Berlin

»Tänzerinnen Brunnen« gehört nun zu US-Privatsammlung

Der »Tänzerinnen Brunnen« stand viele Jahre im Garten des Georg-Kolbe-Museum in Berlin Foto: picture alliance / Schoening

Der Tänzerinnen-Brunnen von Georg Kolbe, der seit 1979 im Garten des Georg Kolbe Museums in Berlin stand, gehört nun zu einer Privatsammlung in den USA. Diese habe bei der Auktion mit insgesamt sechs Bietern den Zuschlag bekommen, sagte eine Sprecherin des Berliner Auktionshauses Grisebach der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Hammer fiel bei vier Millionen Euro. »Was nun mit dem Brunnen passiert, wissen wir nicht«, sagte die Sprecherin. 

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Bei dem Brunnen aus Bronze und Travertin aus dem Jahr 1922 handelt es sich um NS-Raubgut. Das Museum im Berliner Westend hatte ihn jüngst an die Erben der Familie des ursprünglichen Eigentümers zurückzugeben. Am Donnerstagabend wurde er als Highlight der Sommerauktion bei Grisebach versteigert - weit über dem Schätzpreis von 1 Million bis 1,5 Millionen Euro. 

Heinrich Stahl ließ den Brunnen anfertigen

Wie es auf der Internetseite des Bezirksamts Berlin-Charlottenburg heißt, hatte der Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947) den Brunnen für die Villa von Heinrich Stahl geschaffen. Er war Direktor der Victoria-Versicherung und später Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde von Berlin. Während des Nationalsozialismus wurde die Familie Stahl gezwungen, ihr Haus, vor dem der Brunnen stand, unter Wert zu verkaufen. Der Brunnen galt dann viele Jahrzehnte als verschollen.

Heinrich Stahl überlebte das KZ Theresienstadt nicht, in das er und seine Ehefrau Jenny im Jahr 1942 deportiert worden waren. Seine Frau überlebte und emigrierte nach dem Krieg in die USA.

Erst Restitution, dann Auktion

Ihr Enkel Werner Stahl hatte im Jahr 2001 den Verzicht auf den Brunnen mit der Tänzerin erklärt - allerdings geschah dies nicht im Namen der gesamten Familie, wie sich später herausstellte. Wie das Georg Kolbe Museum berichtete, habe es deshalb angeboten, das Werk vollständig an die Erbengemeinschaft zu restituieren. 

Die Erbengemeinschaft entschied sich nach der Restitution, das Kunstwerk in Berlin versteigern zu lassen. dpa

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