Beverly Hills

Neil Diamond wird 85

Neil Diamond Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Man braucht kein Fan zu sein, um einen seiner Songs mitsummen zu können. Neben eigenen großen Hits wie »Sweet Caroline« oder »I Am I Said!« wurden seine Kompositionen auch für andere Musiker zu Hit-Garanten: »I’m A Believer« für »The Monkees oder «Red Red Wine» für die britische Reggae-Band «UB 40». Auch «Girl, You’ll be A Woman Soon» aus Quentin Tarantinos Kult-Film «Pulp Fiction» stammt von Neil Diamond. Am Samstag, den 24. Januar, wird der US-Musikstar 85 Jahre alt.

Mit mehr als 135 Millionen verkauften Tonträgern gehört der jüdische Popstar zu den weltweit erfolgreichsten Musikern. 2011 wurde Diamond in die «Rock and Roll Hall of Fame» aufgenommen, im Jahr 2000 hatte er bereits in New York den Lifetime Achievement Award von der «Songwriters Hall of Fame entgegengenommen. Auf der Liste der »100 größten Songwriter aller Zeiten« des Musikmagazins »Rolling Stone« kam Diamond auf Platz 47.

Songwriter »mit Haut und Haaren«

»Ich werde immer ein Songwriter sein. Ich bin es mit Haut und Haaren«, hat Diamond einmal gesagt. Der gewissenhafte Arbeiter ohne Skandale, der oft mit seiner akustischen Gitarre auf der Bühne stand, traf immer den Nerv des Publikums - ob mit Flower-Power-Schmuck und wallender Mähne oder im Glitzerhemd in Las Vegas.

Mit den coolen Jungs von »The Band« spielte Diamond bei ihrem gefilmten Abschiedskonzert »The Last Waltz« (1978) »Dry Your Eyes«, in einer Reihe mit Auftritten von Bob Dylan, Van Morrison, Joni Mitchell, Neil Young oder Eric Clapton. Von Bandchef Robbie Robertson ließ Diamond auch sein Erfolgsalbum »Beautiful Noise« produzieren.

Schauspieler in »The Jazz Singer«

Für den Film »The Jazz Singer« von 1980 lieferte er nicht nur die Filmmusik, er spielte neben Laurence Olivier auch die zweite Hauptrolle. Bereits für den Streifen »Die Möwe Jonathan« hatte der Musiker die Filmmusik produziert.

Im Januar 2018 gab Diamond bekannt, dass er an Parkinson leide und keine Konzerte mehr geben werde. Er wolle jedoch weiter Songs schreiben, versicherte er. Seitdem lebt der dreimal verheiratete Vater zweier Söhne und zweier Töchter zurückgezogen auf seinem Anwesen in Colorado.

»Keine Heilung, kein Entrinnen«

Bei seiner Krankheit gebe es keine Heilung und kein Entrinnen, sagte der Musiker in einem Interview im März 2023 in der Sendung »CBS-Sunday Morning«. Aber er habe gelernt, seine Einschränkungen zu akzeptieren, und er habe »immer noch tolle Tage«.

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Der Sohn einer polnisch-russischen Einwandererfamilie jüdischen Glaubens, der als Neil Leslie Diamond am 24. Januar 1941 in New York geboren wurde, wuchs im Stadtteil Brooklyn in bescheidenen Verhältnissen auf. Seinem Vater gehörte ein kleiner Laden.

Zu seinem 16. Geburtstag bekam er eine Gitarre geschenkt, auf der er spielen lernte. Sein Medizinstudium brach er ab und arbeitete als Songwriter im berühmten »Brill Building« in Manhattan, unter dessen Dach in den 60er Jahren mehr als 160 Musikverlage tätig waren.

Früher Hit mit »I’m A Believer«

Seinen ersten größeren Hit hatte Diamond als junger Mann mit »I’m A Believer«, den damals die Band »The Monkeys« veröffentlichte - sie sollte als US-Pendant zu den britischen »Beatles« aufgebaut werden. Doch Diamond drängte es, seine Songs auch selbst zu präsentieren.

»Einen Song schreiben, ist eine sehr einsame Sache. Plötzlich musste ich extrovertiert werden. Ich musste ein Performer werden«, erinnert sich der Musiker in der BBC-Doku »Neil Diamond - Solitary Man« (2010). Damit verwandelte sich ein schüchterner Junge in einen Superstar. »Er wurde von einem sehr populären Singer-Songwriter zum ‚jüdischen Elvis‘«, kommentierte der Musikjournalist David Wild in der Doku.

Musical würdigt Diamond

Das Musical »A Beautiful Noise«, das auf der Biografie Diamonds beruht, wird bis heute in vielen Ländern aufgeführt. Zur Weltpremiere im Jahr 2022 in Boston hatte Diamond einen Gastauftritt. Der Titel »A Beautiful Noise« (»Ein wunderschöner Klang«) geht auf den berühmten Song Diamonds zurück, der für seinen Lebensinhalt steht: die Musik.

Aktuell ist seine Musik auch in dem Drama »Song Sung Blue« auf der Kinoleinwand zu erleben. Hugh Jackman und Kate Hudson spielen dabei ein Paar einer Neil-Diamond-Tributeband. Auf Diamonds Instagram-Kanal sind Fotos von einer Sondervorführung mit ihm und den Schauspielern zu sehen. Sie zeigen einen großen Künstler, von Krankheit gezeichnet, aber glücklich.

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