Lebende Legende

Wolf Biermann feiert 90. Geburtstag mit drei Festkonzerten

Wolf Biermann wird im Spätherbst 90 Jahre alt. Foto: picture alliance/dpa

Anlässlich seines 90. Geburtstages und des 50. Jahrestages seiner Ausbürgerung aus der DDR plant der Liedermacher Wolf Biermann in diesem Jahr drei Festkonzerte. Unter dem Titel »Warte nicht auf beßre Zeiten!« trete er am 21. Oktober in Köln (Philharmonie), am 3. November in Hamburg (Elbphilharmonie) und am 21. November in Leipzig (Gewandhaus) auf, teilte Mitveranstalter Clouds Hill als Biermanns Musikverlag und Label mit. 

Bei den drei Veranstaltungen werden den Angaben zufolge Biermanns politische Lebensleistung sowie sein musikalisches und dichterisches Werk gewürdigt und gefeiert. Es träfen Freunde, Künstler und Weggefährten auf Biermann, der selbst seine wichtigsten Lieder und Gedichte auf die Bühne bringen werde.

Biermann wird am 15. November 90 Jahre alt. Zudem jährt sich am 13. November das Konzert in der Kölner Sporthalle zum 50. Mal, in dessen Folge der gebürtige Hamburger gegen seinen Willen aus der DDR ausgebürgert und zu einer Schlüsselfigur der deutsch-deutschen Geschichte wurde.

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Nach seiner Ausweisung solidarisierten sich Persönlichkeiten wie Yves Montand, Joan Baez oder Arthur Miller, aber auch zahlreiche DDR-Bürgerinnen und -Bürger mit ihm. 

Biermann, der 1953 im Alter von 16 Jahren von Hamburg in die DDR übergesiedelt war, geriet schnell in Konflikt mit den DDR-Oberen. So wurde er zwölf Jahre lang mit einem totalen Auftritts- und Publikumsverbot belegt, nachdem er dazu aufgerufen hatte, sich die Freiheit zu nehmen, statt auf das Gewähren kleinerer Freiheiten zu warten.

Biermann hielt dennoch an seiner Kritik an der DDR-Diktatur fest. Durch Buch- und Musikpublikationen, die in den Westen geschmuggelt wurden, wurde er schnell bekannt. »Seine Popularität schützte ihn wesentlich vor einer Verhaftung«, erklärte Clouds Hill.

Dagobert Biermann, der Vater des Liedermachers, war Jude. Er wurde 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet. dpa/ja

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