2026

London

Nach Brandanschlag: König Charles übernimmt Schirmherrschaft für jüdische Sicherheitsorganisation

Das Engagement des Monarchen für »Toleranz, Inklusion und interreligiöses Verständnis« passe eng zur Arbeit des Community Security Trust, so die Organisation

 25.03.2026

Nachruf

Chuck Norris ist doch sterblich

Der Actionstar und Meme-König wurde 86 Jahre alt. Und war immer ein großer Freund Israels

von Sophie Albers Ben Chamo  25.03.2026

Russland

Kleines Haus, große Herausforderung

Einst trugen Schoa-Überlebende in Sankt Petersburg eine Ausstellung zusammen. Nun ist daraus ein Museum geworden, das auch jungen Menschen die jüdische Geschichte näherbringt

von Polina Kantor  24.03.2026

Belgien

Zwei Festnahmen nach Brandstiftung in Antwerpen

Zwei Minderjährige sollen an der Grenze zum jüdischen Viertel ein Auto angezündet haben

 24.03.2026

Großbritannien

Vier Krankenwagen vor Synagoge in Brand gesteckt

Die Londoner Polizei geht von einem antisemitischen Motiv aus

 23.03.2026

Journalismus

Neuer Georg Stefan Troller Preis ehrt Beiträge über jüdisches Leben

Er hat einst das Interview-Format revolutioniert. Ein neuer Journalisten-Preis wird im Namen des im September 2025 gestorbenen Schoa-Überlebenden Georg Stefan Troller ausgeschrieben

 20.03.2026

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  20.03.2026 Aktualisiert

New York

Zohran Mamdani missbraucht St. Patrick’s Day für Anklage gegen Israel

Elisha Wiesel wirft dem Bürgermeister vor, an dem irischen Feiertag »eine bösartige Ritualmordlegende gegen Juden« verbreitet zu haben, indem er behauptete, sie hätten in Gaza einen »Genozid« begangen

 19.03.2026