Führung

Open-Air-Ausstellung zum jüdischen Leben in Erfurt

Auch das Steinerne Haus ist Teil der Open Air-Ausstellung. Foto: picture alliance/dpa

Mit der neuen Dauerausstellung »Inter Judeos« macht Erfurt ab Freitag jüdisches Leben im Mittelalter im Stadtraum sichtbar. Der etwa 700 Meter lange Rundgang verbinde 19 Stationen im jüdischen Quartier rund um das Unesco-Welterbe »Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt« teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Zu den Orten zählten die Alte Synagoge, die Mikwe, das Steinerne Haus sowie weitere Gebäude und Plätze, an denen jüdische und christliche Familien seit dem 12. Jahrhundert eng nebeneinander lebten.

Archäologische Funde, bauliche Spuren und historische Quellen zeichnen ein Bild vom Alltag der jüdischen Gemeinde. Die Ausstellung verbindet originale mittelalterliche Objekte mit multimedialen Elementen, Theaterinszenierungen und zeitgenössischer Graffitikunst. Thematisiert werden unter anderem Handel, Religion, Zusammenleben und Ausgrenzung im mittelalterlichen Erfurt.

Blick wird auf wenig bekannte Orte gelenkt

Die Kuratorin der Welterbestätte, Maria Stürzebecher, betonte, die Ausstellung solle auch den Blick auf bislang weniger bekannte Orte im jüdischen Viertel lenken. Sie mache zugleich deutlich, dass es im jüdischen Viertel mehr zu sehen gebe, als den Erfurter Schatz in der Alten Synagoge. Das mache die Ausstellung zu einem zentralen Mittel, um den Besucherstrom besser zu lenken.

Das Jüdisch-Mittelalterliche Erbe in Erfurt war im September 2023 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden. Historiker und Projektleiter Martin Sladeczek erklärte, mit »Inter Judeos« würden neue Erkenntnisse zum jüdischen Leben im Mittelalter direkt an authentischen Orten zugänglich gemacht. epd

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