Dresden

»Tiefgang mit Witz«: Erste Lesung des Dresdner Stadtschreibers Alexander Estis

Schriftsteller und Publizist Alexander Estis Foto: Magnus Terhorst

Dresden

»Tiefgang mit Witz«: Erste Lesung des Dresdner Stadtschreibers Alexander Estis

Der jüdische Autor schreibe heiter, ironisch, grotesk und überrasche mit originellen Beobachtungen, so die Stadtverwaltung

 04.06.2025 14:26 Uhr

Mit einer Lesung in der städtischen Zentralbibliothek stellt sich am 11. Juni der neue Dresdner Stadtschreiber Alexander Estis vor. Der 38-jährige Schriftsteller und Publizist mit jüdisch-russischen Wurzeln nutze für sein Werk unterschiedliche Arten der Satire, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch in Dresden mit. Er schreibe heiter, ironisch, grotesk und überrasche mit originellen Beobachtungen.

In Dresden ist Estis, der auch für die Jüdische Allgemeine geschrieben hat, sechs Monate als Stadtschreiber tätig. Die Jury hatte er mit Prosa-Miniaturen überzeugt, in denen er den Angaben zufolge »kenntnisreich und mit hintergründigem Witz den Kulturbetrieb kommentiert«. Der Autor entdecke das Absurde im Alltäglichen und belebe auf seine Weise das Genre des klassischen Feuilletons wieder.

Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linkspartei) bescheinigte dem Stadtschreiber 2025 »feine Beobachtungsgabe und sprachliche Präzision«, die gesellschaftliche und kulturelle Phänomene der Gegenwart spiegelten. Seine satirischen Texte verbinden laut Klepsch »Tiefgang mit Witz«.

Lesen Sie auch

Das Stadtschreiber-Stipendium wird jährlich von der Landeshauptstadt Dresden in Kooperation mit der Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergeben. Es richtet sich an deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in Dresden haben.

Das halbjährige Stipendium umfasst eine monatliche Förderung von 1.500 Euro sowie die mietfreie Bereitstellung einer Wohnung in Dresden. Der Aufenthalt dient der literarischen Auseinandersetzung mit der Stadt und der aktiven Teilnahme am kulturellen Leben. epd/ja

Internationale Holocaust Gedenkstätte

Rabbinerkonferenz weist Kritik an deutschen Yad-Vashem-Standorten zurück

Die geplanten Außenstellen von Yad Vashem in Deutschland stoßen auch auf Skepsis. Doch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz warnt davor, die Arbeit der Gedenkstätte zum Gegenstand politischer Abrechnungen zu machen

 31.05.2026

TV-Tipp

»Robert Lembke - Wer bin ich?« -Doku-Drama über die TV-Legende

»Robert Lembke - Wer bin ich« ist ein kluger Film über Verdrängung, Volksbildung und das Schweigen einer TV-Legende über die eigene Vergangenheit

von Jan Lehr  31.05.2026

Literatur

»Sie verdichten, was zu zerfallen droht«

Die Schriftstellerin Yasmina Reza ist mit dem Frank-Schirrmacher-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Wir dokumentieren die Laudatio von Christian Berkel

von Christian Berkel  31.05.2026

Zeitreise

Historische Frankfurter Judengasse wird virtuell erlebbar

In den Alltag von Jüdinnen und Juden im Jahr 1864 in Frankfurt am Main eintauchen, sich als Passant in der historischen Judengasse bewegen und mit Bewohnern sprechen: Das Jüdische Museum Frankfurt hat eine internetbasierte Zeitmaschine entwickelt

von Jens Bayer-Grimm  29.05.2026

TV-Tipp

Kultfilm »Harry und Sally« - immer wieder was fürs Herz

Die Komödie des vor Kurzem ermordeten Regisseurs Rob Reiner avancierte zum Kultfilm

von Jan Lehr  29.05.2026

Konzerte

Doja Cat kommt mit »Ma Vie World Tour« nach Hamburg und Berlin

Ihren Durchbruch feiert sie über SoundCloud, bevor sie mit dem viralen Hit »Mooo!« erstmals weltweite Aufmerksamkeit bekommt

 29.05.2026

Meinung

Kein Boykott – nur Abscheu

Die irische Schriftstellerin Sally Rooney möchte ihren neuesten Roman doch auf Hebräisch übersetzen lassen. Zuvor sortiert sie aber Israelis aus - und das Mitgefühl gleich mit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Warnung

Steven Spielberg will keine KI nutzen

Der Filmemacher sieht einen Platz für KI in der Medizin und in der Forschung.

 28.05.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus  28.05.2026