Alina Bricman

8. März: Nur mit Frauen sind wir stark

Alina Bricman Foto: privat

Der Internationale Frauentag ist immer auch eine Gelegenheit, Fortschritte und Defizite zu prüfen, was die Gleichberechtigung der Geschlechter und das Empowerment für Frauen angeht. Vielleicht ist es scheinheilig, aber trotzdem notwendig, vielleicht sogar besonders in der jüdischen Gemeinschaft.

Denn dort sind Frauen unterrepräsentiert, in den Gemeindestrukturen und auch, wenn es darum geht, sich für jüdische Belange einzusetzen.

Gemeinschaft Wenn mehr als 50 Prozent der Gemeinschaft nicht in Führungsebenen vertreten sind, führt das dazu, dass Punkte, die Frauen betreffen, einfach nicht benannt werden – wie die Rolle der Frau in der Religion oder antisemitische Angriffe auf Frauen, die meistens mit einem sexistischen Unterton einhergehen. Wenn Frauen fehlen, werden diese Themen nicht besetzt. Damit muss Schluss sein.

Wenn Frauen fehlen, werden diese Themen nicht besetzt. Damit muss Schluss sein.

Beispiele von starken, mutigen und inspirierenden Frauen gibt es überall: Sie mussten sich gegen eine Männerdomäne behaupten. Sie mussten erst Strukturen aufbrechen. Wir haben heute die Möglichkeit, die Früchte ihres Kampfes zu genießen. Also tun wir’s auch!

Gesetz Wir Frauen in der European Union of Jewish Students wussten von Anfang an, dass nicht nur Männer in unsere Teams gehören. Denn nur so kann unsere Organisation im Ganzen besser sein und immer besser werden. Das Bundesfamilienministerium hat für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen ein Gesetz auf den Weg gebracht, die Europäische Kommission ebenfalls. Es ist Zeit, dass die jüdische Gemeinschaft dem folgt.

Wenn wir uns das komplette Potenzial für ein effektives und nachdenkliches Eintreten für jüdische Belange zunutze machen wollen, müssen wir erkennen, dass uns unterschiedliche Perspektiven helfen. Um den Herausforderungen für eine nachhaltige Veränderung zu begegnen, müssen wir bewusst verschiedene Stimmen einbinden.

Alina Bricman ist Direktorin für EU-Angelegenheiten von B’nai B’rith International.

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Für den frischgebackenen Leiter des ARD-Studios Nairobi ist die »Jüdische Allgemeine« ein Propaganda-Sprachrohr der israelischen Regierung. Eine Entgegnung

von Michael Thaidigsmann  29.06.2026

Kommentar

250 Gründe, die USA zu lieben

Am 4. Juli 1776 wurden die Vereinigten Staaten gegründet. Eine etwas andere Liebeserklärung

von Imanuel Marcus  29.06.2026

Essay

Das Kopftuch, der Zwang und die Freiheit

Die radikalen Kräfte in der muslimischen Community bestimmen zunehmend den Kurs. Wenn dies ohne Gegenwehr von den moderaten Kräften hingenommen wird, ist irgendwann der Kipppunkt erreicht

von Daniel Neumann  28.06.2026 Aktualisiert

Meinung

Der Kahlschlag der Familienministerin

Der angekündigte Umbau des Bundesprogramms »Demokratie leben!« lässt Engagierte im Regen stehen. Die Folgen für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention werden fatal sein

von Victoria Gulde  27.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026

Meinung

Keine Geschäfte mit »Judensternen«

Schoa-Überlebende waren entsetzt, als ein Auktionshaus persönliche Gegenstände von NS-Opfern versteigern wollte. Der Bundesrat hat nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, um das zu verbieten. Gut so!

von Christoph Heubner  23.06.2026

Meinung

Essen mit Beigeschmack

Katrin Richter kritisiert, dass jüdische und israelische Küche zunehmend nur noch mit Schutzkonzept serviert werden kann

von Katrin Richter  23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Meinung

Wenn niemand sonst zu Israel steht

Unser Autor ist Schüler auf einem Gymnasium nahe Köln. Mit Entsetzen stellt er fest, dass Antisemitismus und Israelhass in seiner Klasse mittlerweile absoluter Mainstream sind

von Jan Tersteegen  22.06.2026